Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff
Viermaster Peking - © Peter Kaufner / Cinedesign

Viermastbark PEKING kehrt zurück nach Hamburg

Das historische Transportschiff wird von New York mit einem Dockschiff nach Hamburg gebracht

„Dieses Schiff gehört nach Hamburg“, davon ist Joachim Kaiser, Vorstandsmitglied der Stiftung Hamburg Maritim und Sachverständiger für historische Schiffe, seit langem überzeugt. Nachdem der Bund die Finanzierung für das neue Deutsche Hafenmuseum in Hamburg im letzten Jahr bewilligte, steht nun einer Rückführung der PEKING in ihren ursprünglichen Heimathafen nichts mehr im Wege. Denn in den vom Bund bewilligten 120 Millionen Euro sind 26 Millionen für die Rückführung und Restaurierung der PEKING vorgesehen. Das „Dockschiff Combi Dock III“ transportiert die ziemlich marode PEKING nun über den Atlantik von New York zurück in ihren Heimathafen Hamburg. Am 31. Juli wird die Peking am Brunsbüttel-Elbehafen erwartet. Direkt im Anschluss soll die Viermastbark zur Peters-Werft nach Wewelsfleth geschleppt werden.

34 Kap-Horn-Umrundungen

„Rahgetakelte Großsegler wie die PEKING markierten den Höhepunkt in der jahrhundertelangen Entwicklung der Frachtsegelschiffe, bevor der Erste Weltkrieg ein neues Zeitalter einläutete“, erklärt Joachim Kaiser die Bedeutung der PEKING. 1911 bei Blohm+Voss für die Hamburger Reederei F. Laeisz gebaut, wurde die PEKING in der Salpeterfahrt zwischen Europa und Chile eingesetzt. Auf jeder Reise wurde zweimal Kap Horn umsegelt, für die PEKING sind 34 Kap-Horn-Umrundungen belegt. „Die Route in Richtung Westen war haarsträubend gefährlich. Aber gerade hierfür waren die PEKING und ihre Schwesterschiffe gebaut und ausgerüstet. Außerdem verfügte die Reederei Laeisz über exzellente Besatzungen – echte Hamburger Jungs.“

Rickmer Rickmers statt PEKING

Ihre letzte Reise unter Segeln unternahm die PEKING 1932. Anschließend lag sie als Internats-Schiff für Kadetten auf dem Fluss Medway, südöstlich von London, bis sie 1974, inzwischen stark überholungsbedürftig, ausgemustert und der Stadt Hamburg für einen Preis von 350.000 DM zum Kauf angeboten wurde. Daraufhin gründete sich der Verein „Windjammer für Hamburg“, die Summe war schnell über Spendenzusagen aufgebracht. Doch eine Inaugenscheinnahme vor Ort durch Kap-Hoorniers kam zu dem Ergebnis, dass sich der Rumpf in einem bedenklich schlechten Zustand befand. So wurde stattdessen ein ausgemustertes portugiesisches Schulschiff erworben, die heutige Rickmer Rickmers. Die PEKING wurde daraufhin vom amerikanischen South Street Seaport-Museum erworben, in Teilen repariert und nach New York verschleppt. 1976, pünktlich zur 200-Jahr-Feier der USA, lag die herausgeputzte und wieder aufgetakelte Viermastbark vor der Skyline von Manhattan. Am Heck prangte „PEKING – Hamburg“.

Enormer Restaurierungsbedarf

Als die frisch gegründete Stiftung Hamburg Maritim 2001 Joachim Kaiser als Experten für historische Schiffe in ihren Vorstand wählte, setzte dieser sich für eine Rückholaktion des Frachtseglers ein. Doch nun muss dieser zunächst vollständig saniert werden. „Rahsegler wie die PEKING wurden auf maximale Zuladung hin gebaut, unbeladen mussten sie daher Ballast tragen, sonst wären sie buchstäblich umgekippt. Beim Umbau zum Internatsschiff war der Schiffsrumpf deshalb zur Stabilisierung mit Beton ausgegossen worden“, erklärt Kaiser. Das macht nun eine Erneuerung des Unterwasserschiffs notwendig. Die Ausschreibung für die Restaurationsarbeiten von Rumpf und Rigg hat die Peters Werft aus Wewelsfleth für sich entschieden. Nach einem Werftaufenthalt von geschätzt zwei Jahren könnte die PEKING somit etwa 2019 zu einem neuen maritimen Touristenmagneten für die Stadt werden.
mm/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.stiftung-hamburg-maritim.de
www.peking-freunde.de

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