Forschung in Hamburg - © www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) - © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Wissenschaftler am UKE erforschen Hirntumore bei Kindern

Neue Erkenntnisse der Hamburger Forscher machen Heilung wahrscheinlicher. Form bislang nicht behandelbar

Im Rahmen einer internationalen Wissenschaftlergruppe haben Krebsforscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Forschungsinstituts Kinderkrebs-Zentrum Hamburg ermutigende Fortschritte bei der Erforschung einer bislang nicht behandelbaren Form kindlicher Hirntumore (ETMR) erzielt. „Die Entstehung von ETMR ist noch weitestgehend ungeklärt. Standardtherapien oder gar spezifisch wirkende Medikamente fehlen völlig“, sagt der Leiter der Arbeitsgruppe, Prof. Dr. Ulrich Schüller, der sowohl am UKE als auch am Forschungsinstitut Kinderkrebs-Zentrum Hamburg tätig ist. Ziel der Wissenschaftler sei es daher gewesen, auf molekularer Ebene zu verstehen, wie die Vorläuferzellen im Gehirn entarten.

Hamburger Wissenschaftler finden Ursachen für ETMR

Die internationale Gruppe berichtet in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Medicine von ihren Erkenntnissen. Die Forscher identifizierten molekulare Mechanismen, die für die Entstehung dieser Art von kindlichen Hirntumoren verantwortlich sind. In Laborexperimenten konnten die Forscher das Tumorwachstum mithilfe von Medikamenten erheblich verlangsamen. Zu den Ursachen von ETMR gehöre die gleichzeitige Überaktivierung von zwei molekularen Signalwegen – dem sogenannten Sonic Hedgehog-Signalweg (SHH) und dem WNT-Signalweg. Beide Signalwege spielen eine entscheidende Rolle bei der Hirnentwicklung.

Erfolge durch medikamentöse Behandlung

Im Labor gelang es den Forschern, ETMR-typische Tumore mithilfe eines Wirkstoffs, der in den SHH-Signalweg eingreift, erfolgreich zu behandeln. Der hierfür verwendete Wirkstoff Arsentrioxid werde bereits als Chemotherapeutikum bei bestimmten Leukämieformen eingesetzt, so Schüller. „Wir gehen deshalb davon aus, dass er gut verträglich ist und sicher verwendet werden kann“, erläutert Dr. Julia Neumann aus dem Institut für Neuropathologie.
bkr

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de/presse

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.