Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff
© Messe Hamburg Hartmut Zielke

Nach vier intensiven Messetagen: 50.000 Fachbesucher auf der SMM

Branche der maritimen Wirtschaft begegnet den Herausforderungen mit Optimismus und Erfindergeist. Viele Verträge unter Dach und Fach gebracht

Mehr als 2.100 Aussteller aus aller Welt, 50.000 Fachbesucher, rund 90.000 m2 Ausstellungsfläche: Die SMM hat ihren Stellenwert als Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft erneut unterstrichen. Nach vier intensiven Tagen ging die 26. SMM am Freitag zu Ende. An den Messeständen konnten diverse Verträge erfolgreich abgeschlossen werden.

„Wir haben in diesem Jahr Rekorde gebrochen“, sagte Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH. Die hohe Resonanz zeige zum einen, dass Unternehmen den Herausforderungen der Branche mit Entschlossenheit gegenübertreten, und zum anderen, dass sie dabei auf Team-Work setzen. Die Schirmherrschaft der Messe hatte auch in diesem Jahr Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Unterstützung für den Schiffbau

„Die SMM gehört zu Hamburg wie der Michel und die Elbe. Diese Stadt ist die gewachsene Heimat dieser renommierten Messe“, sagte Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation in Hamburg. „Die Hansestadt verdankt der Schifffahrt jede Menge. Deshalb wird Hamburg selbstverständlich weiter in den Schiffbau investieren.“ Vor Ort war auch wieder der Verein der Schiffsingenieure zu Hamburg e.V. (VSIH), der ideeller Träger und Gründer der SMM ist. „Die Ingenieure des VSIH identifizieren sich traditionsgemäß mit allen Innovationen im Schiffsbetrieb. Internationalität und Integration sämtlicher Nationen haben die SMM zur heutigen Größe gebracht“, sagte VSIH-Vorsitzender Jürgen Witte.

Zwei Drittel der Aussteller aus dem Ausland

Die Neuheiten und Produkte auf der Messe reichten von großindustrieller Schiffs- und Werfttechnik über Schiffseinrichtung und -ausrüstung bis hin zu Ladungsumschlagsystemen, Meerestechnik und maritimen Dienstleistungen. Mit 26 Nationenpavillons und Ausstellern aus 67 Ländern war die Messe international so breit aufgestellt wie noch nie. Zwei Drittel der Aussteller kamen aus dem Ausland.

Erstmalig präsentierten Unternehmen aus Ägypten, Libanon und Sri Lanka ihre maritimen Angebote. Dubai war zum ersten Mal mit einem eigenen Nationen-Pavillon vertreten. Im Pavillon der Dubai Chamber mit mehr als 20 Unternehmen herrschte reges Treiben.

Viele Anbieter aus Asien

Stark vertreten war auch der asiatische Markt. Beispiel Korea: Auf einem Gemeinschaftsstand zeigten Hyundai Heavy Industries (HHI), Hyundai Mipo Dockyard, Hyundai Samha Heavy Industries, Daewoo Shipbuilding, Hanju Heavy Industries & Construct Co. sowie die Korea Offshore & Shipbuilding Association (Koshipa) die Kompetenz des Landes. China war ebenfalls mit zahlreichen Unternehmen vor Ort, unter anderem mit der Branchengröße China State Shipbuilding Corporation (CSSC).

Vernetzt und innovativ

Gemäß seinem Leitbild „Vernetzt denken und handeln“ präsentierte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) eine neue Version von German-Marine-Equipment, einem Online-Herstellerkatalog aller deutschen Firmen der Zulieferindustrie. „Unser Ziel ist es, die geballte Kompetenz deutscher Unternehmen auch für internationale Kunden leichter zugänglich zu machen“, sagte Dr. Jörg Mutschler, Geschäftsführer beim VDMA.

Gute Geschäfte

Auch in diesem Jahr wurden an den Messeständen diverse Verträge unter Dach und Fach gebracht. Einen besonders gewichtigen Kontrakt unterschrieben Peter Fetten (Carnival) und Blohm+Voss Repair-Chef Jan-Kees Pilaar am Stand von B+V. Die Carnival Corporation aus Miami ist mit 92.000 Jobs, 13 Milliarden Euro Umsatz und 101 Traumschiffen größte Kreuzfahrt-Reederei der Welt. Die Amerikaner lassen ihre gesamte Europa-Flotte, zu der unter anderem die Clubschiffe von Aida Cruises, Costa Crociere, Cunard Line und P&O Cruises gehören, ausschließlich bei Blohm+Voss reparieren und verschönern.

Auch MAN Diesel&Turbo SE vermeldete auf der Messe den Vollzug eines neuen Geschäfts: Das Unternehmen unterzeichnete einen neuen Lizenz-Vertrag mit Qingdao Haixi Marine Diesel Co., Ltd. (QMD). Damit kann das Unternehmen Kunden auf dem wichtigen Markt in Nordchina besser bedienen.

Aktuelle Themen

Zu den großen Themen der SMM gehörten der maritime Umweltschutz und die Steigerung der Effizienz. „Die Schifffahrt bringt erhebliche Mittel auf und hat weitreichend investiert, um gemeinsam mit den Schiffbauern und Zulieferern eine Vielzahl neuer Technologien zum Schutz der Luft- und Wasserqualität und Steigerung der Energieeffizienz zu entwickeln. Auf der SMM wurde erneut anschaulich gezeigt, welche Techniken es gibt“, sagte MAN Diesel & Turbo-Vorstand Dr. Stephan Timmermann.

LNG im Fokus

Ein zentrales Thema der Messe war der Einsatz von Erdgas. Vor allem Konzepte für die Nutzung von LNG sind stark gefragt. Wärtsilä, einer der führenden Hersteller von Schiffsantrieben, setzt schon seit Jahren auf effizientere Schiffsantriebe. „Das kommt uns jetzt entgegen. Mehr Effizienz bei den Motoren ist ein Großtrend in der gesamten Schifffahrt”, sagte Vorstandschef Björn Rosengren. Bei der Energieerzeugung an Land habe man viel Erfahrung mit Erdgas gesammelt. Auch in der Schifffahrt sei nun die Zeit für Gas gekommen: „Spätestens zum 1. Januar 2015, wenn strengere Abgasvorschriften auf Nord- und Ostsee gelten, wird dieses Thema unumgänglich sein”, sagt Rosengren. Seine Prognose: „Heute fahren weltweit rund 50 Schiffe mit LNG-Antrieb, 2020 könnten es schon 1300 sein.“

Einige Aussteller blieben bis zur WindEnergy Hamburg

Rund zwei Drittel der Aussteller planen nach Messeangaben bereits jetzt, auf der nächsten SMM (6. bis 9. September 2016) dabei zu sein – und über 100 Aussteller sind gleich dageblieben, um ihre Innovationen im Rahmen der „WindEnergy Hamburg“ vom 23. bis 26. September vorzustellen.

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg-messe.de
www.smm-hamburg.com

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