Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
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Hyggelig & stilvoll: Noch mehr dänische Lebensart in Hamburg

Binnen eines Jahres eröffnet die dänische Einzelhandelskette Søstrene Grene sechs Stores in Hamburg. Auch ein neues Magazin bringt skandinavisches Flair

Hamburg und Dänemark sind traditionell nicht nur örtlich eng verbunden. Für die dänische Wirtschaft ist Hamburg ein wichtiger Testmarkt, wenn es um das Thema Auslandsexpansion geht. Viele Unternehmen haben ihren Deutschlandsitz in der Hansestadt. Nun will die Verlagsgruppe Deutsche Medien-Manufaktur (DMM), ein Tochterunternehmen des Hamburger Verlags Gruner + Jahr und des Landwirtschaftsverlag Münster, das dänisch-legere Lebensgefühl mit dem neuen Magazin „Hygge“ nach Deutschland tragen. Der Ausdruck „Hygge“ steht für die einfachen Dinge des Lebens, die glücklich machen. So erzählt das Magazin, das sechs Mal jährlich erscheinen soll, Geschichten von Familie und Freundschaft, von Kochen, Essen und Genießen, von einem Sonntag im Bett oder Fahrradtouren ins Grüne.

Søstrene Grene eröffnet sechste Filiale in Hamburg

Dass die Hamburger sich für den dänischen Lebensstil begeistern, zeigt auch der durchschlagende Erfolg der dänischen Einzelhandelskette Søstrene Grene, die am 23. Juni – nur ein Jahr nach der Eröffnung ihres ersten Stores in Hamburg – bereits ihren sechsten Shop in der Hansestadt eröffnete. Deutschlandweit zählt das Unternehmen 14 Geschäfte, in denen vor allem Dekorationsartikel – von pastellfarbenen Vasen bis zu pfiffigen Sitzgelegenheiten – vertrieben werden. „In Hamburg haben wir einige unserer schönsten Läden, und ich gehe davon aus, dass die Filiale im Mercado Altona unsere Familie wunderbar ergänzen wird”, sagt CEO Mikkel Grene. Nicht nur im Einzelhandel sind Hamburg und Dänemark wichtige Partner.

„Ein natürlicher Anfangspunkt für die Expansion dänischer Unternehmen“

Etwa 800 Hamburger Unternehmen (Handelskammer Hamburg: Stand Juni 2016), darunter Jungheinrich, Kühne & Nagel und Beiersdorf, pflegen Geschäftsbeziehungen mit dem nordischen Königreich. Umgekehrt sind rund 250 dänische Unternehmen mit Niederlassungen in der Elbmetropole vertreten. Laut Hamburgischer Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH (HWF) sind an keinem anderen deutschen Standort so viele dänische Unternehmen präsent wie in der Hansestadt. Sandra Bækby-Hansen von der Deutsch-Dänischen Handelskammer: „Hamburg ist ein natürlicher Anfangspunkt für die Expansion dänischer Unternehmen in Deutschland.”

Logstor weitet Deutschlandgeschäft aus

Diesen Trend belegt das dänische Energieunternehmen Logstor. Der führende Anbieter von Rohrsystemen für Fernwärme eröffnete vor wenigen Monaten eine neue Westeuropa-Zentrale in Hamburg. Aus der Hansestadt heraus will der Rohre-Spezialist mit weltweit 1.200 Mitarbeitern im wachsenden deutschen Markt expandieren. „Wir haben beschlossen, gerade in Hamburg zu investieren, weil die Stadt eine starke grüne Agenda hat, in der wir gut mitspielen können“, sagt CEO Søren Eskildsen. Weitere Standorte in Deutschland könnten folgen. Die Büroräume an der der Großen Elbstraße mit Blick auf den Hamburger Hafen fand das Unternehmen mit Unterstützung der HWF.

Dänen zählen zu den wichtigsten Investoren in Hamburg

Die HWF sieht das große Potenzial dänischer Unternehmen für die Entwicklung der hiesigen Wirtschaft. Allein Bestseller, ein Textilhändler aus dem dänischen Brande, beschäftige über 1.500 Mitarbeiter bundesweit. Das Unternehmen vertreibt in über 500 Stores Bekleidung seiner Marken, darunter Jack&Jones, Vero Moda und Only. Auch der Kopenhagener Schmuckhersteller Pandora ist nach Zahlen der HWF mit rund 700 Mitarbeitern bundesweit ein wichtiger Arbeitgeber. Aus der Hansestadt steuert das Unternehmen die Märkte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und in den Niederlanden.

