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Hamburg City Health Study am UKE gestartet

Größte lokale Gesundheitsstudie weltweit. 45.000 Hamburger werden untersucht. Erste Ergebnisse Ende 2016

Warum erleiden Menschen einen Herzinfarkt oder erkranken an Demenz? Wie kann ihre Gesundheit gestärkt werden? Und was können wir tun, um Hamburg gesünder werden zu lassen? Das möchte die Hamburg City Health Study (HCHS) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) herausfinden. Im Mai ist die nach UKE-Angaben größte lokale Gesundheitsstudie weltweit gestartet – ein Leuchtturmprojekt für Hamburg.

45.000 Hamburger zwischen 45 und 74 Jahren werden im Rahmen der Studie je sechs Stunden lang intensiv untersucht. Dazu arbeiten fast 30 Kliniken und Institute des Universitätsklinikums zusammen.

Volksleiden besser behandeln können

Die HCHS will das Geflecht verstehen, das hinter Erkrankungen steht. Denn Krankheit und Gesundheit hängen nicht von einzelnen Risikofaktoren ab, sondern sind Folge eines komplexen Netzwerks von Einflussfaktoren wie Genetik, Vorerkrankungen, Lebensstil oder Umwelteinflüssen. Je besser diese Zusammenhänge bekannt sind, desto fokussierter können die großen Volksleiden diagnostiziert und behandelt werden. Die Erkenntnisse der HCHS gestalten also die Medizin von morgen – mit individualisierten Behandlungen und fokussierter Prävention.

Größte Biomaterialdatenbank der Welt

Im Rahmen der Studie werden insgesamt 270 Millionen Biodaten gesammelt – pseudonymisiert und unter strengsten Datenschutzauflagen gespeichert. Sie ermöglichen den Aufbau einer der größten Biomaterialdatenbanken der Welt und machen eine weitreichende Netzwerkforschung überhaupt erst möglich. Erste Querschnittserkenntnisse, zum Beispiel zur Verteilung der Volkskrankheiten im Hamburger Stadtgebiet, sollen Ende 2016 vorliegen, teilte das UKE weiter mit. Die ersten Langzeiterkenntnisse werden für 2021 erwartet. Dann soll die zweite Phase der HCHS beginnen, die als Beobachtungsstudie langfristig angelegt ist.

HCHS und Nationale Kohorte

Derzeit läuft in Deutschland auch eine andere Gesundheitsstudie: Die Nationale Kohorte. In insgesamt 18 Studienzentren in Deutschland werden dafür rund 200.000 Probanden von 20 bis 69 Jahren untersucht. Hierzu stellt die HCHS eine ideale komplementäre Studie dar, denn sie untersucht die relevanten Volksleiden in einem höheren zeitlichen Umfang.
kk

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

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