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Ärzteteam im OP - © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

UKE-Ärzte setzen bei Prostata-OPs auf Hightech-Roboter

Roboter am Operationstisch: Mit dem da Vinci-Operationssystem können Ärzte noch zielgenauer operieren

Nur einen geringen Blutverlust während der Operation und eine schnelle Heilung der Hautwunden – das ermöglicht das da Vinci-Operationssystem, welches dank Roboterunterstützung nur kleine Schnitte setzen muss und wesentlich zielgenauer eingreifen kann. Bereits seit 2007 operieren die Ärzte der Martini-Klinik im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit diesem Robotersystem und gehören zu den führenden Operateuren auf dem Gebiet des Prostatakrebses. „Wir freuen uns, dass sich die roboterassistierte Operations-Technik neben der offenen Operations-Technik etabliert hat und wir mittlerweile unseren 5000. Patienten mit dieser Methode operieren konnten. In keinem anderen Zentrum werden insgesamt so viele Prostata-Operationen durchgeführt wie bei uns. Die Martini-Klinik ist das größte Prostatakrebszentrum der Welt“, sagt Prof. Dr. Alexander Haese, Leitender Arzt für roboterassistierte Urologie in der Martini-Klinik am UKE.

Umwandlung der Bewegung in elektronische Steuersignale

Das da Vinci-Operationssystem ist ein hochgradig modernes System zur minimal-invasiven Chirurgie. Anstelle großer Bauchschnitte genügen 5 ‒ 12 mm kleine Schnitte, durch die die nötigen Instrumente sowie eine Kamera in den Körper eingeführt werden. An einer Steuerkonsole im Operationssaal sitzt der Operateur und blickt durch das in die Konsole integrierte stereoskopische Sichtfenster. Die rechte und die linke Hand des Operateurs befinden sich in je einer frei beweglichen Griffeinrichtung.

Diese wandeln die Bewegung der Finger und Handgelenke in elektronische Steuersignale um. Die Handbewegungen des operierenden Arztes werden exakt übernommen. Die Bildqualität des da Vinci-Operationssystems übersteigt zudem die Möglichkeiten des menschlichen Auges um ein Vielfaches und ermöglicht so wesentlich genauere Diagnosen. Doch ein Ende des Fortschritts scheint noch nicht in Sicht. „Die roboterassistierte Prostatektomie wird kontinuierlich weiterentwickelt“, sagt Prof. Dr. Markus Graefen, Ärztlicher Leiter und Faculty-Mitglied der Martini-Klinik am UKE.

Trainingszentrum für das da Vinci-Operationssystem

In der Martini-Klinik wird seit 2007 mit dem da Vinci-System operiert. Inzwischen besitzt die Klinik drei dieser roboterassistierten Systeme, mit denen jährlich gut 1000 Operationen durchgeführt werden. Ein Team von zehn Chirurgen operiert in der Martini-Klinik Patienten aus aller Welt mit dem roboterassistierten da Vinci-System. Die Chirurgen unterstützen und beraten einander, wodurch die Qualität der Operationen kontinuierlich verbessert werden soll. Darüber hinaus ist die 2005 gegründete Martini-Klinik ein europaweites Trainingszentrum für die da Vinci-roboterassistierte radikale Entfernung der Prostata und hat bereits mehr als 100 Ärzte bei der Ausbildung unterstützt.
mm/ca

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de
www.martini-klinik.de 

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