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Wartung - © © Gregor Schläger / Lufthansa Technik AG

Gezielt neue Fachkräfte für MINT-Branche gewinnen

Das Projekt (M)integration der Initiative NAT bringt junge Flüchtlinge mit technologiegetriebenen Unternehmen zusammen

In der Hamburger Wirtschaft werden zusätzlich rund 17.000 Fachkräfte gebraucht – das hat jüngst der Fachkräftemonitor der Handelskammer Hamburg ermittelt. Besonders in der MINT-Branche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) werden Mitarbeiter gesucht. Daher sind gerade technikorientierte Unternehmen offen für neue Wege, sich potenziellen Auszubildenden als attraktives Unternehmen zu präsentieren. Etwa im Rahmen des Projekts (M)integration der Initiative NAT.

Kooperation mit technologiegetriebenen Unternehmen und der Körber Stiftung

Für das Projekt kooperiert die Initiative NAT aktuell mit zehn Hamburger Unternehmen sowie den Stadtteilschulen Am Hafen und Barmbek. Partner ist die Körber-Stiftung. „Wir möchten jungen Flüchtlingen zeigen, was sie mit den MINT-Fächern beruflich anfangen können und sie durch Betriebsführungen und Praktika in Kontakt mit möglichen Arbeitgebern bringen“, erklärt Sabine Fernau, Geschäftsführerin und Gründerin der Initiative NAT.

Unternehmensbesuch, Praktikum und Bewerbungscoaching

Am Projekt (M)integration beteiligen sich Unternehmen wie Hydro Aluminium, Lufthansa Technik oder die Hamburg Port Authority. So lud etwa die HPA neben einem eintägigen Unternehmensbesuch sowie einem dreiwöchigen Praktikum in der Lehrwerkstatt Metall und der Elektrowerkstatt am 5. Juli zu einem detaillierten Bewerbungscoaching. Gearbeitet wurde nach dem Tandem-Ansatz: Immer ein Physikprofil-Schüler der Stadtteilschule Barmbek und ein Projekt-Teilnehmer erarbeiten gemeinsam einen Lebenslauf samt Anschreiben und proben, wie ein Vorstellungsgespräch idealer Weise abläuft. Stets unterstützt von Personalverantwortlichen der HPA.

Technisch-affine Jugendliche für das Unternehmen interessieren

Am Ende des Bewerbungscoachings zeigen sich die HPA-Personaler sehr zufrieden: „Das war ein sehr schönes Arbeiten mit den Teilnehmern. Sie waren alle sehr motiviert, offen und aufgeschlossen und ich war beeindruckt von ihren Deutschkenntnissen, speziell von der Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift“, sagt Personalmanagerin Andreea Stanciu und Ausbildungsleiterin Ina Krokotsch ergänzt: „Das Projekt (M)integration ist eine tolle Möglichkeit, früh technisch-affine Jugendliche für unser Unternehmen zu interessieren. Zwei Teilnehmer durchlaufen bereits ein Praktikum bei uns, einer interessiert sich für unser duales Studien-Angebot.“

Investition in die Zukunft

„Die Teilnahme an Projekten wie (M)integration, ist eine Investition in die Zukunft“, betont Sabine Stüben, Head of Public Affairs bei HPA. „Mit Tagen wie diesem hoffen wir nicht nur die Teilnehmer selbst zu erreichen, sondern wir sehen in ihnen Multiplikatoren. Denn wenn es ihnen Spaß gemacht hat, erzählen sie ihren Freunden und Bekannten von uns.“ Dennoch möchte Stüben das HPA-Engagement nicht als rein wirtschaftliche Investition verstanden wissen. „Wir sind von dem Projekt überzeugt und soziales Engagement ist uns generell sehr wichtig. Aber unser Engagement bietet uns darüber hinaus eben auch Gelegenheit, die HPA als attraktiven Arbeitgeber bekannter zu machen.“

Migranten als Chance

Gerade im Zustrom der Migranten sieht Stanciu eine Chance, neue Fachkräfte zu gewinnen. Besonders gesucht seien aktuell Bauingenieure, aber auch Ingenieure generell. “Viele Migranten sind technisch gut qualifiziert – da sehen wir ganz klar Chancen für uns.“ Mit dieser Einschätzung ist sie nicht allein. Wegen der großen Nachfrage fand Ende Juni bereits der 3. „Marktplatz des Begegnungen“ statt, eine Kontaktmesse für Flüchtlinge und Vertreter der Wirtschaft. Fritz Horst Melsheimer, Präses der Handelskammer Hamburg, zeigte sich zufrieden: „Wieder ist es gelungen, Hunderte von Flüchtlingen mit Hamburger Unternehmen zusammen zu bringen. Wir hoffen, dass daraus wieder viele Arbeits-, Ausbildungs- und Praktikumsplätze entstehen.” Weitere Marktplätze seien in Planung.“
ys/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.initiative-nat.de
www.hamburg-port-authority.de
www.hk24.de
www.hwk-hamburg.de

Initiative NAT

Ziel der Initiative NAT ist es, junge Menschen für die Natur- und Ingenieurwissenschaften zu begeistern und Schülern durch Kooperationen mit Hochschulen und Unternehmen eine frühe und praxisbezogene Orientierung bei der Berufs- und Studienwahl zu bieten, damit langfristig Wissenschaft und Wirtschaft mehr qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Informationen für Unternehmen, die Projektpartner werden möchten unter:
www.initiative-nat.de/mintegration

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