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Migrationsmanagement - © Leuphana Universität

Migrationsmanagement: neues Zertifikatsprogramm an der Professional School

Hilfe für Helfer im Flüchtlingsstrom: Im Frühjahr 2016 startet die Leuphana Universität berufsbegleitend erstmalig das Zertifikat Migrationsmanagement.

Bilder von Flüchtlingscamps, von überfüllten Zelten und Willkommensszenen an Bahnhöfen: Der Sommer 2015 war für Deutschland ein historischer Moment. Nie zuvor suchten so viele Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen sind, hierzulande Zuflucht. Dass diese Migrationsbewegung überhaupt bewältigt werden kann, ist im Wesentlichen den vielen Helferinnen und Helfern zu verdanken, die sich für die Geflüchteten, ihre Unterbringung, Verpflegung und Betreuung, engagieren. Durch die große Herausforderung fehlen spezifische Fachkräfte für diesen Tätigkeitssektor. „Helfer und Engagierte, ganz gleich ob sie nun ehren- oder hauptamtliche sind, stehen unter massivem Druck und wurden kaum darauf vorbereitet“, sagt Wolf Paschen, selbst Sozialarbeiter und Programmleiter an der Professional School.

Neues Zertifikatsprogramm an der Professional School

Seit Herbst arbeitet Paschen, der seit vielen Jahren Curricula für berufsbegleitende Studiengänge im Bereich der Sozialen Arbeit und dem Sozialmanagement entwickelt, an einem Zertifikatsprogramm, das an dieser Stelle ansetzt. Im Frühjahr 2016 startet erstmalig das Zertifikat Migrationsmanagement. Das Studium richtet sich zum einen an Helferinnen und Helfer, die sich professionalisieren wollen. Zum anderen soll das Zertifikat Arbeitgebern, die zunehmend Stellen für die Tätigkeiten im Flüchtlings-, Asyl- und Migrationsbereich schaffen müssen, eine Qualifizierungsmöglichkeit bieten.

Berufsbegleitende Weiterbildung

Das Studium besteht aus drei Teilen: Einem Vorkurs für Quereinsteiger aus anderen akademischen Berufen, die nicht aus dem Sozialsektor kommen, einem Modul zu rechtlichen und interkulturellen Rahmenbedingungen und einem Modul zu persönlichen Handlungskompetenzen.

„Uns war es wichtig, das Zertifikat möglichst offen zu halten“, sagt Prof. Dr. Jörg Philipp Terhechte, Leiter der Professional School, „denn de facto arbeiten nicht nur Sozialpädagoginnen und –pädagogen in Migrationsprozessen mit. Für Studieninteressierte ohne Vorkenntnisse im Bereich Sozialer Arbeit gibt es den Vorkurs, in dem Grundlagen des Sozialsystems in Deutschland vermittelt werden.“

Den Helfern helfen

Das erste Modul vermittelt die rechtlichen und interkulturellen Rahmenbedingungen von Migration, darunter die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen, sozioökonomische Rahmendaten und deren Folgen sowie Integrationskonzepte. Wolf Paschen führt aus: „Wenn Geflüchtete einigermaßen grundversorgt sind, beginnt der nächste schwierige Teil von Sozialer- bzw. Integrationsarbeit: der Verkehr mit Ämtern, vielfältigste Eingliederungsaspekte wie Schulzugänge für Kinder, existenzielle Grundversorgung, Zugang zum Arbeitsmarkt, Verarbeitung von Traumatisierungen und vieles mehr. Das ist alles weder eingängig noch einfach zu verstehen, hier wollen wir mit dem Zertifikat eine Professionalisierung anbieten, sozusagen den Helfern helfen.“

Sieben Wochenenden an sechs Monaten

Das zweite Modul behandelt individuelle Handlungskompetenzen wie Projekt-, Netzwerk- und Konfliktmanagement. Ein Fokus wird darüber hinaus auch darauf gelegt, wie die Studierenden selbst mit den neuen Herausforderungen umgehen. Dazu sagt Paschen: „Beim Planen des Programms war es uns wichtig, Studierende nicht nur fachlich, sondern auch persönlich auf die Tätigkeit in diesem durch so vielfältige Einflussfaktoren gestalteten Arbeitsfeld vorzubereiten. Deswegen haben wir Selbstmanagement- und Work-Life-Balance-Strategien mitaufgenommen. Gerade im sozialen Sektor ist das ein wichtiges Thema, denn hier kommt es häufiger zu Selbstausbeutung, Überschätzung des eigenen Belastungsvermögens und Burnouts.“

Insgesamt beinhaltet das Zertifikatsprogramm sieben Wochenendveranstaltungen verteilt auf sechs Monate. Der Vorkurs erstreckt sich über zwei Veranstaltungen. Die Studiengebühren betragen 1.500 Euro zzgl. 330 Euro Semesterbeitrag. Die Gebühr für den Vorkurs beträgt 500 Euro. Bewerbungen für diese neue Kurzqualifikation sind ab sofort möglich.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.leuphana.de

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