Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Deepak Kapoor, Leiter des europäischen Geschäftsstelle Gujarat Flurochemicals GmbH : © Gujarat Flurochemicals GmbH

Flurochemicals baut Hamburger Europazentrale aus

Rund 480 Hamburger Unternehmen pflegen enge Verbindungen mit Indien. Manager Deepak Kapoor steht für eine neue Generation smarter indischer Entrepreneure

Im Containerverkehr zählt der Subkontinent zu den Top 10 Handelspartnern. 40 indische Unternehmen sind in Hamburg vertreten. Gujarat Flurochemicals, einer der weltweit führenden Fluoropolymers-Hersteller aus Indien und Teil der INOX Unternehmensgruppe, baut seine Europazentrale in Hamburg gerade weiter aus.

Derzeit steuert die Gujarat Flurochemicals GmbH den Vertrieb für Europa inklusive Russland und der Türkei von Hamburg aus. Vom Standort ist Deepak Kapoor, Leiter der europäischen Geschäftsstelle, überzeugt. Er will in Kürze auch in Hamburg produzieren. „Wenn ich mich in meiner Branche dafür entscheide, nach Europa zu gehen, dann liegt es nahe, sich für Deutschland zu entscheiden. Deutschland ist führend in allen Schlüsseltechnologien, die für meine Branche wichtig sind – Automobil, Luftfahrt, Food und Pharmaindustrie. Deutschland bietet nicht nur ausgezeichnet ausgestattete Labore für Tests und Zertifizierungen, hier werden auch internationale Messen und technische Konferenzen von globalem Interesse veranstaltet. Das gibt uns enorme Möglichkeiten zum Lernen, aber auch zum Vernetzen. Hamburg der beste Standort für unsere europäischen Operationen“, sagt Firmenchef Deepak Kapoor im Gespräch mit den Hamburg News.

„Ich brauche einen Hafen, um Waren transportieren zu können, das ist für mich existenziell. Ein weiterer Grund: Ich habe hier einen großen lokalen Markt und eine ganz zentrale Position.“ Die Abwicklung im Hafen erlebe er als sehr unkomliziert. „Andere Häfen haben viel strengere Auflagen, sind komplizierter in der Abwicklung oder teurer.“

Auch weiche Standortfaktoren sind wichtig

Gujarat Flurochemicals gehört zur international tätigen Inox-Group of companies in Indien. Als das Unternehmen im Jahr 2013 in Hamburg startete, waren zahlreiche Überlegungen für die Standortwahl der ersten europäischen Niederlassung wichtig. Kapoor: „Vielleicht will ich auch meine Familie mitbringen; dann brauche ich ein gutes, lebenswertes Umfeld, gute Schulen, exzellente Hochschulen. Hamburg hat das alles“, fährt er fort. Zudem befindet sich das Generalkonsulat Indiens in Hamburg. Es bietet kulturelle und diplomatische Unterstützung für die in Hamburg lebende indische Gemeinde.

Auch das Umfeld stimmt

„And what about lifestyle? – auch hier punktet Hamburg. Ich habe hier viele kulturelle Möglichkeiten. Die Metropolregion ist ein sehr attraktives Umfeld.“ Vor allem den Austausch der indischen und europäischen Kultur schätzt Kapoor. Seine private Passion ist die indische Küche – und die will er möglichst authentisch in Hamburg kultivieren. Derzeit gibt er private Kochkurse in kleiner Runde. „Meine Mutter fragte mich, warum ich nicht gleich auf Youtube gehe, aber nein! Das Ganze muss man riechen, schmecken, erst dann kannst du mit den verschiedenen Zutaten experimentieren. Kein Gericht ist gleich.“

Aus der Küche in den Flieger – hier schätzt der Geschäftsmann die guten Verbindungen der Metropole. „Ich kann von hier aus direkt nach Skandinavien oder in die Schweiz fliegen. Außerdem sind in der Region viele für mich wichtige Unternehmen ansässig – wie Airbus oder Beiersdorf – da passt sehr vieles genau zu meinem Business: Elektronik, Konstruktion, Energien, Kosmetik – alles hier. In meinem Business benötige ich auch oft Expertise in rechtlichen Fragen – auch hier hat Hamburg ausgezeichnete Berater und Experten.“

