Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
© HK Hamburg – Roland Magunia / Krafft Angerer

China-Gipfel endet mit einem Appell Steinmeiers

Wirtschaftskonferenz mit Außenminister Steinmeier und Vizepremierministerin Liu Yandong in Hamburg: Europa und China bleiben starke Partner

Mit einem „Closing Lunch“ und Keynotes der chinesischen Vizepremierministerin Liu Yandong und des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier ging am Donnerstag die wichtigste europäisch – chinesische Wirtschaftskonferenz „Hamburg Summit – China meets Europe“ in Hamburg zu Ende. 550 Teilnehmer, darunter 110 Chinesische Delegierte, diskutierten auf der von der Handelskammer Hamburg ausgerichteten Veranstaltung zwei Tage über Themen wie den ökonomischen Wandel in China, EU-China Kooperationen bei Investitionen oder die Konsequenzen für die europäisch-deutschen Beziehungen durch den Brexit.

Die Hamburger Konferenz war auch die erste Begegnung hochrangiger Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Partner nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. In den Gesprächen wurde zudem Hamburgs Rolle als Knotenpunkt der neuen Seidenstraße und Chinas Tor nach Europa deutlich.

Steinmeier: Zusammenarbeit ausbauen

Die Ehrengäste des „Hamburg Summit: China meets Europe“, Chinas Vizepremierministerin Liu Yandong, der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der der Vizepräsident der Europäischen Kommission Jyrki Katainen betonten die weiterhin starke Partnerschaft zwischen Europa und China. Liu Yandong erklärte, das China ebenso wie Europa durch einen tiefgreifen Wandlungsprozess gehe. „Wir sind wie Brüder“, sagte sie in ihrer Keynote. Die Kooperation zwischen China und Europa habe eine wunderbare Zukunft: “Gegenseitige Verlässlichkeit und Vernetzung, gegenseitiger Nutzen und Ergänzung sind der Schlüssel für die Kooperation.“

Steinmeier ergänzte: „Wenn wir erkennen, dass es in der internationalen Politik und Wirtschaft immer wieder zu unerwarteten Schocks von innen und außen kommt, dann müssen wir durch gemeinsame Regeln das größtmögliche Maß an Verlässlichkeit herstellen“. Verlässlichkeit sei in den Beziehungen zu China ein starker Stützpfeiler. Die Zusammenarbeit sollte sich über Politik und Wirtschaft hinaus auf Bildung, Wissenschaft, Schulwesen und Sport ausdehnen.

Konferenzen wie der Hamburg Summit würden in China begrüßt: „Der von der Handelskammer Hamburg und CFIE gemeinsam organisierte Hamburg Summit fokussiert seit 2004 die Entwicklung Chinas und den Austausch zwischen China und Europa. Er ist eine sehr wichtige Plattform für chinesische und europäische Führungskräfte und Unternehmer“ fasst die chinesische Vizepremierministerin die Bedeutung der Hamburger Konferenz zusammen.

Hamburg Summit für engere Beziehungen

Schon während der Veranstaltung machten sich die Vertreter Europas und Chinas für den weiteren Ausbau der engen Beziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsräumen stark. So sieht der Vorstandsvorsitzende der First Eastern Investment Group in Hongkong, Victor L.L. Chu, Europa und China am Anfang einer „Goldenen Ära“, weil sich die USA mehr auf ihre inneren Angelegenheiten konzentrieren werde und damit Räume im globalen Handel frei mache. „Um diesen Schwung aufrechtzuerhalten, müssen wir den kulturellen, bildungsbezogenen und sozialen Austausch der jüngeren Generationen genauso fördern wie die Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen“, so Chu weiter.

Chinas wichtigster europäischer Partner

Bundeskanzler a. D. und Honorary Chairman des Summits Gerhard Schröder hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung der deutsch-chinesischen Beziehungen hervor: “In den letzten vier Jahrzehnten haben China und Deutschland eine erfolgreiche Partnerschaft aufgebaut”, so Schröder. Deutschland sei weiterhin Chinas wichtigster Partner in Europa und Deutschland habe sich in den letzten Jahrzehnten für die politische Kooperation mit der Volksrepublik entschieden. “Kooperation und nicht Konfrontation sollte die Beziehungen zwischen Ländern prägen – auch wenn sich die politischen und ökonomischen Systeme unterscheiden”, betonte Schröder. In der heutigen Welt könne kein Land alle Herausforderungen allein meistern. Aus diesem Grund müsse die strategische Partnerschaft mit China in allen Bereichen ausgebaut werden – in Politik und Kultur genauso wie in der Wirtschaft und Gesellschaft.