Branchenvielfalt: Carlsberg, Maersk & Coloplast

Nach Analysen der HWF bevorzugen auch dänische Firmen aus der Ernährungs- und Logistikbranche Hamburg als Standort. Ein Paradebeispiel ist die dänische Brauerei Carlsberg, die nicht nur ihre Marketing- und Vertriebsaktivitäten aus Hamburg lenkt, sondern auch hier produziert. Die dänische Maersk-Gruppe ist in Hamburg sowohl mit ihrer Schifffahrts- als auch ihrer Energiesparte vertreten. Mit der dänischen Seago Line und Ancotrans sind zwei weitere Nordlichter aus der Logistikbranche in Hamburg präsent. Die Windenergiesparte von Ramboll, Dong Energy und Total Wind in Hamburg sowie Vestas in Lübeck stehen für die Präsenz Erneuerbarer Energien aus Dänemark in der Region.

Auch Medizintechnik und Life Science vertreten

Ebenso sind Unternehmen aus dem Land der Wikinger, der Dichter und des Smørrebrøds im Bereich Medizintechnik und Life Science aktiv. Coloplast kam bereits in den 80er Jahren nach Hamburg. Rund 550 Mitarbeiter beschäftigt das Medizinprodukte-Unternehmen aus dem dänischen Humlebæk am hiesigen Standort. Und die Liste geht weiter: Das Pharmaunternehmen ALK-Abelló sitzt im Hamburger Stadtteil Ottensen, der Arzneimittelhersteller Lundbeck im Hamburger Hafen. Das Medizintechnik-Unternehmen Codan hat sich in Lensahn in Schleswig-Holstein niedergelassen.

Christoffer Eckersberg & Hans-Christian-Andersen in Hamburg

Sandra Bækby-Hansen von der Deutsch-Dänischen Handelskammer beschreibt die Beziehungen zwischen Hamburg und Dänemark als „eng und traditionsreich“. Tatsächlich verbindet die Regionen eine bewegte, gemeinsame Geschichte. Besonders spürbar ist diese im Hamburger Stadtteil Altona, der bis 1864 als eigenständige Stadt zum Dänischen Reich gehörte. Das dortige Stadtbild wurde durch den dänischen Architekten Christian Frederik Hansen geprägt. Das Christianeum, ein Gymnasium im benachbarten Othmarschen, ist nach dem dänischen König Christian VI. benannt. Dänische Kuchen und Törtchen gibt es zum Beispiel im gemütlichen – der Däne würde es als „hyggelig“ beschreiben – Café Mikkels in Ottensen.

Auch kulturell sind Dänen und Hamburger eng verbunden

Nach einer Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2015 leben rund 25.000 Angehörige der dänischen Minderheit in Hamburg. Im Raum Norddeutschland sind es demnach über 100.000. Der Deutsch-Dänische Verein mit Sitz in Hamburg fördert den Austausch der Kulturen. Ein wichtiger Treffpunkt für in Hamburg lebende Dänen ist die zwischen Michel und Landungsbrücken gelegene Dänische Seemannskirche. In der Weihnachtszeit locken die Nachbarn mit Spezialitäten auf einem authentischen dänischen Weihnachtsmarkt.

Erst in diesem Frühjahr war in der Hamburger Kunsthalle eine Ausstellung mit Werken des dänischen Malers Christoffer Eckersberg zu sehen. Hans-Christian Andersen ist im Stadtteil Osdorf gleich ein ganzer Park gewidmet. Eine steinerne Meerjungfrau nach Kopenhagener Vorbild und die Skulptur eines Kaisers, der entblößt aber stolz seine „neuen Kleider“ präsentiert, erinnern dort an die fantastischen Erzählungen des dänischen Dichters.
ca/oc/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.guj.de/presse
www.sostrenegrene.com
www.handelskammer.dk
www.deutschdaenischerverein.de

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