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FLASH_Desy - © Lars Berg/DESY

DESY eröffnet neue Forschungsmöglichkeiten am Röntgenlaser FLASH

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und der schwedische Wissenschaftsstaatssekretär Anders Lönn haben die beiden FLASH-Experimentierhallen eingeweiht

DESY eröffnet an seinem Röntgenlaser FLASH neue Einblicke in den Nanokosmos: Eine aufwendige Erweiterung und Fortentwicklung der Anlage bietet künftig ganz neue Experimentiermöglichkeiten und erschließt der internationalen Forschergemeinschaft zukunftsweisende Technologien.

In einem symbolischen Akt haben Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz und der schwedische Wissenschaftsstaatssekretär Anders Lönn am Mittwoch, 20. Mai, die beiden FLASH-Experimentierhallen nach den Physikpionieren und Nobelpreisträgern Albert Einstein und Kai Siegbahn benannt. „Die technologische Weiterentwicklung unseres erfolgreichen Röntgenlasers FLASH wird künftig den Forschern aus dem In- und Ausland noch präzisere Einblicke in den Nanokosmos ermöglichen“, sagte der Vorsitzende des DESY-Direktoriums, Prof. Helmut Dosch.

Einblicke in den Nanokosmos

In Zukunft werden Wissenschaftler an bis zu zwölf Experimentierplätzen mit FLASH in den Nanokosmos spähen können, um etwa chemische Reaktionen zu filmen, die Dynamik neuartiger Datenspeicher zu untersuchen oder Biomoleküle bei der Arbeit zu beobachten. Damit verdoppelt sich die Forschungskapazität des Röntgenlasers. „Der doppelte FLASH ist ein weiteres Element, um den DESY-Campus Bahrenfeld gemeinsam zu einem der weltweit führenden Standorte im Bereich der Strukturforschung auszubauen“, betonte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz.

Kai Siegbahn und Albert Einstein als Namenspaten

„Wir fühlen uns sehr geehrt, dass Sie den schwedischen Forscher Kai Siegbahn als Namenspaten für eine der Experimentierhallen gewählt haben“, sagte Lönn. Die schwedisch-deutsche Kooperation im Rahmen des Röntgen-Ångström-Clusters bringe nicht nur weltweit führende Wissenschaft zusammen. Die hochrangige Forschungsinfrastruktur in der Region sei auch von großer Attraktivität für die Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen.

„Die FLASH-Erweiterung ermöglicht ganz neue Experimente und erschließt damit wissenschaftliches Neuland“, unterstrich Beatrix Vierkorn-Rudolph, Vertreterin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. „Das eröffnet auch neue Kooperationsmöglichkeiten mit der Industrie.“

Neue Laserstrecke erlaubt Änderungen der Wellenlänge im Betrieb

FLASH liefert extrem kurze und helle Röntgenblitze, mit denen sich die ultraschnellen Prozesse in der Welt der Moleküle und Atome beobachten lassen. Jährlich können bislang rund 200 Forscher aus aller Welt die Anlage nutzen, das entspricht jedoch nur einem kleinen Teil der eingereichten Forschungsanträge. In den vergangenen drei Jahren hat DESY daher die bestehende Anlage für 33 Millionen Euro um eine zweite Laserstrecke und eine zweite Experimentierhalle ergänzt. Mit der Erweiterung baut DESY aber nicht nur die Zahl der Messplätze aus. Auch die Qualität des Röntgenlichts steigt dank technologischer Fortentwicklungen. Die Anlage wird zudem flexibler. So wird sich bei der neuen Laserstrecke im laufenden Betrieb die Wellenlänge des erzeugten Lichts ändern lassen, was bei der bestehenden Laserstrecke bislang nicht möglich ist.

Neben FLASH betreibt DESY die Röntgenquelle PETRA III, die von einem Ringbeschleuniger gespeist wird. PETRA III ist die weltweit brillanteste Röntgenquelle ihrer Art.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.desy.de

Hintergrund

Der Freie-Elektronen-Laser in Hamburg (FLASH) erzeugt ultrakurze Pulse scharf gebündelter Röntgenstrahlung mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers. In dem Beschleuniger werden frei fliegende Elektronen fast auf Lichtgeschwindigkeit gebracht. Anschließend fliegen die schnellen Elementarteilchen durch einen mit Magneten abgesteckten Slalomkurs, die sogenannte Undulatorstrecke. In jeder Kurve geben die Elektronen energiereiche Röntgenblitze ab. Diese Blitze überlagern und verstärken sich zu einem laserartigen Puls im Bereich der sogenannten weichen Röntgenstrahlung, die sich an den Bereich der UV-Strahlung anschließt.

FLASH ist eine Pionieranlage: Er war 2005 weltweit der erste Freie-Elektronen-Laser für Röntgenstrahlung. Inzwischen sind rund um den Globus weitere Maschinen dieser Art im Bau oder in Betrieb. Unter anderem wird mit der bei FLASH entwickelten Technik derzeit der Europäische Röntgenlaser European XFEL gebaut, der vom Hamburger DESY-Gelände unterirdisch bis ins benachbarte Schenefeld in Schleswig-Holstein verläuft und 2017 in Betrieb gehen soll. Auch mit der jetzt in Betrieb genommenen FLASH-Erweiterung haben die DESY-Entwickler Neuland betreten: Die Anlage ist der erste Freie-Elektronen-Laser weltweit mit zwei Laserstrecken.
(Quelle: DESY)

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