Hamburg News: Hafen und Logistik - Shipping-Container-Schiff
Containerterminal im Hamburger Hafen: ©  Christian Spahrbier

Die iranische Staatsreederei IRISL kehrt mit Containerliniendienst nach Hamburg zurück

Der Liniendienst „Europe Container Line“ (ECL) verbindet jetzt wieder den Nordkontinent mit den Häfen im Persischen Golf

Mit dem Anlauf der AZARGOUN am 17. März 2016 in Hamburg hat die iranische Staatsreederei IRISL – Islamic Republic of Iran Shipping Lines – wieder den regelmäßigen Liniendienst „Europe Container Line“ (ECL) zwischen dem Nordkontinent und Häfen im Persischen Golf aufgenommen. Er war Mitte 2010 aufgrund von Sanktionen eingestellt worden. Der neue Service wird zunächst mit 2.500 TEU Containerschiffen alle 14 Tage Hamburg und Antwerpen sowie Genua, Istanbul, Port Said und Bandar Abbas anlaufen. Die AZARGOUN ist 207 Meter lang, 29,80 Meter breit und wurde 2003 auf der damaligen Aker MTW Werft in Wismar für die IRISL gebaut.

Auch konventioneller Liniendienst kehrt zurück

Des Weiteren wird mit der SEVGI per April auch der konventionelle Liniendienst mit Multipurpose-Tonnage zwischen dem Nordkontinent und dem Persischen Golf wieder aufgenommen. Die Vertretung der IRISL Liniendienste in Deutschland, Belgien und den Niederlanden übernimmt die gemeinsam von Peter W. Lampke GmbH & Co. KG (PWL) und IRISL (Europe) GmbH sich in Gründung befindende IRISL Agency (North) GmbH mit Sitz in Hamburg und Niederlassungen in Antwerpen und Rotterdam.

Hamburg besitzt traditionell enge Beziehungen in den Iran

Da der Iran durch die eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren einen großen Nachholbedarf an Investmentgütern für die Öl-, Automobil-, Chemie- und Energieindustrie hat, erwarten besonders deutsche Industriekonzerne eine baldige Belebung der Geschäftsaktivitäten. Deutschland ist traditionell der größte westliche Handelspartner des Irans, und besonders Hamburg, wo sich viele Iraner niedergelassen haben, pflegt seit Generationen sehr enge und freundschaftliche Beziehungen mit Firmen und staatlichen Organisationen im Iran. Vor den Sanktionen importierte der Iran über Hamburg hauptsächlich Gerste, Kalidüngemittel, Futtermittel und Maschinen. Als Exportware kamen aus dem Iran vor allem frisches und konserviertes Obst, Garne und anderes Gewebe, Kautschuk und Gemüse in den Hamburger Hafen.

Handelspartner mit hoher Wirtschaftskraft

Dank der bedeutenden Mengen an Bodenschätzen, maßgeblich Öl, Gas und Erze, sowie einer in den vergangenen Jahren stark ausgebauten ölverarbeitenden Industrie, verfügt die iranische Wirtschaft über eine große Wirtschaftskraft, die mit dem bisher sanktionsbedingt eingefrorenem Kapital für eine starke Belebung der Importbestrebungen iranischen Firmen sorgen wird. Offizielle Besuche von deutschen Firmen und staatlichen Delegationen bestätigen das große Interesse an dem Ausbau der Handelsbeziehungen mit Deutschland.

Die Reederei IRISL betreibt bereits seit einigen Jahrzehnten regelmäßige Container- und konventionelle Liniendienste mit 170 eigenen Schiffen. So setzt die IRISL im Fernostdienst Einheiten mit einer Kapazität von 6.500 TEU ein. Weitere Liniendienste werden mit Südostasien mit 2.200 – 2.500 TEU Schiffen betrieben. Außerdem bietet die IRISL Containerdienste vom Persischen Golf ins Mittelmeer sowie nach Ostafrika.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.pwl.de
www.hafen-hamburg.de

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