Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Eugen Block - © Sandra Platzer

Eugen Block: So funktioniert erfolgreiches Gründen

Eugen Block hat mit Biss und Leidenschaft ein Gastronomie-Imperium aufgebaut. In den Hamburg News lüftet er sein Erfolgsgeheimnis

Der Visionär zieht sich zurück. Tatsächlich gab es in dieser Richtung schon mehrere Anläufe, doch Eugen Block ist nun einmal überzeugt: „Ein Unternehmen ist nie vollendet. Warum soll ich aufhören, wenn ich noch Visionen, Trends und Entwicklungen sehe?“ Und so wirkt der 77-Jährige Mitte November 2017 anlässlich der Vorstellung seiner Biografie „Eugen Block. Gründer und Hanseat – sturmfest und erdverwachsen“ aus der Feder von Abendblatt Chefreporter Jens Meyer-Odewald noch immer nicht ganz bereit für den Ruhestand – und präsentiert prompt ein neues Projekt.

Zunächst hat er sein Erbe geregelt. Er überschreibt seinen drei Kindern je 30 Prozent des Aktien-Unternehmens. 10 Prozent des Unternehmensgewinns fließen in die neuzugründende Block-Stiftung, der Eugen Block zusammen mit Weihbischof em. Dr. Hans-Jochen Jaschke und PD Dr. med. Gerian Grönefeld vorsitzt. Die Ziele reichen von Förderung und Forschung gesunder Ernährungsbedingungen und artgerechter Tierzucht und -haltung bis zur Unterstützung von schulischer und beruflicher Bildung. „Ich möchte mit dieser Stiftung dazu beitragen, dass Menschen, die schwierigen und schlechteren Lebensbedingungen ausgesetzt sind, geholfen wird“, erklärt der zukünftige Stifter.

Sechs Millionen Gäste pro Jahr

Die zweite Block-Generation, Christina, Dirk und Philipp Block, übernimmt die Führung des Unternehmens über Aufsichtsratsposten. Im operativen Management werden sie nicht tätig sein. Das hält der gebürtige Niedersachse für die beste Lösung, um die Zukunft seiner in knapp 50 Jahren beachtlich gewachsenen Unternehmensgruppe zu sichern. Immerhin gehören zur Block Gruppe 69 Restaurants europaweit und 17 Unternehmen mit mehr als 2.400 Mitarbeitern. Angefangen hat alles 1968 mit dem ersten Block House in Hamburg-Winterhude – und mit einer Beinahe-Katastrophe. Der Koch erlitt einen Schwächeanfall und fiel aus. Kurzerhand übernahm Eugen Block selbst die Küche. Mit Erfolg. Der letzte zufriedene Gast verließ nachts um drei Uhr das Haus.

Mit seiner Idee, das Steak in seinen Block House-Restaurants in den Mittelpunkt zu stellen, war Eugen Block ein Pionier auf dem deutschen Markt und traf einen Nerv; die Block-Häuser bringen es bis heute auf eine durchschnittliche Auslastung von sechs Millionen Gästen pro Jahr. Auch mit dem 1973 eröffneten ersten Jim Block-Burger-Restaurant hatte der Gründer die Nase vorn. McDonald’s gab´s in Hamburg erst ab 1976.

Und die Unternehmensgruppe wuchs kontinuierlich weiter, Eugen Block ergänzte das Portfolio um die Block House Fleischerei, Block Services, Block Menü, Block Food und von 1987 bis 1997 gehörte dem umtriebigen Gründer sogar eine Fluggesellschaft. 2012 eröffnete er direkt an den Hamburger Landungsbrücken das Blockbräu, eine Gasthaus-Brauerei komplett mit eigenem Sudhaus in dem jährlich bis zu 450.000 Liter Bier gebraut werden.

Grand Elysée: Für die Hotelrecherche weit gereist

Dabei sollte der gelernte Hotel- und Gastronom eigentlich Priester werden – wenn es nach den Wünschen seiner Eltern gegangen wäre. Stattdessen fasste er schon mit 20 Jahren den Entschluss: Ich werde Hoteldirektor. 1985 machte er seinen Traum wahr und eröffnete das Grand Elysée. Um das vermutlich größte 5-Sterne-Privathotel in Deutschland ganz nach seinen Wünschen entstehen zu lassen, reiste der Gründer aus Leidenschaft durch Europa, USA und Asien, um sich zu informieren und inspirieren zu lassen. Sein Rekord lag bei 13 Hotel-Stippvisiten in zwei Tagen, stets mit Stift, Papierblock und Zollstock bewaffnet. Von Anfang an kümmerte sich Eugen Block um jedes Detail – von der Qualität und Muster des Teppichbodens über die Form der Türklinken bis zum passenden Salzstreuer-Modell. Und das gilt für jedes seiner Restaurants und Unternehmen. Liegt darin sein Erfolgsgeheimnis: Detaillierte Recherche, Chefsache bis ins Kleinste und ein Gespür für die Wünsche des Kunden?
ys/kk

