Forschung in Hamburg - © www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta
IHC - © UKE

Hamburger Nierenforscher entdecken unbekannten Antikörper

Forscherteam unter Hamburger Vorsitz stellen im renommierten New England Journal of Medicine ihre Forschungsergebnisse vor

Zusammen mit Wissenschaftlern aus Boston, USA, und Nizza, Frankreich, hat die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rolf Stahl, Direktor der III. Medizinischen Klinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), eine neue Ursache für eine spezielle Nierenerkrankung entdeckt. Ihre Erkenntnisse haben sie jetzt in der renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Eiweißverlust über Urin lässt Blutfettwerte steigen

Eine häufige Folge von Nierenerkrankungen ist der Eiweißverlust über den Urin. Dieser Eiweißverlust zieht in der Regel weitere Symptome wie Wassereinlagerungen im Gewebe und einen Anstieg der Blutfettwerte nach sich. Im weiteren Verlauf kann es zum vollständigen Verlust der Nierenfunktion und damit zu einer Dialysepflicht führen; die Patienten müssen ihr Blut dann regelmäßig von Maschinen filtern lassen.

Hamburger entdecken zirkulierende Autoantikörper

“Wir haben im Blut von Patienten, die an einer sogenannten membranösen Glomerulonephritis erkrankt waren, zirkulierende Autoantikörper entdeckt”, erläutert Dr. Nicola Tomas, III. Medizinische Klinik des UKE und Erstautor der wissenschaftlichen Studie. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Entzündung der Nierenkörperchen, die zum starken Eiweißverlust führt und in eine Dialysepflicht münden kann. Die von den Nierenforschern entdeckten Autoantikörper sind gegen ein Eiweißmolekül (THSD7A) in den Nierenkörperchen gerichtet und erzeugen die Erkrankung. Dieser Vorgang war bislang nicht bekannt.

Neue Erkenntnisse könnten Ende der Dialysepflicht bedeuten

Die neuen Erkenntnisse, die durch die UKE-Forscher und ihre internationalen Wissenschaftlerkollegen gewonnen wurden, können zur Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten und zur Verhinderung der Dialysepflicht führen. Die wissenschaftlichen Arbeiten der UKE-Forscher werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der klinischen Forschergruppe “Ursachen und Therapie von Glomerulonephritiden” gefördert. Die Nierenforscher am UKE befassen sich mit einer Reihe von entzündlichen Nierenerkrankungen und haben in den letzten Jahren wesentliche Beiträge für das bessere Verständnis von Nierenerkrankungen verfasst.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

Paper:
Dr. Nicola Tomas et al.: Thrombospondin Type 1 Domain Containing 7A in Idiopathic
Membranous Nephropathy, New England Journal of Medicine

Weitere Artikel

  • Es gibt keine älteren Artikel in dieser Kategorie.
  • Es gibt keine neueren Artikel in dieser Kategorie.