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Adrian Nötzel, Jörg Land, Matthias Lanz - © Sonormed GmbH

Tinnitracks: Startup mit digitaler Medizin-Innovation erfolgreich

Mit eigener Lieblingsmusik den Tinnitus bekämpfen - Hamburger Gründer präsentieren ihre Produktinnovation vor internationalen Investoren

Hamburgs kreative Gründerszene ist in vielen Wirtschaftsbereichen innovativ und erfolgreich. Aktuelles Beispiel ist die Sonormed GmbH mit ihrem Gesundheitsprodukt Tinnitracks.
Als einziges deutsches Startup hat Tinnitracks es unter die 48 Finalisten des SXSW-Accelerators geschafft. Das Hamburger Startup darf damit seine Geschäftsidee auf der internationalen Kreativmesse South by Southwest am 14. und 15. März im texanischen Austin in der Kategorie „Digital Health und Life Science Technologies“ vor internationalen Investoren präsentieren. Das Gründerteam muss sich gegen sieben Konkurrenten behaupten. Der Sieger erhält Förderung und weltweite Ausfmerksamkeit.

Mit Musik Nervenzellen ausgleichen

Tinnitracks soll Beschwerden von Menschen mit Tinnitus verringern. Wenn ein sogenannter chronischer, tonaler, subjektiver Tinnitus vorliegt, sei meist eine unterschiedliche Aktivität der Nervenzellen vorhanden: „Während einige Nervenzellen nur dann aktiv werden, wenn tatsächlich Schallereignisse vorliegen, sind andere Nervenzellen unabhängig davon überaktiv. Das führt zu einem Ungleichgewicht, das sich durch ein Piepen oder Pfeifen bemerkbar machen kann“ so Mitgründer und Geschäftsführer Jörg Land.

Mit Lieblingsmusik therapieren

Tinnitracks hat daher eine Technologie entwickelt, die spezielle Frequenzen aus Musikstücken herausfiltern kann. Diese Stücke dienen dann als Grundlage für die Eigentherapie der Betroffenen. Auf der Webseite wird der Nutzer zunächst nach seiner Tinnitus-Frequenz gefragt, die er bei einem HNO-Arzt erfahren kann. Wenn die genauen Frequenzen klar sind, kann der Nutzer seine Lieblingsmusik hochladen. Sie wird dann umgewandelt und kann im Anschluss zu Therapiezwecken genutzt werden. Die speziellen Frequenzen sind dann aus der Musik herausgefiltert und sollen für eine Linderung der Symptome sorgen. Das Gehirn wird durch die aufbereitete Musik neurophysiologisch trainiert.

Tinnitracks empfiehlt, 1-2 Stunden am Tag solche umgewandelte Musik zu hören und das für mindestens 6 Monate. Eine längere Therapie verspricht auch einen längeren Erfolg. Für 539 Euro können die Kunden 12 Monate lang ihre Lieblingsmusik filtern. Danach sind die Stücke weiterhin nutzbar.

Erfolg und Weiterentwicklung bei den Hamburgern

Ein interdisziplinäres Team aus Toningenieuren, Informatikern und Psychologen arbeitet an der Weiterentwicklung und dem Vertrieb des Medizinprodukts Tinnitracks. Sonormed wurde für Tinnitracks bereits mit mehreren Innovations- und Entrepreneur-Preisen ausgezeichnet: vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWT), von der LMU und TU München, vom Heidelberger Innovationsforum und von der Gesellschaft für Informatik. Auch ein Publikums- und Jurypreis in der Heimatstadt Hamburg zählt zu den Erfolgen der Gründer.

Gefördert wird die 2012 gegründete Sonormed GmbH von der IFB (Investitions- und Förderbank) Hamburg, Preisgeldern des Bundeswirtschaftsministeriums, der Europäischen Union (Programm FORT) und dem European Institute of Innovation and Technology.
jan/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.tinnitracks.com
www.hamburg-news.hamburg
www.monitor.hamburg-startups.net

Tinnitus-Therapie mit Tinnitracks from Tinnitracks on Vimeo.

SXSW Accelerator

Der Accelerator der South by South West Konferenz (SXSW) richtet sich an Technologie-Start-ups aus sechs unterschiedlichen Bereichen. Die Finalisten dürfen vor Ort ihre Entwicklung vorstellen und haben die Chance auf Förderung sowie auf die internationale Aufmerksamkeit von Medien und Geldgebern. Die Messe für Kreativwirtschaft ist jedes Jahr Hotspot für Künstler, Designer und Unternehmen aus der ganzen Welt. Konferenzen, Podiumsdiskussionen und Workshops werden im März erneut von weltweit bekannten und anerkannten Profis durchgeführt.

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