Forschung in Hamburg - © www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta
European XFEL-Wissenschaftler Maurizio Vannoni prüft den neuen Röntgenspiegel, dessen Oberfläche nicht mehr als einen milliardstel Meter von der Idealform abweicht.  - © European XFEL

UKE forscht mit dem European XFEL

Mit dem Laser gegen Krankheitserreger: UKE Forscher erhalten 2,4 Millionen Euro Förderung und forschen mit Wissenschaftlern am European XFEL zusammen

Infektionsforscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wollen in den kommenden Jahren neue therapeutische Ansätze gegen antibiotikaresistente Krankheitserreger finden. Dieses Forschungsvorhaben ist eines von sieben Projekten der UKE-Wissenschaftler, die von der Joachim Herz Stiftung (JHS) drei Jahre lang mit insgesamt 2,4 Millionen Euro gefördert werden. Bei allen Projekten arbeiten die Biowissenschaftler eng mit Physikern zusammen und nutzen für ihre Untersuchungen unter anderem den weltgrößten Röntgenlaser European XFEL am DESY-Campus in Hamburg-Bahrenfeld. „Wir betreiben mit unseren Projekten Grundlagenforschung und wollen versuchen, die atomare Dynamik von Enzymen zu beobachten, die bei der Antibiotikaresistenz eine Rolle spielen. Dadurch hoffen wir, eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie man diese Enzyme hemmen kann“, erklärt UKE-Forschungsdekan Prof. Dr. Martin Aepfelbacher.

„Filmen“ mit dem Röntgenlaser European XFEL

In einem weiteren Projekt untersuchen die Wissenschaftler Krankheitserreger, die mithilfe einer molekularen Injektionsnadel ihre Proteine in menschliche Zellen schleusen können. Dazu zählen beispielsweise Salmonellen. Die Forscher wollen derartige Vorgänge mithilfe des Röntgenlasers European XFEL, der eine Länge von 3,4 km besitzt und offiziell im September eingeweiht wird, sichtbar machen. „Mit dem Großgerät besteht erstmals die Chance, dass diese Vorgänge live und hochaufgelöst beobachtet und so Ansatzpunkte für neuartige Therapien entdecket werden können. Das wäre ein Durchbruch“, sagt Prof. Aepfelbacher. Denn Strukturen im Größenbereich von einem bis 30 Nanometer konnten die Wissenschaftler bisher kaum analysieren. Das Beobachten von molekularen Abläufen, sei nun erstmals möglich.

Das Besondere an den geförderten Projekten ist der interdisziplinäre Ansatz: Biomediziner und Physiker an verschiedenen Hamburger Forschungseinrichtungen arbeiten Hand in Hand zusammen. „Dieser interdisziplinäre Ansatz ist exzellent geeignet, bisher ungeahnte Fortschritte in der Infektionsforschung zu erzielen“, so Aepfelbacher.
mm/ca

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

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