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European XFEL nimmt den Betrieb auf

Größter Röntenlaser der Welt beginnt mit der Betriebsphase. Letzter Meilenstein vor offizieller Eröffnung am 1. September erreicht

Für den weltgrößten Röntgenlaser European XFEL in der Metropolregion Hamburg beginnt die Betriebsphase. Der Röntgenlaser produziert extrem helle und ultrakurze Lichtblitze, die mit Hilfe spezieller Experimentierstationen völlig neue Einblicke in atomare Details und in schnelle Prozesse im Nanokosmos ermöglichen sollen. Alle notwendigen Parameter wurden in den letzten Wochen erreicht, um mit der Forschung beginnen zu können. Technik und wichtige Instrumente wurden in den Experimentierhütten installiert. Nun sind die ersten Experimente möglich und haben mit der Inbetriebnahme bereits begonnen. Der Nutzerbetrieb soll im September starten. „Ich freue mich, dass der Übergang in die Betriebsphase problemlos geklappt hat. Nun steht der offiziellen Eröffnung und der damit verbundenen Aufnahme des Nutzerbetriebs im September nichts mehr im Weg. Wenn die ersten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt im Herbst mit ihrer Forschung am Superröntgenlaser starten, wird das dem Wissenschaftsstandort einen kräftigen Schub geben“, erklärt Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. „Der European XFEL wird die Metropolregion Hamburg zum weltweiten ‚Place to be‘ für die Forschung mit Freien Elektronen-Lasern machen.“

Wissenschaftliche Zusammenarbeit in Europa

Voraussetzung für den Übergang in die Betriebsphase ist, dass die Einrichtung eine Reihe von vorab festgelegten technischen Bedingungen erfüllt. Dazu zählt, dass die Pulse des Röntgenlasers bei einer Wellenlänge von maximal 0,2 Nanometern die für Röntgenlaser typische hohe Intensität haben und stabil bleiben. Außerdem müssen die beiden Instrumente der zuerst fertiggestellten Beamline (Strahlführung) soweit ausgestattet sein, dass wissenschaftliche Experimente möglich sind. „Die Mitgliedsländer freuen sich sehr über die großen Fortschritte, die es nun ermöglichen, die Betriebsphase dieser weltweit führenden Einrichtung zur Forschung mit Röntgenstrahlen starten zu können“, erklärt Prof. Martin Meedom Nielsen, Vorsitzender des European XFEL Council. „Die internationale Nutzergemeinschaft, die sich intensiv auf wegweisende neue Experimente vorbereitet, hat diesen großen Meilenstein mit Spannung erwartet.“ Die Inbetriebnahme stellt auch einen großen Erfolg für die wissenschaftliche Zusammenarbeit in Europa dar.

Offizielle Eröffnung des European XFEL am 1. September

Zu den seit der Erzeugung des ersten Laserlichts Anfang Mai erzielten Fortschritten zählen unter anderem die Erzeugung von kurzwelligem, sogenanntem harten Röntgenlicht, die erfolgreiche Weiterleitung des Strahls über Spezialspiegel bis in die Experimentierhütten und die Inbetriebnahme einer Reihe von hochspezialisierten Geräten für die Messung der Röntgenstrahl-Eigenschaften. Am 23. Juni konnte der Strahl erstmals in die Experimentierhütten geleitet werden. Wissenschaftler von European XFEL begannen daraufhin unverzüglich mit ersten Charakterisierungen des Strahls und Test-Experimenten für die Inbetriebnahme der Instrumente. Am 1. September soll die internationale Einrichtung offiziell eröffnet werden. Die wissenschaftlichen Nutzer aus aller Welt werden in den darauf folgenden Wochen erwartet. Internationale Expertengremien haben in den vergangenen Wochen die in der ersten Bewerbungsrunde um Strahlzeit eingereichten Anträge begutachtet. In Kürze wird European XFEL bekannt geben, welche Vorschläge berücksichtigt werden können.
mm

Quelle und weitere Informationen:
www.xfel.eu
www.hamburg.de

Über European XFEL

In der Metropolregion Hamburg wird mit dem European XFEL eine Großforschungsanlage der Superlative in Betrieb genommen: 27 000 Röntgenlaserblitze pro Sekunde und eine Leuchtstärke, die milliardenfach höher ist als die besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art, werden völlig neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen. Forschergruppen aus aller Welt können an dem europäischen Röntgenlaser atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln, dreidimensionale Aufnahmen im Nanokosmos machen, chemische Reaktionen filmen und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersuchen. Die European XFEL GmbH ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die eng mit dem Forschungszentrum DESY und weiteren internationalen Institutionen zusammenarbeitet. Sie beschäftigt rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Über DESY

Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY ist das führende deutsche Beschleunigerzentrum und eines der führenden weltweit. DESY ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft und wird zu 90 Prozent vom BMBF und zu 10 Prozent von den Ländern Hamburg und Brandenburg finanziert. An seinen Standorten in Hamburg und Zeuthen bei Berlin entwickelt, baut und betreibt DESY große Teilchenbeschleuniger und erforscht damit die Struktur der Materie. Die Kombination von Forschung mit Photonen und Teilchenphysik bei DESY ist einmalig in Europa. DESY ist Hauptgesellschafter des European XFEL und betreibt den supraleitenden Teilchenbeschleuniger der Forschungsanlage.

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