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Pflege 2020: Neue Versorgungsformen für Hamburg

Gesundheitsbehörde stellt Rahmenplanung für neue Pflegeversorgung vor: mehr ambulante Angebote, Ausbau der Pflege zu Hause und neue Wohn- und Pflegeformen im Quartier

Hamburg wird sich in den kommenden Jahren verändern: Der demografische Wandel führt dazu, dass es mehr ältere Menschen geben wird – und damit auch der Anteil der Pflegebedürftigen zunimmt. Während die Pflegestatistik für 2013 fast 50.000 Menschen mit Pflegebedarf verzeichnet, werden für 2020 rund 54.000 und für 2030 etwa 62.000 prognostiziert. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) stellte jetzt unter dem Titel „Pflegerische Versorgungsstruktur“ die Rahmenplanung für die kommenden Jahre bis 2020 vor.

Neue ambulante Angebote

Auf dieser Basis sollen in den nächsten Jahren unter anderem neue Formen pflegerischer Versorgung, insbesondere ambulante Angebote, weiter entwickelt werden. Dazu stehen Fördermittel von bis zu drei Millionen Euro zur Verfügung. Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Demenz sollen besonders berücksichtigt werden. Der Hamburger Landespflegeausschuss unterstützt diese Pläne, teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde jetzt mit.

Herausforderung demografischer Wandel

„Durch den Zuzug Jüngerer bleibt Hamburg in den nächsten 15 Jahren im Gegensatz zu vielen anderen Städten Deutschlands vergleichsweise jung. Aber auch in Hamburg wird es mehr ältere Menschen geben und damit auch eine deutliche höhere Zahl von Pflegebedürftigen. Auch für uns ist es deshalb eine der Herausforderungen des demografischen Wandels, die Pflege für immer mehr Menschen in unserer Stadt sicher und mit guter Lebensqualität zu organisieren“, sagt Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. „Damit dies gelingt, brauchen wir insbesondere einen Ausbau der Pflege zu Hause und neue Wohn- und Pflegeformen im Quartier. Auch der Bedarf an Pflegekräften wird weiter steigen.“ Deutlich stärker als in der Gesamtbevölkerung steige in Hamburg zudem die Zahl älterer Menschen mit Migrationshintergrund.

Prüfer-Storcks: „Auch im Jahr 2020 ist in Hamburg die Pflege gesichert. Jeder Pflegebedürftige wird die Wahl zwischen mehreren freien Plätzen in Pflegeeinrichtungen haben. Nachholbedarf haben wir eher an alternativen Wohnformen im Alter, etwa an Pflege-Wohngemeinschaften.”

Kombination verschiedener Möglichkeiten

Neue Formen der pflegerischen Versorgung bilden einen Schwerpunkt der Rahmenplanung, wie zum Beispiel die Pflege im Quartier. Der Grundgedanke dabei ist demnach, dass im Sinne der Betroffenen durch die Kombination verschiedener beruflicher und ehrenamtlicher Angebote sowohl Versorgungssicherheit als auch soziale Teilhabe im Stadtteil sichergestellt werden und die Pflegebedürftigen auf diese Weise länger in ihrer gewohnten Umgebung leben können.

Gemeinschaften im Stadtteil fördern

Weiter unterstützt werden soll auch der Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften im Stadtteil. In diesen Gemeinschaften können Pflegebedürftige in einer großen Wohnung selbstbestimmt zusammen wohnen und von einem ambulanten Pflegedienst versorgt werden. Die Zahl dieser Gemeinschaften habe sich in den letzten fünf Jahren bereits von 14 auf 33 erhöht. Um Projekte zur Pflege im Quartier, den Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften und die kleinräumige Umgestaltung von stationären Pflegeeinrichtungen zu unterstützen, stellt die BGV ab Januar 2016 Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro zur Verfügung.
kk

Die Rahmenplanung der pflegerischen Versorgungsstruktur bis 2020 steht in Kürze im Internet unter www.hamburg.de/bgv zur Verfügung.

Quelle und weitere Informationen
Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz
www.hamburg.de/bgv

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