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Studie: Wie gesundheitsbewusst sind die Hamburger?

Männer fühlen sich gesünder als Frauen. Dafür handeln Frauen häufiger gesundheitsbewusst. Jeder Vierte bewegt sich zu wenig. Aufschlussreiche Daten für die Gesundheitswirtschaft

Die große Mehrheit der Hamburgerinnen und Hamburger ist der Überzeugung, dass jede bzw. jeder selbst viel tun kann, um die eigene Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern – so lautet ein Ergebnis der Befragung von mehr als 1.800 Erwachsenen unter 60 Jahren in Hamburg. Dies und weiteres Wissenswertes wurde nun im Bericht der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) „Gesundheit im jüngeren und mittleren Lebensalter in Hamburg“ zusammengestellt. Der Bericht, der u.a. auf einer telefonischen Umfrage basiert, die 2011 in Hamburg durchgeführt wurde, bietet umfangreiche Daten und Fakten zum Gesundheitszustand, zu gesundheitsrelevanten Einstellungen und Verhalten.

Vergleich mit bundesweiten Daten

„Die Gesundheit und das persönliche Gesundheitsempfinden der Bevölkerung haben viele Facetten. Die Frage nach dem eigenen Wohlergehen beispielsweise kann nur jeder selbst beantworten. Ebenso wie die Frage nach der Nutzung von Angeboten zur Früherkennung“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Es sollte erkundet werden, mit welchen Einstellungen zur Gesundheit Männer und Frauen, Jüngere und Ältere ihre ganz persönlichen Entscheidungen treffen, z.B. in Bezug auf ein mögliches riskantes Gesundheitsverhalten. Dabei spielen auch individuelle Ressourcen, die zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil beitragen, eine Rolle. Die Antworten der Hamburger Befragten und der Vergleich mit bundesweiten Daten liefern nun den Akteuren der Gesundheitsförderung und auch anderen eine Grundlage für ihre Arbeit.“

Einige Erkenntnisse des Berichtes im Überblick:

  • Mehr als die Hälfte der Hamburger Befragten kümmern sich um ihre Gesundheit, auch wenn sie nicht krank sind.
  • Der sozioökonomische Status ist ebenso ein prägender Faktor für das Krankheitsgeschehen wie das Alter. Beispielsweise liegen bei niedrigem sozioökonomischem Status häufiger gesundheitliche Einschränkungen vor und das medizinische Gesundheitssystem wird öfters genutzt.
  • Jede/r zweite/r Hamburger/in achtet nach eigener Auskunft stark oder sehr stark auf ausreichend körperliche Bewegung. Jede/r Vierte bewegt sich pro Woche jedoch weniger als 150 Minuten und entspricht damit nicht der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Bericht bietet darüber hinaus auch zielgruppenbezogene Einblicke:

  • Männer bewerten ihren Gesundheitszustand besser als Frauen. Sie tendieren allerdings dazu, die Angebote des medizinischen Versorgungssystems eher zu ignorieren, sind im Vergleich zu Frauen doppelt so häufig übergewichtig und adipös und zeigen häufiger gesundheitsriskantes Verhalten (z.B. durch zu hohen oder zu häufigen Alkoholkonsum).
  • Frauen geben mehr Beschwerden an und sind deutlich häufiger in ihrem Wohlbefinden eingeschränkt. Als Risikofaktor ist die Belastung durch familiäre Verpflichtungen zu erkennen, die bei Frauen doppelt so häufig zutrifft und oft mit einem schlechteren Gesundheitszustand einhergeht. Frauen handeln häufiger gesundheitsbewusst, indem sie z.B. die jährliche zahnärztliche Untersuchung mehr als Männer in Anspruch nehmen.
  • Migrantinnen und Migranten nutzen die Angebote des medizinischen Versorgungssystems, wie beispielsweise die Angebote zur Krebsfrüherkennung, seltener als Menschen ohne Migrationshintergrund. Sie verfügen nach eigenen Angaben auch über geringere Ressourcen zur Gesunderhaltung bzw. zur Verbesserung des Gesundheitszustandes, wie z.B. soziale Unterstützung. Als ein Schutzfaktor zeigt sich hingegen das Ernährungsverhalten: Migrantinnen und Migranten folgen deutlich häufiger beim Obst und Gemüsekonsum der Empfehlung „Fünf am Tag“ und auch riskanter Alkoholkonsum tritt in dieser Gruppe deutlich seltener auf.

Zur Studie

Der Bericht „Gesundheit im jüngeren und mittleren Lebensalter in Hamburg“ basiert auf einer Umfrage, die im Sommer 2011 in Hamburg durchgeführt wurde. Darüber hinaus sind u.a. auch Daten des Robert Koch-Instituts, des Statistischen Bundesamtes, der Krankenkassen oder des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), eingeflossen. Er steht in Kürze im Internet unter www.hamburg.de/gesundheitsberichte/ zur Verfügung.
ker

Quelle:
Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
www.hamburg.de/bgv

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