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CHYN – Center for Hybrid Nanostructures - © EINER BECKER ARCHITEKTEN BDA

Modernstes Nanoforschungszentrum in Hamburg eröffnet

Eröffnung des Center for Hybrid Nanostructures (CHyN). Bund und Stadt investieren mehr als 60 Millionen Euro. Neuer Forschungsansatz

Modernste Erforschung von Nanostrukturen in Hamburg: Am Mittwoch (19.07.) wurde das Center for Hybrid Nanostructures (CHyN) auf dem Forschungscampus Bahrenfeld eröffnet. In der Forschungseinrichtung soll ein gänzlich neuer Ansatz der Forschung etabliert werden. Wissenschaftler aus der Physik, Chemie, Biologie und der Medizin sollen vernetzt an Nanostrukturen forschen und das Potential aus Kooperationen nutzen. Ziel ist es, die Eigenschaften von Festkörpern und von Bio-Materialien zu analysieren, diese einander anzupassen, um daraus schließlich neue Materialeigenschaften – hybride Nanostrukturen – für chemische, biologische und medizinische Anwendungen zu entwickeln.

Platz für 130 Wissenschaftler

„Das neue Gebäude und Forschungsprogramm ist weltweit einzigartig und kann unter anderem dabei helfen, hochmoderne Behandlungsmethoden zu entwickeln“, erklärte Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. „Das CHyN fügt sich zudem perfekt in die bestehende und entstehende Infrastruktur am Forschungscampus Bahrenfeld ein und leistet somit einen wichtigen Beitrag, Hamburg zur internationalen Wissenschafts- und Innovationsmetropole auszubauen.“ Die Bundesrepublik Deutschland sowie die Stadt Hamburg investieren mehr als 61 Millionen Euro. Das Gebäude bietet mit circa 5000 Quadratmetern Raum für rund 130 Wissenschaftler.

Internationale Forschung am Forschungsstandort Hamburg

Das Herzstück des neuen Forschungsbaus ist der schwingungsarme Reinraum mit dem „Käselochboden“. Dicht an dicht befinden sich am Boden Löcher, die jegliche Schmutzpartikel aufsaugen sollen. So soll die Staubdichte möglichst gering gehalten werden. Der Reinraum verfügt über rund 60 Labore, in denen bis zu 90 Wissenschaftler die Möglichkeit haben ihre hybriden Nanostrukturen selbst zu präparieren. Teils sind die Labore elektromagnetisch besonders abgeschirmt und schwingungsisoliert, damit die Forschung an Quanten- und Bio-Material überhaupt möglich ist. Eine Heliumverflüssigungsanlage und zehn weitere Großgeräte ermöglichen zudem höchstaufgelöste Messungen bei tiefsten Temperaturen.

„Mit dem CHyN kann die Universität Hamburg im kompetitiven Forschungsfeld der Nanowissenschaften international sowie national sichtbar werden und den aussichtsreichen Forschungsbereich der Nanophysik in Hamburg langfristig etablieren. Das CHyN ist eine wichtige Maßnahme zur weiteren universitären Strukturbildung sowie zur Stärkung des Campus Bahrenfeld“, so Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg. „Es ist ein großer Vorzug, dass sich nicht die Wissenschaft einem schon vorhandenen Gebäude anpassen muss, sondern ein Gebäude passgenau für die Wissenschaft errichtet wurde.“

Potenzial für Anwendungen in Medizin und Biologie

Zielsetzung der Arbeiten im CHYN ist die Erforschung und Anwendung von Teilchen auf der Nanometerskala, den sogenannten Nanostrukturen. Diese Nanoteilchen haben eine Größe von wenigen Atomen bis zu 100 Nanometern. Ein Nanometer ist ein milliardstel Meter. Die im CHYN sind dabei spezialisiert auf die Verbindung von nanoelektronischen und biologischen Materialien. Die dabei entstehenden hybriden (gemischten) Nanostrukturen bieten ein immenses Potential für neue Anwendungen in Medizin und Biologie. In Zukunft sollen beispielsweise kleinste bioelektronische Implantate zerstörte Sinneszellen ersetzen und Menschen Sehen, Hören oder das Bewegen von Armen und Beinen ermöglichen. Um diese Anwendungen möglich zu machen, müssen jedoch zunächst fundamentale Fragestellungen der Physik der Nanoteilchen weiter erforscht werden. Dazu müssen die Bereiche Physik, Chemie, Biologie und Medizin eng zusammenarbeiten.
mm/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de

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