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Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE): © Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Forschung des UKE belegt: Computerspiel trainiert Selbstkontrolle

Laut UKE-Studie lässt sich Handlungskontrolle durch ein Computerspiel verbessern. Schutz gegen Alkohol- und Nikotinmissbrauch?

Ältere Menschen, bei denen die Fähigkeit der Selbstkontrolle häufig abnimmt, könnten mithilfe eines Computerspiels ihre Handlungskontrolle systematisch verbessern: Dieses Ergebnis hat eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Kühn vom Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) in der Online-Ausgabe des internationalen Fachmagazins NeuroImage veröffentlicht.

Wie die Wissenschaftler in ihrer Studie herausfanden, verstärkt das Training mithilfe eines speziellen Computerspiels die Struktur derjenigen Regionen des Gehirns, denen Neurowissenschaftler die Fähigkeit der „Inhibition“ zuschreiben. „Mit Inhibition ist die Fähigkeit gemeint, eine Handlung, die man eigentlich ausführen möchte oder die man bereits begonnen hat, doch noch abbrechen zu können. Die Fähigkeit zur Inhibition ist eine Grundlage für angepasstes oder angemessenes Verhalten und verhindert zum Beispiel, dass wir Impulsen wie dem Genuss von Zigaretten oder Alkohol nachgeben“, erklärt Prof. Kühn.

Positive Effekte nach acht Wochen Computertraining

Das Forscherteam trainierte im Rahmen der Studie insgesamt 20 ältere Frauen und Männer im Alter zwischen 62 und 78 Jahren zwei Monate lang mit einem selbst entwickelten spielerischen Computerprogramm. Die Teilnehmer dieser Trainingsgruppe mussten in dem Spiel täglich 15 Minuten lang unter Zeitdruck zwischen „erlaubten“ und „verbotenen“ Objekten unterscheiden. Nur die „erlaubten“ Objekte durften sie von einem virtuellen Büfett nehmen und auf ihren Teller legen. Zusätzlich gab es eine aktive und eine passive Kontrollgruppe. Nach acht Wochen wurde die Inhibitionsfähigkeit aller Teilnehmer getestet sowie Veränderungen der Hirnstruktur untersucht. Im Ergebnis zeigte sich ausschließlich bei den Probanden der Trainingsgruppe demnach eine signifikante Verbesserung der Inhibitionsfähigkeit. Zudem sei eine signifikante Zunahme der Dicke des Anteils der Hirnrinde, der Inhibition steuert, festgestellt worden. In weiteren Studien soll nun überprüft werden, ob das Computerspiel auch abhängige Patienten dabei unterstützen kann, abstinent von Alkohol oder Nikotin zu bleiben.
mm/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

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