Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
Dr. Rolf Strittmatter und Arne Weber - © Gronwald Beck DoubleVision GbR2

Querdenker Arne Weber: Häuser aus dem Drucker bald Realität

Das wäre zumindest ein schöner Anfang meint der Chef von HC Hagemann im Gespräch mit Hamburg-Invest-Geschäftsführer Dr. Rolf Strittmatter

Die Welt ist nicht genug, könnte man meinen, wenn HC Hagemann-Chef Arne Weber im Gespräch so richtig auf Touren kommt. Von einem Haus auf dem Mond ist da die Rede – und aus dem Mund des leidenschaftlichen Bauunternehmers klingt selbst diese Vision plötzlich seltsam real. Denn Arne Weber ist ein Querdenker, ein Visionär und Möglichmacher. Wer es nicht glaubt, der werfe einen Blick auf sein futuristisches Lighthouse in der Hamburger Hafencity.

Um Webers aktuelles Projekt, den Hamburg Innovation Port, um Leuchttürme und Mondhäuser, mögliche und unmögliche Erfindungen und die Zukunft Hamburgs ging es auch im Gespräch der Hamburg News mit Arne Weber und Dr. Rolf Strittmatter, Geschäftsführer der Hamburg Invest, ehemals HWF Hamburgische Wirtschaftsförderung mbH.

Hamburg News: Lieber Herr Weber, Wie ist der derzeitige Stand des neuen Forschungs- und Technologiezentrums Hamburg Innovation Port (HIP). Sind Sie im Zeitplan?

Arne Weber: Leider nicht ganz. Eigentlich war für Oktober der erste Spatenstich geplant. Das mussten wir aber wegen des andauernden Genehmigungsverfahrens noch etwas schieben. Allerdings: die Nachfrage ist jetzt bereits riesig. Von mir aus könnten wir sofort loslegen.

Hamburg News: Lieber Herr Strittmatter, drei Innovationsparks sind geplant, das ZAL gibt es schon, dann kommt noch der HIP hinzu, gerade wurde der weltgrößte Röntgenlaser XFEL eröffnet, Hamburg wurde deutsche Gründerhauptstadt. Die Hansestadt hat bereits viel aufzubieten, dennoch wird Hamburg bisher nicht in diesem Maße als die Innovationsmetropole wahrgenommen. Warum eigentlich nicht?

Rolf Strittmatter: Das liegt auch an der Wahrnehmung Hamburgs als traditionelle Industrie- und Hafenstadt. Andererseits können wir auch genau daran anknüpfen, denn es ist unsere Basis für Innovationen – Zukunft baut auf Tradition. Hinzu kommt die Vernetzung, die in Hamburg als Handels- und Kaufmannsstadt ebenfalls Tradition hat und die für Innovation so existenziell wichtig ist.

Hamburg News: Und das bedeutet?

Rolf Strittmatter: Das heißt, wir müssen das Image schärfen und mit starken Bildern arbeiten. Das wird kein reines Hochschulmarketing, auch kein Industriemarketing, sondern findet an den Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft statt. Hamburg hat als „Freihafen für Innovationen“ ganz viele Geschichten zu erzählen.

Arne Weber: Innovationen finden derzeit in allen Bereichen statt. Müssen sie auch. Wenn ich mich nicht weiterentwickle, kann ich meinen Laden dicht machen. Das gilt für den Bauunternehmer genauso wie für den Currywurstbuden-Besitzer. Wenn ich so nach China blicke, muss ich sagen, da geht was. Wir können hier auch sehr viel bewegen, aber wir müssen schneller werden. Über F&I-Parks haben wir bereits vor 7 Jahren gesprochen. Nun werden sie endlich Realität.

Arne Weber & Dr. Rolf Strittmater, in Hamburg 2017

Rolf Strittmatter: Da sind wir in der Tat ein gutes Stück vorangekommen. Die Entwicklung, Vermarktung und den Betrieb von Hamburgs F & I Parks wird Hamburg Invest übernehmen und vorantreiben. Trotzdem noch einmal etwas Grundsätzliches: Innovationen finden auf verschiedenen Ebenen statt. Wir brauchen diese Orte, an denen Innovationen stattfinden können. Wir brauchen aber auch die Menschen, die wie Sie, Herr Weber, mutig vorangehen, wir brauchen städtische Unterstützung, wir brauchen aber auch Transfer und Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, damit Ideen zu Produkten und Dienstleistungen werden. Denn Ideen allein reichen nicht. Und genau hier liegt Hamburgs Stärke. Manche sagen, wer Ideen hat, geht nach Berlin, wer ein Geschäftsmodell hat, geht nach Hamburg. Da ist was dran. Ich sage immer: Babynahrung gibt es in Berlin, feste Nahrung in Hamburg.

