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Eingangshalle Israelitisches Krankenhaus in Hamburg : © Israelitisches Krankenhaus in Hamburg

175 Jahre Israelitisches Krankenhaus

Das einzige jüdische Krankenhaus der Republik feiert Jubiläum. 1839 auf St. Pauli gegründet, ist das zweitältestes Hamburger Hospital heute ein international anerkanntes Kompetenzzentrum für Magen- und Darmkrebs.

Die Hamburger Wirtschaft engagiert sich seit Jahrhunderten nicht nur für Forschung und Wissenschaft in der Stadt, sondern hat auch maßgeblich beim Aufbau der exzellenten medizinischen Struktur in der Hansestadt mitgewirkt. So war es vor 175 Jahren der Onkel des Dichters Heinrich Heine, der Bankier und Kaufmann Salomon Heine, der mit einer Spende über 80.000 Mark Banco die Gründung eines Krankenhauses ermöglichte, das erstmals in der Hamburger Geschichte allen Kranken ohne Ansehen von Herkunft, Nation oder Religion offen stand.

Interdisziplinär vernetztes Krankenhaus

Heute ist das Israelitische Krankenhaus (IK) auf die Behandlung von Erkrankungen der Verdauungsorgane, insbesondere auch von Tumorerkrankungen spezialisiert. Das zweitälteste Hamburger Hospital steht laut der letzten Befragung (2013) von AOK, Barmer GEK und der Patienteninitiative Weißer Liste bei der „Pflegerischen Betreuung“ auf Platz 1 unter den Hamburger Krankenhäusern. Um die medizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu halten, unterstützt die Freie und Hansestadt Hamburg den Ausbau und die Modernisierung des Krankenhauses mit erheblichen Investitionsmitteln – wie zuletzt bei Erweiterung der Intensivstation, die Hamburg mit knapp 650.000 Euro gefördert hat.

Hohe Heilungsrate bei Magen- und Darmkrebs

Die erfolgreiche Arbeit bei der Behandlung von Magen-und Darmkrebs am Israelitischen Krankenhaus hat jetzt das Hamburgische Krebsregister bestätigt. Bei den in den Jahren 2007 bis 2009 in Hamburger Krankenhäusern diagnostizierten Fällen von Darmkrebs liegt die relative Fünf-Jahres-Überlebensquote bei rund 58 Prozent, am Israelitischen Krankenhaus (IK) sogar bei rund 75 Prozent. Besonders eindrucksvoll sind die Ergebnisse der Behandlung von Darmkrebs-Tumoren des UICC-Stadiums 2 (Operative Behandlung erforderlich, Diagnosezeitraum 2004 bis 2012). Hier liegt die durchschnittliche Heilungsrate in Hamburg bei 82 Prozent, bei Patienten des IK sogar bei 99 Prozent. Bei der Behandlung von Magentumoren (Diagnosezeitraum 2007 bis 2009) liegt das relative Fünf-Jahres-Überleben an Hamburger Krankenhäusern bei rund 30 Prozent, am IK bei rund 47 Prozent.
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Quelle und weitere Informationen:
ik-h.de

Über das Israelitische Krankenhaus

Das Israelitische Krankenhaus, als „Krankenhaus der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, der seligen Frau Betty Heine zum Andenken erbaut von ihrem Gatten“ am Hamburger Berg von St- Pauli mit anfänglich 80 Betten errichtet und dort bis 1939 betrieben, residiert seit 1960/61 in einem Neubau am Orchideenstieg 14 in Hamburg-Alsterdorf. Es hat rund 180 Betten. Zum Krankenhaus gehören eine Medizinische Klinik, eine Chirurgische Klinik sowie eine Anästhesiologie/Intensivmedizin. Am Israelitischen Krankenhaus sind ein Hospiz, mehrere Facharztpraxen und weitere Gesundheitsdienstleister angesiedelt. Jährlich werden etwa 7.300 Patienten stationär sowie 4.500 Patienten ambulant behandelt. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg.

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