Hamburg News / Handel & Finanzen: Der Hamburger Innenstadtbereich ist. u.a. durch vielfältigtste Shoppingmöglichkeiten geprägt. Zudem haben sich z.Bsp. auch Banken, Handelsunternehmen und die Hamburger Börse in dem Kernbereich der Stadt angesiedelt.
© Hamburg Marketing GmbH

Hamburger Wirtschaftsförderer ziehen positive Bilanz

2015 hat die HWF 106 Unternehmen in Hamburg angesiedelt. 2016 wandelt sich die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft zur One Stop Agency

Die Hamburger Wirtschaft blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück und sieht mit vorsichtigem Optimismus auf das Jahr 2016. Das sind die Ergebnisse der Konjunkturbefragung der Handelskammer Hamburg. Sie spiegeln sich auch im Ergebnis der HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH im Jahr 2015 wider.

Arbeitsplätze neu geschaffen oder abgesichert

7.399 (2014: 4.334) neue und gesicherte Arbeitsplätze sind die Bilanz der HWF. 106 (2014: 99) Firmen aus dem In- und Ausland sind neu angesiedelt worden oder wurden bei ihrer Expansion unterstützt. Die von der HWF betreuten Unternehmen schufen 1.514 (2014: 852) neue Arbeitsplätze. Abgesichert wurden 5.885 (2014: 3.482) bestehende Arbeitsplätze. Hiermit waren Investitionen in Höhe von insgesamt 333,18 Millionen Euro (2014: 179,20) verbunden. 121 (2014: 75) Unternehmen wurden darüber hinaus bei Ansiedlungs- und Expansionsprojekten beraten. Zwei Unternehmen konnten Standorte in der Metropolregion Hamburg vermittelt werden.

Dr. Rolf Strittmatter, Geschäftsführer der HWF, zeigt sich über das Ergebnis erfreut: „Wir haben in fast allen Bereichen zulegen können, insbesondere bei den zusätzlichen Arbeitsplätzen. Einmal mehr gilt, dass die Hansestadt das wirtschaftliche Zentrum Nordeuropas ist.“ Für das Jahr 2016 hat der Senat angekündigt, den 2015 eingeleiteten Ausbau zur One-Stop-Agency für Investitionen zu forcieren.

One Stop Agency für Investitionen

Hamburg ist eine Stadt voller Stärken und Chancen. Die Metropolregion mit ihren über fünf Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zählt zu den wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Die industriellen Kerne und der Hafen in der Stadt schaffen ebenso ein vielfältiges Bildungs- und Wissenschaftssystem wie die Grundlage für Arbeit und Wohlstand. Hightech- und Kreativ-Branchen weisen den Weg in die zukünftige Entwicklung. Ein wichtiger Baustein, diese Entwicklung fortzusetzen und mit einer Vision für die Zukunft zu versehen, ist die Wirtschaftsförderung in Hamburg.

Wirtschaftssenator Frank Horch: „Die HWF muss ein Angebot machen, das man nicht ablehnen kann. Sie muss Ansprechpartner, Ideengeber, Dienstleister und auch Sorgentelefon sein für Unternehmen, die schon am Standort sind und sich vielleicht entwickeln wollen oder auch für Unternehmen, die neu nach Hamburg kommen wollen. Wir sind dabei die HWF jetzt genauso aufzustellen, als One-Stop-Agency, die schnell, effizient und zum Wohle des Standortes handeln kann. Die ersten Erfolge lassen sich bereits aus der Bilanz 2015 ableiten.“

Wachstumschancen für Firmen im Hamburger Osten

Das Jahrespressegespräch der HWF fand im Projektbüro der HWF im Industriegebiet Billbrook/Rothenburgsort statt. Im Rahmen der Entwicklung des Hamburger Osten stellt das Industriegebiet Billbrook/Rothenburgsort einen wichtigen Teilbereich in den Planungen des Senats dar. Daher wurden im Frühjahr 2015 die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH sowie die IBA Hamburg GmbH durch die Behörde für Wirtschaft Verkehr und Innovation (BWVI) mit der Erstellung eines Handlungskonzepts zur Modernisierung und Revitalisierung des Industriegebietes Billbrook/Rothenburgsort beauftragt. Ziel ist es, das Potenzial des Industriestandortes besser zu nutzen, um neue, zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Stadt zu schaffen. Neben der Bestandssicherung existierender Unternehmen soll dazu die Neuansiedlung wertschöpfungsstarker Industrieunternehmen beitragen. (www.industriestandort-billbrook.de).

