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Beschleunigertunnel XFEL - © Desy

Erste Forscher starten am European XFEL

Darauf warten Wissenschaftler aus aller Welt: Forschergruppen starten in Kürze an den ersten beiden Instrumenten des XFEL

Beim European XFEL herrscht derzeit besonders große Betriebsamkeit. Nicht nur, dass die offizielle Eröffnung an diesem Freitag bevorsteht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereiten die Anlage gleichzeitig auch bereits für die Ankunft der ersten Nutzer im September vor. Nach jahrelangen Entwicklungs- und Aufbauarbeiten ist der weltweit größte Röntgenlaser jetzt kurz davor, seinen vorgesehenen Zweck zu erfüllen: Forscherinnen und Forschern aus aller Welt zu ermöglichen, die Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis zu überschreiten.

FXE: molekulare “Filme” erzeugen

In der unterirdischen Experimentierhalle bereiten sich die ersten beiden Instrumente auf die ersten Nutzer vor. Das vom leitenden Wissenschaftler Christian Bressler koordinierte Instrument FXE (Femtosecond X-Ray Experiments) wird die Untersuchung extrem schneller Prozesse erlauben. Hier werden die Forscher „molekulare Filme“ vom Ablauf chemischer Reaktionen erzeugen, die zum Beispiel helfen werden, besser zu verstehen, wie Katalysatoren funktionieren oder wie Pflanzen Licht in nutzbare chemische Energie umwandeln.

Das vom leitenden Wissenschaftler Adrian Mancuso koordinierte Instrument SPB/SFX (Single Particles, Clusters, and Biomolecules / Serial Femtosecond Crystallography) wird es erlauben, unser Verständnis von Form und Funktion von Biomolekülen wie Proteinen zu verbessern, die ansonsten schwierig zu studieren sind.

Projektvorschläge ausgewählt

Mehr als 60 Nutzergruppen reichten im Anschluss an die Anfang 2017 veröffentlichte Ausschreibung Vorschläge für Forschungsprojekte an diesen beiden Instrumenten ein. Die Projektvorschläge wurden von internationalen Expertengremien auf der Grundlage wissenschaftlicher Exzellenz und technischer Machbarkeit bewertet. Die ersten 14 Wissenschaftlergruppen wurden nun ausgewählt und eingeladen, ihre ehrgeizigen Forschungsprojekte ab September 2017 an der Anlage durchzuführen.
kk

Quelle nd weitere Informationen:
www.xfel.eu/de/

Zum European XFEL

Forschergruppen aus aller Welt können an dem europäischen Röntgenlaser atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln, dreidimensionale Aufnahmen im Nanokosmos machen, chemische Reaktionen filmen und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersuchen. Die European XFEL GmbH ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die eng mit dem Forschungszentrum DESY und weiteren internationalen Institutionen zusammenarbeitet. Sie beschäftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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