Hamburg ist Chinas Tor nach Europa

Der Hamburger Handelskammer Präses Fritz Horst Melsheimer hob beim „Closing Lunch“ des China-Gipfels vor 400 Gästen zudem Hamburgs große Bedeutung als Teil der „neuen Seidenstraße“ hervor. „Es gibt keinen besseren End- und Knotenpunkt der land- und seeseitigen Seidenstraßen-Route als Hamburg, Chinas Tor nach Europa.“ Gegenseitige Investitionen seien ein wichtiger Weg hin zu einer engeren Zusammenarbeit. „Ich glaube, es ist bei der Konferenz sehr deutlich geworden, dass sich Hamburg als Speerspitze der sino-europäischen Beziehungen für chinesische Investitionen in Europa sehr stark macht.“ Der Wandel der chinesischen Wirtschaft zu mehr Innovation und Nachhaltigkeit sei nicht automatisch eine Bedrohung. Stattdessen eröffne dieser Übergang neue Möglichkeiten für Investitionen und Marktzugänge auf beiden Seiten – vorausgesetzt, es gebe ein klares Verständnis über die Bedingungen für diese engere Zusammenarbeit.

„Hamburg Summit“ – Plattform für China und Europa

Der von der Handelskammer Hamburg initiierte „Hamburg Summit“ ist die wichtigste europäisch-chinesische Wirtschaftskonferenz. Ziel der Konferenz“ ist es, eine Plattform für den fairen Austausch zwischen China und Europa zu bieten und so die chinesisch-europäischen Beziehungen zu fördern. Gleichzeitig bietet der „Hamburg Summit“ Unternehmern beider Regionen die Möglichkeit, sich aus erster Hand über die aktuellen Entwicklungen zu informieren und ihr Netzwerk zu erweitern. Als hochrangig besetzte Plattform für den offenen Dialog zwischen Europa und China dient sie der Verbesserung der Wirtschaftsbeziehungen und des gegenseitigen Verständnisses. Teilnehmer sind führende Unternehmensvertreter, Politiker und Wissenschaftler aus China, Europa und anderen Teilen der Welt.

Hamburg als Veranstaltungsort internationaler Wirtschaftskonferenzen

Hamburg ist in diesem und im kommenden Jahr Gastgeber für zwei weitere hochkarätige politische Ereignisse: die OSZE-Tagung und der G20-Gipfel. Bereits am 8. und 9. Dezember tagt der Ministerrat der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) in Hamburg. 57 Außenminister sind eingeladen. Das Auswärtige Amt geht von einer großen Teilnehmerzahl aus, wie auch bei den vergangenen OSZE-Ministerräten. Zumal kurz vor dem Hamburger Termin ein Treffen der NATO-Außenminister am 6. und 7. Dezember in Brüssel stattfindet – von dort aus ist der Weg nach Hamburg nicht mehr weit.

Dem Treffen der Außenminister folgt am 7. und 8. Juli 2017 ein Treffen der Staatschefs zum G20-Gipfel. Die Gruppe der Zwanzig (G20) stellt die Versammlung der größten Industrie- und Schwellenländer dar. Den Vorsitz hat turnusgemäß 2017 die Bundesrepublik Deutschland, auf Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel findet das Gipfeltreffen in Hamburg statt.
mb/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg-summit.com
www.twitter.com/HamburgSummit
www.hamburg-marketing.de

Hamburg – Chinas Handelszentrum in Europa

Hamburg ist für China das Tor zu Europa. Mehr als die Hälfte des deutschen Außenhandels mit der Volksrepublik China wird heute über den Hamburger Hafen abgewickelt. Der Containerumschlag mit China lag 2015 bei rund 2,5 Millionen Containereinheiten (TEU). Das ist etwa ein Drittel des Gesamtumschlags in Hamburg, was China zum wichtigsten Außenhandelspartner des Hamburger Hafens macht. Über 550 chinesische Unternehmen unterhalten Niederlassungen in der Hansestadt. Damit ist die Präsenz chinesischer Firmen in Hamburg bedeutender als in jeder anderen europäischen Stadt. Zudem treiben über 700 Hamburger Unternehmen Handel mit China und steuern von hier aus ihre China-Im- und -Exporte für ganz Europa.

Mit den Veranstaltungen CHINA TIME und dem Hamburg Summit im November finden die zwei größten China-bezogenen Events in Hamburg statt. Zudem feiert Hamburg 2016 die 30-jährige Städtepartnerschaft mit Shanghai und pflegt intensive Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft mit dem chinesischen Handelszentrum.

Besuch in der Elbphilharmonie

Die chinesische Vizepremierministerin Liu Yandong stattete auch der Elbphilharmonie einen Besuch ab. Kulturstaatsrat Carsten Brosda und Elbphilharmonie Generalintendant Christoph Lieben-Seutter führten sie durch Hamburgs neues Wahrzeichen. Liu Yandong zeigte sich beeindruckt: “Zuerst der herrliche Ausblick von der Aussichtsplattform auf die ganze Stadt und den Hafen und dann dieses überwältigende Gefühl beim Betreten des Großen Saals”, sagte sie. “Ich konnte gar nicht genug Fotos machen von dieser fantastischen Architektur, die bis ins kleinste Detail geht.”

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.