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CHYN: © Reiner Becker Architekten

Spatenstich für den Neubau des CHYN

Das Center for Hybrid Nanostructures entsteht als neues Forschungsgebäude für die Universität Hamburg auf dem Campus Bahrenfeld

Der Forschungscampus Bahrenfeld rund um Universität Hamburg und Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY) wird als Exzellenzstandort weiter ausgebaut. Dort wird ein neues Forschungsgebäude für das Center for Hybrid Nanostructures (CHYN) mit rund 4.650 Quadratmetern Nutzfläche entstehen. Die Bürgerschaft hat hierfür am 24. September 2014 ein Baubudget von rund 61 Millionen Euro bewilligt. Das Vorhaben wird im Wege des Mieter-Vermieter-Modells mit der städtischen Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträger umgesetzt. Es fügt sich in die Politik des Senats ein, Hamburgs Spitzenposition als internationales Zentrum für die Strukturforschung weiter auszubauen.

Erforschung von Nanoteilchen

Das CHYN ist der erste Neubau auf dem Campus Süd, dem ehemaligen Reemtsma-Gelände. Zielsetzung der Arbeiten im CHYN ist die Erforschung und Anwendung von Strukturen in Teilchen auf der Nanometerskala, den sogenannten Nanostrukturen. Diese Nanoteilchen haben eine Größe von wenigen Atomen bis zu 100 Nanometern. Ein Nanometer ist ein milliardstel Meter. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im CHYN sind dabei spezialisiert auf die Verbindung von nanoelektronischen und biologischen Materialien. Die dabei entstehenden hybriden (gemischten) Nanostrukturen bieten ein immenses Potential für neue Anwendungen in Medizin und Biologie. In Zukunft sollen beispielsweise kleinste bioelektronische Implantate zerstörte Sinneszellen ersetzen und Menschen Sehen, Hören oder das Bewegen von Armen und Beinen ermöglichen. Um diese Anwendungen möglich zu machen, müssen jedoch zunächst fundamentale Fragestellungen der Physik der Nanoteilchen weiter erforscht werden. Dabei ist die Zusammenarbeit der Physik mit der Chemie, der Biologie und der Medizin unerlässlich.

Umsetzung nach Berliner Siegerentwurf von Reiner Becker

Für den Neubau ist das Architekturbüro Reiner Becker Architekten BDA als Wettbewerbssieger hervorgegangen. Die Berliner errichten in dem Forschungsneubau Labore für die Entwicklung von hybriden Nanostrukturen für die Analytik und Manipulation von biologischen Materialien und Systemen, HF Kabinen, Kryostatgrube, Labore für Quanten- und Bio-Materialien, Reinraumbereiche nach ISO RK 4 (420 qm), ISO RK 5 (220 qm) und ISO RK 6 (220 qm) sowie aktiv abgeschirmte und mit schwingungsisolierten Fundamenten ausgerüstete, physikalische Labore mit optischen Tischen, TEM, REM und SEMPA.

Neues Mieter-Vermieter-Modell beim CHYN

Der Senat hat sich zum Ziel gesetzt, von der Stadt genutzte Immobilien schrittweise in ein Mieter-Vermieter-Modell zu überführen. Das neue Modell kommt auch beim CHYN zur Anwendung. Dadurch sollen die Professionalität des Gebäudemanagements gestärkt, Effizienzvorteile generiert und das Kostenbewusstsein insbesondere auf der Mieterseite geschärft werden. Das von der Bürgerschaft bewilligte Baubudget beläuft sich auf 61 Millionen Euro. Die Basis für die Mietberechnung beträgt inklusive Zwischenfinanzierungskosten 46 Millionen Euro. Der Universität Hamburg werden die Jahresmiete von rund drei Millionen Euro sowie für den Gebäudebetrieb rund eine Million Euro p.a. zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Für die Ersteinrichtung erhält sie rund 8,5 Millionen Euro sowie Fördermittel des Bundes in Höhe von rund vier Millionen Euro.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.chyn.de

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