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UKE-Projekt für mehr Transparenz für Patienten

Wie soll die Behandlung von Krebspatienten aussehen? Ein Forschungsprojekt am UKE könnte Antworten liefern

Laut Patientenrechtegesetz sollen Patienten in alle medizinischen Entscheidungen eingebunden werden. Vor und während einer Krebstherapie müssen alle Beteiligten viele Fragen beantworten und wegweisende Entscheidungen treffen. Wichtig dabei ist eine gute Kommunikation zwischen dem Patienten sowie den behandelnden Ärzten. Erstmalig wird nun im Krebszentrum des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) untersucht, wie die gemeinsame Entscheidungsfindung von Arzt und Patient besser in den medizinischen Alltag integriert werden kann. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit Anfang Oktober für drei Jahre mit insgesamt knapp 400.000 Euro gefördert.

Präferenzen und Lebensumstände der Patienten stärker berücksichtigen

Die Psychologin und Versorgungsforscherin Dr. Isabelle Scholl erklärt, dass Therapieentscheidungen bisher selten von Arzt und Patient gemeinsam getroffen würden. „Zu häufig werden medizinische Entscheidungen von einem oder mehreren Ärzten getroffen, ohne die Präferenzen und Lebensumstände des Patienten zu berücksichtigen“, erklärt Scholl, die am Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie des UKE die Arbeitsgruppe „Patientenzentrierte Versorgung: Evaluation und Umsetzung“ leitet. Um diese Probleme anzugehen, hat Scholl mit ihrem Team ein Programm entwickelt, das helfen soll, die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient standardmäßig in den medizinischen Alltag zu integrieren. Es geht dabei auch um überprüfbare Entscheidungshilfen für Patienten.

Bausteine des neuen Programms

Wesentliche Bausteine des neuen Programms zur Verbesserung der Kommunikation im Krankenhaus sind etwa Schulungen für Ärzte und Pflegekräfte und die Bereitstellung von Patientenmaterialien. „Wir wollen prüfen, ob dieses Programm dazu führt, dass die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient besser umgesetzt wird“, erklärt Scholl. Sie will mit ihrem Team Krebspatienten, Ärzte und Pflegekräfte befragen und – mit Einverständnis der Beteiligten – auch Patientengespräche aufnehmen und auswerten.
bkr/kk

Quelle und weitere Information:
www.uke.de/presse

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