Forschung in Hamburg: © www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta
© Onno Seyler/UKE

Die Gesundheit türkischer Migranten im Fokus

Erstmals in Deutschland untersucht ein Forschungsprojekt am Institut für Medizinische Psychologie des UKE die Gesundheit von Migranten

Erstmals in Deutschland werden die Gesundheitssituation und das Wohlbefinden von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund in einer repräsentativen Erhebung systematisch untersucht. In den kommenden sechs Monaten erhalten mehrere Tausend zufällig ausgewählte deutsch-türkische Haushalte in Hamburg einen Brief mit der Bitte, sich an einer Studie des Instituts für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zu beteiligen. Schwerpunkte der Kampagne liegen in Wilhelmsburg und Altona.

Werbeaktion für die Studie gestartet

“Die Teilnahmebereitschaft bei ähnlichen Studien ist bislang sehr gering”, sagt Studienleiter Mike Mösko, Diplom-Psychologe am Institut für Medizinische Psychologie des UKE. Um die in Hamburg lebenden Deutsch-Türken zu einer Beteiligung zu motivieren, hat das UKE eine Werbeaktion gestartet. Neben Vural Öger sprechen sich auf Plakaten fünf deutsch-türkische Hamburger für die Studie aus. Unterstützung erfährt das Forschungsprojekt auch durch türkische Organisationen und Verbände.

Ergebnisse sollen Gesundheitsangebote für Türken verbessern

“Die Ergebnisse sind wichtig, um die zukünftige Gesundheitsversorgung an die Bedürfnisse von Türken anzupassen”, sagt Dr. Süleyman Keser vom Vorstand der Türkischen Gemeinde in Hamburg und Umgebung. Für Haluk Bekir Topalan, Mitarbeiter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB Nord), ist die Studie wichtig, um Barrieren abzubauen. “Die Untersuchung kann dazu beitragen, die Teilhabe an der Gesundheitsversorgung zu verbessern.”

Neben der persönlichen Gesundheitseinschätzung der Migranten will die Forschergruppe des UKE-Instituts für Medizinische Psychologie herausfinden, welche Ressourcen und Barrieren bei der Nutzung des deutschen Gesundheitssystems bestehen. Die erhobenen Daten werden anonymisiert und sind nachträglich nicht zuzuordnen. “Wir wollen erfahren, wie sich Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland fühlen und wie häufig sie beispielsweise zum Arzt gehen”, sagt Studienleiter Mösko. Er hat bereits mehrere Studien zu kulturellen Unterschieden in der Gesundheitssituation von Migranten durchgeführt.

Uni Istanbul und Berliner Charité sind Partner

Das Forschungsprojekt, das am UKE und an der Berliner Charité durchgeführt wird, wird von der Volkwagen-Stiftung finanziert. Kooperationspartner ist die Marmara Universität in Istanbul. Zeitgleich zur Hamburger Erhebung findet in Berlin eine Befragung unter Leitung der Diplom-Psychologin Ulrike Kluge von der Charité statt.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

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