Eugen Block: „Beharrlichkeit, Marktgespür und Empfinden für Machbarkeit.“

Im September wurde Eugen Block bei der Verleihung des Hamburger Gründerpreises für sein Lebenswerk geehrt – doch auch nach fast 50 Jahren als überaus erfolgreicher Unternehmer findet er: Eine Firma ist nie richtig fertig.

Hamburg News: Herr Block, worin liegt Ihr Erfolgsgeheimnis?

Eugen Block: Ich habe und hatte immer ein Ziel vor Augen, kenne den Markt, unser Produkt und die Wünsche des Gastes. Unser Erfolg beruht auch darauf, dass ich meine Firmengruppe auf so viele verschiedene Beine gestellt habe. Wenn einmal ein Unternehmen schwächelt, dann kann das ein anderes Unternehmen ausgleichen. Man muss ganzheitlich denken.

Hamburg News: Experten raten aus Gründen der Effizienz allgemein zur 80-zu-20-Regel. Sie sind offensichtlich mehr der 100%-Unternehmer, aber was raten Sie Gründern und Führungskräften?

Eugen Block: Um das Tagesgeschäft kümmere ich mich nicht mehr, wohl aber um die grundsätzliche Entwicklung. Wenn man ein florierendes Unternehmen von Null an mit Herzblut führt, dann gibt man die Verantwortung nicht einfach mal eben am Kleiderhaken ab. Für einen Unternehmer, der bei null begann, ist eine Firma nie richtig fertig, nie perfekt. Es ist immer viel zu tun. Bei allem was man tut, darf man sich aber nicht verzetteln. Es ist wichtig, auch Aufgaben abgeben und delegieren zu können.

Hamburg News: Sie haben außergewöhnliche Erfolge zu verzeichnen, mit einer Ausnahme: Hamburg Airlines. Die Fluggesellschaft mit Sitz in Hamburg musste 1997 nach rund 10 Jahren den Betrieb einstellen. Doch aus Fehlerschlägen lernt man, heißt es und gerade in unseren Startup-Zeiten wird eine stärkere „No-Fear-To-Fail-Mentalität“ gefordert – stimmen Sie dem zu?

Eugen Block: Mut gehört zur Selbstständigkeit dazu. Wer sich selbstständig macht, sollte den Markt und sein Produkt gründlich kennen und dann mit Selbstvertrauen mutig vorangehen. Das Risiko sollte aber kalkulierbar sein.

Hamburg News: „Ich bin Unternehmer, kein Abenteurer“, heißt es in Ihrer Biografie. Gibt es ein richtiges Maß an Risikobereitschaft? Mit Ihrem ersten Block House sind Sie ein großes Risiko eingegangen…

Eugen Block: Ja. Ich habe anfangs lange überlegt. Meine Frau Christa hat mich dann überzeugt. Ich hatte alles fertig in meinem Kopf: das Konzept, die Einrichtung und den Namen. Es fehlte letztendlich nur der Mut, das Risiko einzugehen.

Hamburg News: Ihr Mut hat sich ausgezahlt. Wie wichtig ist außerdem der Blick über den Tellerrand? Sie haben in der Schweiz, Frankreich, GB und in den USA gelernt und gearbeitet…

Eugen Block: Reisen bildet ja bekanntlich. Es ist gut, sich auch mal anzuschauen, wie machen es eigentlich andere? Ich reise heute noch viel und studiere den Markt in anderen Ländern. Menschlich gesehen, erlernt man ein höheres Toleranzempfinden.

Hamburg News: Wenn Sie je drei Eigenschaften nennen sollten, die Sie als Unternehmer auszeichnen, welche wären das?

Eugen Block: Beharrlichkeit, Marktgespür und Empfinden für Machbarkeit.

Hamburg News: Und wenn Sie sich eine Eigenschaft wünschen dürften, welche wäre das dann?

Eugen Block: Geduld fürs Zuhören.

Interview: Yvonne Scheller

Weitere Informationen unter:
www.block-gruppe.de

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