Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
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Hamburg: Hauptstadt der Familienunternehmen

Studie: 34 der Top-Familienunternehmen haben ihren Sitz in Hamburg - weit mehr als in anderen deutschen Metropolen

Die Hansestadt ist die Hauptstadt der Familienunternehmen. Das hat die Studie “Top-Familienunternehmen“ der Beratungsgesellschaft EY und des Businesskontaktdienstleisters Matchbird vom Juni 2016 ergeben. Untersucht wurden 678 Familienunternehmen mit Sitz in Deutschland und einem Jahresumsatz von mindestens 300 Millionen Euro. 34 dieser Top-Familienunternehmen haben ihren Sitz in Hamburg. Das seien gut doppelt so viele Unternehmen, wie Düsseldorf mit 16 Unternehmen auf Platz zwei verzeichnen kann, gefolgt von München mit 15 Unternehmen.

'Never bet the company’

„Familienunternehmen prägen die deutsche Wirtschaft – sie haben einen entscheidenden Anteil am wirtschaftlichen Erfolg und Wohlstand Deutschlands und der guten Arbeitsmarktlage“, erklärt Peter Englisch, Partner und Leiter Familienunternehmen bei EY. Der Experte betont den in Familienunternehmen weitverbreiteten Fokus auf Kontinuität, Nachhaltigkeit und langfristiger Planung. Das bestätigt auch Professor Peter Klein, Department Strategy & Leadership an der HSBA und auf die Erforschung von Familienunternehmen spezialisiert: „Es gibt einen unausgesprochenen Generationenvertrag, der besagt: Das Unternehmen ist von den Enkeln nur geliehen.“

So sei die Besonderheit von Familienunternehmen vor allem psychologischer Natur. „Anders als bei börsennotierten oder großen, international agierenden Unternehmen werden in Unternehmen, die in dritter oder vierter Generation von der Familie geführt werden, Entscheidungen auf Grundlage von Werten und Tradition gefällt, die allerdings oft auch einher gehen mit einer gewissen Risikoaversion. Ganz nach dem Motto: Never bet the company“.

13 Prozent der Top Familienunternehmen sind älter als 150 Jahre

Diese besondere Verfolgung längerfristiger Ziele scheint sich auszuzahlen. „Viele Familienunternehmen blicken auf eine beeindruckende Geschichte zurück – 13 Prozent der Top Familienunternehmen sind älter als 150 Jahre“, betont Peter Englisch. Zudem ergab die EY-Studie einen deutlichen Anstieg von Beschäftigung und Umsatz in 2014 (Bezugszeitraum für die Studie ist das Geschäftsjahr 2014 bzw. 2014/15): 73 Prozent der Unternehmen konnten ihren Umsatz steigern und 63 Prozent meldeten steigende Mitarbeiterzahlen. Nur 21 bzw. 23 Prozent verzeichneten Rückgänge bei Umsatz bzw. Beschäftigung.

Reform der Erbschaftsteuer

Eine gute Nachricht für die Familienunternehmen in Hamburg ist sicher auch das Konzept zur Reform der Erbschaftsteuer, auf den sich die Große Koalition im Rahmen eines Kompromisses geeinigt hat. Es will vor allem mittelständische Unternehmen schützen und den Erhalt von Arbeitsplätzen sichern. Demnach werden Firmenerben auch künftig weitgehend von der Erbschaftsteuer befreit, wenn sie das Unternehmen längere Zeit fortführen, Arbeitsplätze erhalten und nachweisen können, dass sie eine Besteuerung gegebenfalls nicht verkraften würden.
ys/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.de.ey.com
www.hsba.de

Bedeutung Familienunternehmen in Deutschland

Der Jahresumsatz Deutscher Top-Familienunternehmen summiert sich der Studie zufolge auf rund 1,48 Billionen Euro – was etwa dem kombinierten Bruttoinlandsprodukt von Spanien und Schweden entspricht. Die meisten Familienunternehmen gibt es in der Industrie, gefolgt von den Branchen Lebensmittel, Handel, Autoindustrie und Maschinenbau, wobei die Autoindustrie mit Abstand die meisten Mitarbeiter beschäftigt – 1.656.483 – sowie den meisten Umsatz generiert: 446.687 Milliarden Euro.

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