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Desy_Röntgenstrahl - © Saša Bajt/DESY

EU fördert Nanoforschungsprojekt bei Desy

Neben dem Hamburger Elektronen-Synchrotron sind 19 weitere Partner aus zehn europäischen Ländern beteiligt

Ein neues EU-Projekt mit Desy-Beteiligung soll die Nanoforschung in Europa weiter konzertieren. NFFA-Europe (NFFA steht für „Nanoscience Foundries and Fine Analysis“) wird die wichtigen europäischen Anlagen zur Erforschung von Nanomaterialien und die verschiedenen Nutzergruppen in der Nanoforschung und Nanotechnologie zukünftig noch besser vernetzen.

Zehn-Millionen-Euro-Projekt mit 19 Partnern

Die EU gab kürzlich grünes Licht für dieses Zehn-Millionen-Euro-Projekt, an dem außer Desy 19 weitere Partner aus zehn europäischen Ländern beteiligt sind. Das Ziel ist, die multidisziplinäre Forschung auf der Nanoskala zu stärken, von der Synthese von Nanomaterialien über Nanocharakterisierung bis zur Theorie und numerischer Simulation mit Hilfe von Hochleistungscomputern. So können beispielsweise mehr industrielle Produkte zur Marktreife geführt werden.

Boomender Forschungszweig

Die Nanotechnologie ist ein boomender Zweig der modernen Forschung. Das Besondere dabei ist, dass sich die Eigenschaften von Materialien dramatisch ändern, wenn sich ihre Ausdehnung in mindestens einer Richtung auf 10 Nanometer (zehnmilliardstel Meter) reduziert. Solche Nanomaterialien sind bereits vielfältig im Einsatz, wie etwa in Halbleiternanostrukturen, heterogenen Katalysatoren, Sonnencreme, selbstreinigenden Oberflächen, kratzfesten Autolacken oder motorschonenden Ölen. Vielversprechende künftige Anwendungen reichen von Nanodrähten für neue Datenspeicher bis zu Nanorobotern, die Medikamente gezielt zu Krebszellen im Körper befördern. Wichtig für eine industrielle Produktion und den Einsatz solcher Materialien sind aber die Gewährleistung von Qualität und Reproduzierbarkeit der funktionalen Stoffe.

Desy-Forscherin entwickelt neuartige Röntgenlinse mit Nanostruktur

Desy gehört zu den Vorreitern der Nanoforschung. Eine neuartige Röntgenlinse liefert schärfere und hellere Bilder aus dem Nanokosmos. Die Linse kann dank eines innovativen Konzepts besonders viel Röntgenstrahlung scharf bündeln und erreicht auf diesem Weg eine hohe räumliche Auflösung und eine hohe Lichtstärke. Die Entwickler unter Leitung von Desy-Forscherin Dr. Saša Bajt berichten über Entwurf, Produktion und erfolgreichen Test ihrer Linse im Fachblatt “Scientific Reports” (Nature Publishing Group). Die Linse besitzt eine spezielle Nanostruktur, für deren Herstellung die Wissenschaftler einen neuen Produktionsprozess mit atomgenauer Präzision entwickelt haben.

Das seit langem verfolgte Ziel, Röntgenstrahlung auf einen Nanometer zu fokussieren, scheint damit erreichbar. Röntgenmikroskope würde dann die Auflösung von Rasterelektronenmikroskopen erreichen, wobei sie nicht auf die Untersuchung von Oberflächen oder extrem dünnen Proben beschränkt sind. Desys neuartiges Linsenkonzept wird Forschern helfen, tiefer in den Nanokosmos zu spähen und bislang unerreichbare Details sichtbar zu machen, so die Desyforscherin.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.desy.de

Originalarbeit: High numerical aperture multilayer Laue lenses; Andrew J. Morgan, Mauro Prasciolu, Andrzej Andrejczuk, Jacek Krzywinski, Alke Meents, David Pennicard, Heinz Graafsma, Anton Barty, Richard J. Bean, Miriam Barthelmess, Dominik Oberthuer, Oleksandr Yefanov, Andrew Aquila, Henry N. Chapman, and Saša Bajt; „Scientific Reports“, 2015; DOI: 10.1038/srep09892

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