Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff
CiDO-Gründer Dr. Julian Wulf und Felix Ueckermann  - © CiDO

Startup CiDO: Paketzustellung der Zukunft

Nicht nur bei der Paketzustellung, auch in anderen Bereichen könnte die IoT-Innovation der Hamburger Gründer Prozesse optimieren

Einige Minuten hat der Bote vergeblich an der Haustür geklingelt, bevor er das Paket zurück in den Transporter bringt. Etliche Lieferungen gelangen auf diese Weise erst nach mehreren Zustellversuchen zu ihren Empfängern. Das kostet die Paketboten Zeit und die Paketdienste hochgerechnet sehr viel Geld. Eine sinnvolle Lösung für dieses „Problem der letzten Meile“ entwickelt das Hamburger Startup CiDO (steht für “come in and drop off”), das ausgewählten Personen über eine digitale Verifizierungsstelle den Zugang zu Mehrfamilienhäusern gewährt. Paketzusteller gleichen die Sendungsnummer der Pakete an einem an der Haustür angebrachten Barcode-Scanner ab und erhalten auf diese Weise Zutritt zu Paketdepots im Hausflur.

Mit ihrer IoT-Innovation stoßen die Wirtschaftsinformatiker Dr. Julian Wulf und Felix Ueckermann bei großen Playern der Logistikbranche auf offene Türen. So plant das Startup in diesem Sommer gleich mehrere Pilotprojekte mit nationalen und internationalen Paketdiensten.

Schnittstelle zwischen Paketdienstleistern und Paketdepots

Die Personen- bzw. Paketerkennung an der Haustür erfolgt mit der CiDO-Technologie nach einem gesicherten Prinzip, bei dem der Barcode-Scanner an der Klingelanlage nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Im Hintergrund steht eine komplexe Serverarchitektur, welche die Dienste der unterschiedlichen Paketdienstleister bündelt und so dafür sorgen soll, dass die CiDO-Technologie genau weiß, wer auf welches Paket wartet. Von der Installation der Technologie profitieren Kunden ebenso wie Lieferanten, sagen die Gründer: Die Empfänger sind nicht mehr auf Paketstationen oder die Hilfsbereitschaft ihrer Nachbarn angewiesen. Für Logistikunternehmen erübrigen sich Hindernisse bei der Abwicklung der letzte Meile – des kostenintensiven letzten Wegstücks beim Transport der Ware bis zur Haustür des Kunden.

Kommunikations-Plattform für Hausbewohner- und -verwalter

Neben der Paketzustellung sehen Wulf und Ueckermann auch andere spannende Anwendungsbereiche für CiDO. So könnte der digitale Hauszugang auch für Getränkelieferanten, Reinigungsfirmen, Lebensmittelversender oder örtliche Versorger von Nutzen sein. Zudem soll CiDO auch das Versenden temporärer Zugangsschlüssel – etwa an Freunde und Bekannte – ermöglichen. Über die Zutrittsfunktion hinaus soll CiDO als Kommunikations-Plattform für Hausbewohner- und -verwalter dienen. „Aushänge im Treppenhaus gehören damit der Vergangenheit an“, sagen die Gründer.

Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums

Seinen Anfang nahm CiDO an der Universität Hamburg, wo Julian Wulf am Institut für Logistik und Transport promovierte. Während er an seiner Doktorarbeit schrieb, betreute Wulf immer wieder auch Abschlussarbeiten von Studierenden. So kam er mit Felix Ueckermann in Kontakt, der in seiner Abschlussarbeit die Grundzüge von CiDO entwarf und implementierte. Gemeinsam entschieden sich die Wirtschaftsinformatiker, das Projekt fortzuführen. Durch ein Exist-Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums haben Wulf und Ueckermann Zeit, intensiv an der Weiterentwicklung ihres Produktes zu arbeiten. Aktuell ist das Gründer-Duo jedoch sehr stark in die Planung der anstehenden Pilotprojekte involviert, weshalb sie sich zeitnah personell vergrößern wollen.

Spannende Synergien im Logistik-Projekt SMILE

Seit der Gründung im Jahr 2016 profitieren Wulf und Ueckermann sowohl von ihrer Nähe zur Universität Hamburg als auch von der Unterstützung durch das Cluster Logistik. „Von der Logistik-Initiative Hamburg wurde wir mit offenen Armen aufgenommen“, sagt Mitbegründer Wulf. Über das Netzwerk erhielten die Gründer erste Kontakte zu großen Logistikkonzernen sowie Unterstützung beim Thema Öffentlichkeitsarbeit. „Nach drei Telefonaten saßen wir mit Wirtschaftssenator Frank Horch an einem Tisch“, so Wulf.

Aktuell ist CiDO auch in dem Projekt SMILE aktiv, mit dem die Logistik-Initiative die Hansestadt als Modellregion für smarte Last Mile Logistics etablieren möchte. In einem Teilprojekt testet CiDO unter anderem mit der Funke Mediengruppe die nächtliche Zustellung von Zeitungen. „Über SMILE entstehen spannende Synergien. Das hilft uns sehr“, sagt Wulf.
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.cido.io
www.hamburg-logistik.net
www.hamburg-logistik.net/presse-und-news

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