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5G: Die digitale Zukunft startet in Hamburg - © HPA/Andreas Schmidt-Wiethoff

5G: Die digitale Zukunft startet im Hamburger Hafen

2020 soll er kommen: 5G. Der neue Mobilfunkstandard ist zehnmal schneller als sein Vorgänger und wird im Hamburger Hafen getestet

Über den Hamburger Hafen fließen täglich Warenströme aus aller Welt. Insgesamt erreichen jährlich rund 8.700 Seeschiffe den Hamburger Hafen, darunter Containerschiffe mit bis zu 400 Metern Länge und einer Kapazität von bis zu 20.000 Standardcontainern. Mehr als 50 Prozent der im Hamburger Hafen verladenen Güter werden per Lkw an- und abtransportiert. Das macht ungefähr 1,8 Millionen Lkw-Fahrten pro Jahr allein auf den drei von der HHLA betriebenen Terminals – kein Wunder, dass es schnell eng wird auf den 140 Kilometern Straße im Hamburger Hafen und mit digitalen Lösungen eine intelligente Verkehrssteuerung immer weiter ausgebaut wird.

So ist erst Ende November bei der HHLA ein Slotbuchungsverfahren (SBV) für Lkw-Transporte gestartet, das die Containeranlieferung und -abholung per Termin regelt. Der neue Mobilfunkstandard 5G soll mit seinen Möglichkeiten zusätzlich für weitere Entlastung sorgen. „Eine verbesserte Steuerung von Verkehrsampeln im Hafengebiet mit Hilfe von 5G ist eines der ersten Testfelder, wenn die Praxisphase des zweijährigen Tests im Januar startet“, erklärt Jens Meier, CEO der Hamburg Port Authority (HPA). Projektpartner sind neben der HPA Nokia und die Telekom.

Test in Deutschland und Italien

5G ist nach GSM, EDGE, UMTS und LTE die fünfte Generation der Mobilfunk-Technologie, die 2020 Standard werden soll. Getestet wird sie aktuell in Deutschland und Italien: Venedig bekam den Zuschlag für das Ausloten touristischer Nutzungsperspektiven, im Hamburger Hafen werden die industriellen Möglichkeiten getestet. Insgesamt 7,7 Millionen Euro stellt die EU für diesen Test zur Verfügung. Denn die Einführung des neuen Standards erlaubt eine erhebliche Verbesserung der digitalen Infrastruktur. 5G ist zehnmal schneller als sein Vorgänger. Solche hohen Datenübertragungsraten gelten als Grundlage für das Internet der Dinge und weiterer Schlüsseltechnologien, wie dem autonomen Fahren.

Network slicing: Die neue Netz-in-Netz-Technik

Doch 5G kann noch mehr, betont Meier. „Während normalerweise bei der Einführung eines neuen Standards Schnelligkeit und Reichweite die wesentlichen Kriterien sind, bringt uns 5G völlig neue Features, allen voran Network slicing.“ Mit 5G gibt es nicht mehr ´Das Netz`, sondern der neue Standard erlaubt eine Vielzahl parallel betriebener, virtueller Netze auf Basis einer gemeinsamen, physischen Infrastruktur. Für den Hamburger Test wird das bestehende Antennennetz um eine weitere Sendeanlage auf dem Fernsehturm sowie bei Bedarf um zwei oder drei kleinere Antennen im Hafengebiet ergänzt.

„Diese Netz-in-Netz-Technik, die in ihrer Sicherheit und Verlässlichkeit mit dem Festnetz vergleichbar ist, bietet uns die Möglichkeit sichere, schnelle und zukunftsweisende Anwendungen für den Hafen zu realisieren“, so Meier. Neben der Steuerung der Verkehrsampeln ist das etwa die Einbindung von schiffsgebundenen Umweltsensoren, die in Echtzeit die Werte aus dem Hamburger Hafen registrieren, oder die Anbindung weiterer Infrastruktur per Funk.

Zweijähriger Technologievorsprung für die Stadt

Was gab den Ausschlag für Hamburg als ´Testlabor`? „Wir haben im Hamburger Hafen bereits ein hochdigitalisiertes Umfeld, da waren wir sicher prädestiniert für den Test“, ist Meier überzeugt. Tatsächlich ist der Hafen schon seit langem eine Art Testlabor für die Stadt. „Hier kommen innovative Technologien zur Anwendung, etwa Verkehrssensoren oder intelligente Anzeigetafeln, und die Erfahrungen – ob gut oder schlecht – fließen in Projekte der Stadt ein.“

Der aktuelle Teststatus für 5G nun bedeute einen zweijährigen Technologievorsprung für die Stadt. „Wir sammeln jetzt wertvolle Erfahrungen und wenn der Standard 2020 Wirklichkeit wird, wissen wir, was wie und wo anzuwenden ist. Das ist ein unbezahlbarer Vorsprung – sowohl für den Hamburger Hafen als auch für die Stadt Hamburg.“ Dazu komme, dass die HPA durch die Teilnahme den Standard mitdefinieren kann und für den Hafen wichtige Aspekte in die Entwicklung einfließen lassen kann. Das versetze Hamburg in die Lage, die Zukunft greifbar mitzugestalten.
ys/kk

Weitere Informationen unter:
www.hamburg-port-authority.de

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