300 neue Unternehmen aus 49 Ländern

Die HWF betreute 2015 62 (61) Ansiedlungen aus 23 (20) Nationen. Rechnet man die dabei entstandenen 309 Arbeitsplätze auf einzelne Ansiedlungen um, ergibt das einen Durchschnitt von 4.98. Insgesamt wurden 2015 mehr als 300 international investierte Unternehmen aus 49 Ländern in Hamburg gegründet. Zumeist waren es Handelsunternehmen oder Gründungen im Kontext von Finanzinvestitionen insbesondere im Immobilienbereich. Sie schufen im ersten Schritt 1,54 Arbeitsplätze pro Unternehmen. Die HWF konzentriert sich dagegen bei der Ansiedlung auf Unternehmen, die in Hamburg unmittelbar operativ tätig werden und Arbeitsplätze schaffen.

Chinageschäft stabil

Auffällig ist der Rückgang von HWF Projekten aus China von 20 auf 12. Das ist darauf zurückzuführen, dass 2015 viele chinesische Unternehmen zwar die Beratungsleistung der HWF in Anspruch nahmen, aber z. B. für die Visabeantragung spezialisierte Rechtsanwälte einschalteten. Insgesamt kamen 2015 43 Unternehmen aus China und Hongkong nach Hamburg. Diese Ansiedlungen gehen letztlich auch auf Marketingaktivitäten der HWF zurück. Trotz Russlandkrise konnte die Zahl der Ansiedlungen vorerst gehalten werden.

Schwerpunktbranchen der HWF-Projekte waren Logistik (18), Maritime Wirtschaft (11) und MITT (9). Mehr als die Hälfte (63) der 106 Projekte waren aber ohne Clusterzuordnung. Vielfach handelte es sich um Handelsunternehmen.

Ausblick 2016

Die HWF blickt positiv in das neue Jahr und ist überzeugt, insbesondere im Bereich expandierender Unternehmen in Hamburg, das hohe Niveau des Jahres 2015 zu erreichen bzw. zu übertreffen. Dabei besteht die Hauptaufgabe nicht darin, Nachfrage zu generieren, sondern den Raum für Expansionen zu schaffen. Angesichts der aktuellen Flächenkonkurrenz zwischen Gewerbe, öffentlicher Unterbringung und Wohnen ist das eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die nur gemeinsam mit Senat und Bezirken gelöst werden kann. Die HWF ist dabei, Vorschläge zu entwickeln, wie das Senatsziel, die Entwicklung und Vergabe von städtischen Gewerbeflächen im Rahmen der Wirtschaftsförderung zu optimieren, umgesetzt werden kann.

Flexibel auf dem internationalen Parkett

Was internationale Ansiedlungen angeht, wird die HWF hinsichtlich der Quellmärkte flexibel auf sich verändernde Marktbedingungen reagieren. Die politischen Rahmenbedingungen, ausgelöst durch die regionalen Konflikte im Nahen Osten genauso wie der Rückgang der industriellen Produktion in China, lassen befürchten, dass die Weltkonjunktur Schaden nimmt. Deshalb wird die HWF 2016 beispielsweise gezielt Unternehmen mit Deutschlandzentrale in Hamburg und Europazentrale außerhalb Deutschlands ansprechen und für eine Verlagerung der europäischen Zentralfunktion nach Hamburg werben.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.hwf-hamburg.de

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.