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Containerschiff vor dem Hamburger Hafen - © www.mediaserver.hamburg.de / Christian Spahrbier

Indische Behörden setzen auf Hamburger Expertise

Gesucht wurden Lösungen zur Entlastung des indischen Straßen- und Schienenverkehrs. Diese gilt es nun auf lokaler Ebene umzusetzen

Indiens Wirtschaft ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Das hatte eine Überlastung der in Teilen des Landes schlecht ausgebauten Verkehrsinfrastruktur zur Folge. Um ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen, sollen künftig mehr Transporte auf dem Wasserwege erfolgen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen die indischen Behörden auf deutsche Expertise. Am 1. Februar 2017 beauftragte die Inland Waterway Authority of India (Indische Behörde für Binnenwasserstraßen) in Delhi die beiden Beratungstöchter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Uniconsult Universal Transport Consulting und HPC Hamburg Port Consulting, die in einem ersten Projekt identifizierten Verlagerungspotenziale auf Binnenschiffe in die Praxis umzusetzen.

Pilotprojekt auf bedeutender Wasserstraße

„Im internationalen Vergleich nutzt Indien die Möglichkeiten der Binnenschifffahrt bisher nur wenig“, sagt der Uniconsult-Geschäftsführer Hartmut Beyer. „Das will die indische Regierung ändern, weil dieser Verkehrsträger ökologische Vorteile bietet und Straßen sowie Schienen entlasten kann.“ Als besonders geeignet für ein Pilotprojekt wurde der National Waterway 1 identifiziert. Er gilt als bedeutendste Wasserstraße Indiens und ist Teil des Baghirati-Ganges-Flusssystems. Gegenwärtig werden dort pro Jahr nur etwa 5,5 Millionen Tonnen Massengüter mit Binnenschiffen transportiert. Zum Vergleich: Auf dem Rhein waren es im Jahr 2015 rund 190 Millionen Tonnen. Allerdings ist dieser Fluss auch wesentlich besser an die infrastrukturellen Anforderungen der Binnenschifffahrt angepasst.

Großes Interesse im Markt

„Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren untersucht, wie das System Wasserstraße so verbessert werden kann, dass die spezifischen Leistungsmerkmale der Binnenschifffahrt besser genutzt werden können“, erläutert Hartmut Beyer. „Jetzt wollen wir bis zum Jahresende Transporte mit Signalwirkung auf Binnenschiffe verlagern.“ Dazu sollen in enger Zusammenarbeit mit einem lokalen Experten die Verlader mit den Binnenschiffsreedereien zusammengeführt werden. Die für Indien noch junge Form des Güterverkehrs auf dem Wasserweg benötigt aktive Unterstützung, da neben den neu zu etablierenden Abläufen auch bei den Ladungsbeteiligten noch Überzeugungsarbeit zu leisten sei. Uniconsult-Teamleiter Frank Busse gibt sich optimistisch: „In der ersten Projektphase haben wir im Markt großes Interesse wahrgenommen, und der Ausbau des indischen Verkehrsnetzes wird auf politischer Ebene sehr aufmerksam verfolgt.“
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.hhla.de

Die Beratungsgesellschaften der HHLA

Uniconsult Universal Transport Consulting gehört mit HPC Hamburg Port Consulting und dem HPTI Hamburg Port Training Institute zu den Beratungsgesellschaften der HHLA. Uniconsult hat sich als Spezialist für das Thema Binnenschifffahrt etabliert. Chinesische und vietnamesische Behörden wurden bei der Entwicklung dieses umweltfreundlichen Verkehrsträgers beraten. Auch den Hamburger Hafen unterstützte das Unternehmen bei der Frage, wie sich der Umschlag auf Binnenschiffe erhöhen lässt. Weitere Informationen unter www.uniconsult-hamburg.de

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