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Testanlage Siemens Gamesa in Hamburg-Altenwerder - © Siemens AG

Hamburg-Altenwerder: Windenergie in heißen Steinen

Der Erfolg Erneuerbarer Energien ist von effizienten Speichertechnologien abhängig. Siemens Gamesa arbeitet an einem innovativen Projekt

Heiße Steine, coole Technologie: Nach rund drei Jahren Forschung in Hamburg-Bergedorf baut Siemens Gamesa Renewable Energy einen Speicher, der überschüssigen Windstrom in 600 Grad warmen Steinen lagert. Auf dem Gelände des Aluminiumherstellers Trimet Aluminium SE in Hamburg-Altenwerder entsteht derzeit das „Future Energy System – FES“. Der thermische Energiespeicher nutzt erstmals eine Kiesschüttung als Speicherbatterie. Rund 1.000 Tonnen Gesteinsmaterial erhitzt das System und hält so rund 30 MWh Strom bereit.

Speicher überbrücken produktionsschwache Zeiten

Über eine Dampfturbine lässt sich die Hitze zurück in Strom verwandeln. Sie bezieht ihren Dampf aus einem Wärmetauscher. Ein Generator mit 1,5 MW Leistung produziert bis zu 24 Stunden lang Strom. In diesem Zeitraum kann er rechnerisch 1.500 deutsche Haushalte versorgen oder rund 50 Elektroautos aufladen. Energiewirtschaftlicher Partner ist die Hamburg Energie GmbH, die den Speicher auf den Strommärkten erprobt. Erneuerbare Energien stehen bei reichlich Wind und Sonne in großen Mengen zur Verfügung – oft mehr, als die Stromnetze heute transportieren können. Speicher dienen dazu, produktionsschwache Zeiten zu puffern, wenn etwa Flaute und Dunkelheit herrscht.

Viele Speichertechnologien bieten begrenzte Kapazitäten oder sind zu teuer. Siemens Gamesa will daher in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt eine kostengünstigere Speichertechnologie entwickeln: Überschüssige Windenergie lagert in der Steinschüttung, die mit einem Isoliermantel geschützt ist. Bei zusätzlichem Strombedarf springt die Dampfturbine an und wandelt die Wärmeenergie zurück in Strom.

Neue Kombination

Das einfache Prinzip dieses Speichers basiert auf bekannten Komponenten in einer neuartigen Kombination. So kommen bei der Wandlung der elektrischen Energie in einem Heißluftstromlüfter und Heizelemente aus Großserienproduktion zum Einsatz. Ähnlich bei der Rückverstromung: Über einen hochdynamischen Siemens-Dampfkessel übernimmt eine serienmäßige Dampfturbine die Stromproduktion am Ende der Speicherkette. Die in einem Isolierbehälter verborgene Gesteinsschüttung ist der Kern der Innovation.

In dem Forschungsprojekt hat das Team um Programmleiter Till Barmeier die thermodynamischen Grundlagen für eine hohe Speichereffizienz erforscht. Ein Wissenschaftler der TU Hamburg unterstützt das Projekt mit der Modellierung der Prozesse im Speicher.

Betriebsstart für Frühjahr 2019 geplant

Siemens Gamesa rechnet mit rund einem Jahr Bauzeit für die FES-Anlage, die derzeit in Hamburg-Altenwerder errichtet wird und im Frühjahr 2019 in Betrieb gehen soll. „Nach Jahren der Erforschung freuen wir uns nun sehr, unsere FES-Technologie erstmals im größeren Maßstab errichten zu können“, sagt Programmleiter Barmeier. „Zusammen mit dem Kunden schaffen wir hier eine richtungweisende Speicheranlage, die als Vorstufe zu großen kommerziellen Anlagen gedacht ist.“
bkr/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.erneuerbare-energien-hamburg.de/news

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