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Dr. Jan-Niklas Keltsch und Cecilia Edzard - © Embella/Christian Rating

Embella: Marktlücke im Hygienebereich entdeckt

Hamburger Startup entwickelte in Kooperation mit der TU Harbung Produkt für die Damenhygiene. Heute bereits in großen Drogeriemärkten erhältlich

Die Startup-Szene ist oftmals in der Online-Welt verhaftet. Entwickler von Marketingtools, Browser- und Appgames, Finanz- und Techunternehmen bilden den Großteil deutscher Startups. Mit einem ganz natürlich menschlichen Offline-Problem beschäftigt sich hingegen Embella mit den Gründern Dr. Jan-Niklas Keltsch und Cecilia Edzard.

Die Erfahrung, die Keltsch während seiner Studienzeit in einer Frauen-WG gemacht hat, zeigte ihm, dass gerade oftmals die alltäglichen Dinge noch Optimierungspotenzial bieten: „Dort kam das Thema auf, dass eine geruchs- sowie blickdichte Entsorgungsmöglichkeit für Tampons auf dem Markt nicht erhältlich ist. Auch Provisorien wie etwa Altpapiertüten waren zur sauberen und unauffälligen Entsorgung nicht geeignet“ so der Gründer Keltsch. „Ich konnte kaum glauben, dass es für ein so alltägliches Problem – pro Jahr werden rund 1.500.000.000 Tampons allein in Deutschland benutzt – keine adäquate Lösung gab.“

Universität machte die Entwicklung möglich

Im Kooperation mit der TU Harburg entwickelte der Wirtschaftsingenieur eine Lösung für dieses Problem. Die Beutel zeichnen sich durch ihre einhändige Handhabung aus. Außerdem lassen sie sich leicht verschließen, sind geruchs- und blickdicht. Nach dem Benutzen können sie im Recycling-Kreislauf entsorgt werden. Somit entsteht eine einfache und vor allem diskrete Entsorgung von Tampons, die laut dem Unternehmen vorher so nicht möglich, aber von vielen Frauen gewünscht war.

Seit 2013 ist Embella mit seinen Gründern Cecilia Edzard und Dr. Jan-Niklas Keltsch, sowie einem Festangestellten aktiv und im Gegensatz zu den meisten Startups erscheint die Idee zunächst etwas ungewöhnlich: „Jedenfalls aktuell noch. Aber Camelia und o.b. haben es auch geschafft, ein Tabu zu brechen. Im Prinzip handelt es sich um ein ganz gewöhnliches Geschäftsmodell“ erklärt der Gründer sein Produkt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hält großes von der Idee und fördert das Unternehmen neben dem Innovationsstarter Fonds aus Hamburg.

Erfolg für patentiertes Produkt

Nach einer erfolgreichen Testphase im Drogeriemarkt dm werden die Entsorgungsbeutel von ausgewählten Produzenten hergestellt. Die Drogeriemärkte Budnikowsky und dm vertreiben das Produkt mittlerweile und über den pharmazeutischen Großhandel ist es ebenfalls zu beziehen. Nach eigenen Angaben wurden in den ersten drei Monaten bereits 60.000 Packungen verkauft. Der bisherige Erfolg gibt dem Gründer Anlass für eine positive Zukunftsprognose: „Wir haben noch viele weitere Anwendungsfelder im Hygienebereich identifizieren können. Wir arbeiten bereits an der Entwicklung neuer Produkte, beispielsweise im Bereich Windeln für Kinder und Erwachsene, so dass wir die Konsumenten bald ein ganzes Portfolio an Embella Produkten für diskrete Entsorgung anbieten können.“
jan/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.embella.de
www.monitor.hamburg-startups.net

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