Arne Weber: Jeder muss sich etwas einfallen lassen. Jeder in seinem Bereich. Dabei kommt es auch darauf an, wie inspiriert man ist. Das ist im Hochschul-Umfeld sicher stärker als auf dem Land.

Hamburg News: An Inspiration scheint es Ihnen ja nicht zu fehlen; Sie haben das innovative Lighthouse gebaut, der Channel Hamburg ist ein Leuchtturm-Projekt für ganz Hamburg – Sie könnten sich eigentlich auf Ihren Erfolgen ausruhen. Nun starten Sie mit dem HIP noch einmal voll durch. Was treibt Sie an?

Arne Weber: Ich brauche immer neue Herausforderungen. Sonst wird mir langweilig. So ist auch das Lighthouse entstanden. Ich hatte mal einen Leuchtturm in der deutschen Bucht. Da stand ich oben am Geländer und habe gedacht: Warum wohnen die Menschen eigentlich auf der Erde? Als ich meinen Mitarbeitern gesagt habe, wir bauen ein Lighthouse, dachten sie, ich scherze. Einige haben sich geweigert.

Hamburg News: Wenn sie nicht gerade Leuchtturmhäuser bauen oder Innovationsparks, was würden Sie denn sonst noch gern bauen?

Arne Weber: Hm…schön wäre es schon, wenn wir ein Haus auf dem Mond bauen könnten. Da arbeiten aber auch schon andere dran. Aber ein Einfamilienhaus aus dem 3D-Drucker – das sollten wir hinbekommen.

Hamburg News: Wie das?

Arne Weber: Wir werden vermutlich ein Unternehmen dafür gründen. Es gibt bereits interessierte Partner, die da mitmachen wollen. Außerdem würde ich gern ein Hotel bauen, eins, das es bisher noch nicht gibt. Es ist komplett digitalisiert und auf das reduziert, was ein Businessreisender wirklich braucht. Davon ausgehend, dass er 90 Prozent der Hotel-Leistung gar nicht nutzt.

Hamburg News: Das klingt wahnsinnig spannend, wir werden das auf jeden Fall weiter verfolgen. Lieber Herr Weber, lieber Herr Dr. Strittmatter, vielen Dank für das inspirierende Gespräch.
kk

Interview: Karolin Köcher

Hamburg Innovation Port

Aktuell sind in der Hansestadt drei F&I-Parks zu den Schwerpunkten Life Sciences, Lasertechnologie und Green Technologies geplant. Ein vierter F&I-Park im Umfeld der Luftfahrtindustrie (ZAL) besteht bereits. Auf dem Gelände von HC Hagemann im Harburger Binnenhafen sollen demnächst die ersten Arbeiten zum Projekt Hamburg Innovation Port (HIP) starten, einem neuen Forschungs- und Technologiezentrum. 2018 sollen zunächst bis zu 8000 Quadratmeter Büro- und Forschungsfläche für Unternehmen, Gründer wie auch für den Erweiterungsbedarf der Technischen Universität Hamburg zur Verfügung stehen. Insgesamt soll der HIP eines Tages auf einer Fläche von 70 000 Quadratmetern Raum für mehr als 3000 Arbeitsplätze bieten.

Hamburg Invest

Vor über 30 Jahren wurde die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH gegründet. In den letzten zwei Jahren wurde sie zur One stop Agency für Investitionen ausgebaut. Sie firmiert ab sofort unter der Dachmarke „Hamburg Invest“ und wird die gesamte Vermarktung städtischer Gewerbe- und Industrieflächen sowie die Entwicklung, Vermarktung und den Betrieb von Hamburgs F & I Parks übernehmen. Darüber hinaus wird bei Hamburg Invest eine zentrale Anlaufstelle für wissensbasierte Startups eingerichtet werden.

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