Forschung in Hamburg: © www.mediaserver.hamburg.de/Norgenta
European XFEL-Wissenschaftler Maurizio Vannoni prüft den neuen Röntgenspiegel, dessen Oberfläche nicht mehr als einen milliardstel Meter von der Idealform abweicht. : © European XFEL

Forschungsanlage European XFEL erhält präzisen Röntgenspiegel

An dem Forschungs- und Entwicklungsprozess waren Institute und Firmen in Japan, Frankreich, Italien und Deutschland beteiligt

Der vermutlich präziseste Spiegel der Welt ist bei der Forschungsanlage European XFEL in der Metropolregion Hamburg eingetroffen. Der 95 Zentimeter lange Spiegel ist ein wichtiges Bauteil des Röntgenlasers, der 2017 in Betrieb gehen soll. Auf den ersten Blick sieht er einem normalen Spiegel durchaus ähnlich, ist jedoch extrem flach und glatt. Die größten Unebenheiten auf seiner Oberfläche haben eine Dimension von gerade einmal einem Nanometer, einem milliardstel Meter.

Forschungszentrum DESY ist Hauptgesellschafter

„Als wir begonnen haben uns mit dem Thema zu beschäftigen, haben wir schnell gemerkt, dass Spiegel mit dieser Präzision noch nirgends auf der Welt existieren“, erinnert sich Harald Sinn, der die Röntgenoptik-Gruppe am European XFEL leitet. „Nun haben wir den weltweit ersten Spiegel mit diesen herausragenden Eigenschaften.“

Der European XFEL will ultrakurze Laserlichtblitze im Röntgenbereich erzeugen – 27.000 Mal in der Sekunde und milliardenfach intensiver als die der besten herkömmlichen Röntgenquellen. Die weltweit einzigartige Anlage soll völlig neue Forschungsmöglichkeiten für Naturwissenschaftler und industrielle Anwender eröffnen. Als Hauptgesellschafter ist das Forschungszentrum DESY in Bau und Betrieb der Anlage maßgeblich involviert.

Internationales Nanokosmos-Forschungsprojekt

Der Röntgenspiegel ist der erste von mehreren, die an unterschiedlichen Stellen der Anlage zum Spiegeln und Filtern des Röntgenlaserstrahls eingebaut werden. Sie sind das Ergebnis eines langen Forschungs- und Entwicklungsprozesses, an dem Institute und Firmen in Japan, Frankreich, Italien und Deutschland beteiligt waren. Der European XFEL soll es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt ermöglichen den Nanokosmos zu erforschen, darunter ultraschnelle chemische Reaktionen, komplexe Moleküle oder extreme Materiezustände.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.xfel.eu/nachrichten
www.desy.de/european_xfel

Über European XFEL

Der European XFEL, der in unterirdische Tunnelröhren eingebaut wird, ist über drei Kilometer lang und reicht vom DESY-Gelände in Hamburg bis ins schleswig-holsteinische Schenefeld, wo der Forschungscampus mit einer großen Experimentierhalle entsteht. Das Milliardenprojekt ist ein internationales Unterfangen, für das mit der European XFEL GmbH eine eigene Gesellschaft gegründet wurde: Neben Deutschland sind zehn weitere Staaten beteiligt, darunter Russland, Frankreich und Italien. Weitere Informationen unter www.xfel.eu

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