Produktion in Hamburg geplant

Gujarat Fluorochemicals produziert und vertreibt Fluorpolymere und Kältemittel für High-End-Anwendungen vieler Alltagsprodukte. „Ob Pfannen, Flugzeuge, Autos, Schläuche oder vieles mehr. Wir produzieren Produkte für alle Lebensbereiche.” Derzeit arbeitet er mit einem Kernteam von 10 Mitarbeitern in Hamburg, zudem habe die Firma einen internationalen Beraterstab aufgebaut, die je nach Bedarf eingesetzt werden. Kapoor genießt sein Büro in der Hafencity mit Blick auf die Elbphilharmonie und die Lagerstätten. Lokale Steuerberatungs- und Rechtspartner unterstützen das Unternehmen, um die Anforderungen der indischen und deutschen Behörden zu erfüllen. “Wir werden unsere Basis in Hamburg weiter ausbauen und in diesem Jahr mehr Mitarbeiter einstellen. Wenn es die Geschäftssituation erlaubt, wird 2018 ein technisches Labor in Betrieb genommen.” 2016 lag der Umsatz des Unternehmens demnach bei 50 Millionen Euro im europäischen Markt. Bis 2019 peilt Kapoor einen Umsatz von 100 Millionen Euro in Europa an.

Wirtschaftliche Beziehungen

Rund 480 Hamburger Unternehmen haben enge Verbindungen nach Indien, darunter verfügen 109 Firmen über eine dortige Niederlassung, Auslandsvertretung oder Produktionsstätte (Stand: Juni 2016, Quelle: Handelskammer Hamburg). Dabei hält sich der Anteil von Ex- und Importgeschäften die Waage. Zu den zentralen Akteuren zählen Hapag lloyd Mumbai, Hamburg Süd, Biesterfeld International GmbH, Mumbai, Eppendorf India Ltd., Chennai, und Helm India Pvt. Ltd. Mumbai. Im Gegenzug haben sich über 40 indische Unternehmen mit Niederlassungen oder Repräsentanzen in Hamburg angesiedelt. Unter den größten Vertretern ist der indische Stahlmagnat Laxmi Mittal und der Windkraftanlagenhersteller Suzlon Energy. Hinzu kommen neben der Gujarat Fluorochemicals GmbH zahlreiche Bekleidungs- und Nahrungsmittelimporteure wie BOOM International Trading GmbH oder die Myra Products GmbH. Im Rahmen der indisch-deutschen Handelsbeziehungen unterstützt die Hamburg Repräsentanz Mumbai die Unternehmen dabei, die bilateralen Verbindungen aufzubauen und zu intensivieren.

Networking auf der India Week Hamburg

Im Herbst dürfte sowohl der Netzwerker als auch der Gourmet Deepak Kapoor voll auf seine Kosten kommen. Bei der India Week Hamburg (6. bis 12. November), der interkulturellen Eventwoche in Hamburg, geht es um Business, aber auch um Kultur, Kochen und Lebensart. Mit von der Partie sind auch in diesem Jahr zahlreiche Wirtschaftsakteure, die Beziehungen zwischen Hamburg und Indien pflegen und vertiefen.

Die Vernetzung sei in Hamburg ohnehin einer der großen Pluspunkte. „Networking in Hamburg ist leicht, es gibt eine gute internationale Gesellschaft. Ich war gerade auf einem startup-Event, ich könnte jede Woche eine interessante Veranstaltung besuchen. Gleichgesinnte findet man schnell, Geschäftsleute, die ähnliche Interessen haben, wie du selbst. Ein weiterer USP von Hamburg.“
llo/kk

Quelle und weitere Informationen:
indien.ahk.de/about-us

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