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Blau illuminierter Photonentunnel des European XFEL  - © European XFEL

XFEL: Auf dem Weg zum hellsten Röntgenlicht der Welt

Teilchenbeschleuniger des Röntgenlasers European XFEL am Hamburger Beschleunigerzentrum DESY in Betrieb genommen

Der internationale Röntgenlaser European XFEL hat einen der letzten großen Meilensteine auf dem Weg zum Beginn der wissenschaftlichen Experimente erreicht: Das Beschleunigerzentrum DESY hat den Teilchenbeschleuniger, der den Röntgenlaser antreibt, erfolgreich auf voller Länge in Betrieb genommen, teilte die Behörde an diesem Mittwoch mit. Der European XFEL ist ein Röntgenlaser der Superlative: Die Hamburger Forschungsanlage wird in Zukunft bis zu 27.000 Röntgenlaserblitze pro Sekunde produzieren, jeder so kurz und intensiv, dass die Forscher damit Strukturen und Bewegungen auf atomarer Ebene abbilden können. „Bis zum offiziellen Start des European XFEL dauert es nicht mehr lange. Dass der Beschleuniger nun läuft, ist ein wichtiger Schritt hin zum Regelbetrieb im Herbst. Das hellste Röntgenlicht der Welt wird Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt in die Metropolregion Hamburg ziehen“, erklärt Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.

„First Lasing“ im Mai

Die schnellen Teilchen durchfliegen nun den kompletten 2,1 Kilometer langen Beschleunigertunnel. Im nächsten Schritt soll die Energie der Elektronen weiter erhöht werden, bevor sie in die magnetische Slalomstrecke geschickt werden, in der sie das helle Röntgenlaserlicht erzeugen sollen. Dieses „First Lasing“ ist für Mai geplant. Die Elektronen erreichen aktuell eine Energie von 12 Giga-Elektronenvolt (GeV), im Regelbetrieb sind bis zu 17,5 GeV geplant. „Der Teilchenbeschleuniger des European XFEL ist der erste supraleitende Linearbeschleuniger dieser Größe, der auf der Welt in Betrieb genommen wird. Mit der Inbetriebnahme dieser komplexen Anlage krönen DESY- und European XFEL-Wissenschaftler ihr 20-jähriges Engagement in Entwicklung und Bau dieses internationalen Großprojekts. Die ersten Experimente sind nun in greifbarer Nähe“, sagt der Vorsitzende des DESY-Direktoriums, Prof. Helmut Dosch.

Internationale Kooperation unter Leitung von DESY

Der supraleitende Teilchenbeschleuniger des European XFEL wurde in den vergangenen sieben Jahren durch ein internationales Konsortium führender Forschungsinstitute unter der Leitung von DESY gebaut. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten des Beschleunigers und der Strahlführung wird nun intensiv geprüft, bevor die beschleunigten Elektronen in die nachfolgenden, bis zu 210 Meter langen speziellen Magnetanordnungen, die sogenannten Undulatoren, geführt werden. Dort werden sie das helle Röntgenlaserlicht erzeugen. Der wissenschaftliche Experimentierbetrieb soll im Herbst dieses Jahres beginnen.
mm

Quelle und weitere Informationen:
http://www.xfel.eu

Über European XFEL

Die European XFEL GmbH ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die eng mit dem Forschungszentrum DESY und weiteren internationalen Institutionen zusammenarbeitet. Sie beschäftigt rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in der zweiten Jahreshälfte 2017 soll die Anlage den Nutzerbetrieb aufnehmen. Mit Kosten von 1,22 Milliarden Euro (Preisniveau 2005) für Bau und Inbetriebnahme und einer Länge von 3,4 Kilometern ist European XFEL eines der größten und ambitioniertesten europäischen Forschungsprojekte. Derzeit beteiligen sich elf Länder: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien und Ungarn. Deutschland (Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein) trägt 58 Prozent der Kosten, Russland 27 Prozent. Die anderen Partnerländer sind mit ein bis drei Prozent beteiligt.

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