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Richtfest des Hamburger IWES - © Pascal Hancz

Richtfest am Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme

Das Technologiezentrum Energie-Campus in Bergedorf wächst weiter. Lokale Windenergieunternehmen profitieren von wissenschaftlicher Expertise

Das Fraunhofer Institut für Windenergiesysteme (IWES) hat am vergangenen Montag Richtfest beim Technologiezentrum Energie-Campus in Bergedorf gefeiert. Das führende Windenergieforschungsinstitut in Deutschland hat dort einen Neubau eines Großprüfstandes für Blattlager von Windenergieanlagen errichten lassen. Das Technologiezentrum Energie-Campus des Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der HAW Hamburg in Bergedorf bietet auf rund 1.400 Quadratmetern Nutzfläche Platz für 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und eine 450 Quadratmeter große Prüfhalle. Die Freie und Hansestadt Hamburg investiert für Grundstück und Gebäude rund 8,3 Millionen Euro.

Höhere Ausfallsicherheit dank realistischer Prüfverfahren

In der Großprüfanlage werden künftig Blattlager mit Durchmessern bis zu fünf Metern dauerhaft unter realistischen Betriebsbedingungen getestet. „Wesentliches Merkmal des Großlager-Prüfstandes wird die realitätsgetreue Anbindung sehr großer Blattlager sein. Hierzu werden die erforderlichen Eigenschaften von Rotorblatt und Nabe nachgebildet”, erklärte dazu Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter, Institutsleiter Fraunhofer IWES. “Mithilfe von Methoden zur beschleunigten Prüfung sollen dann die Lasten aus 20 Jahre Betriebsdauer innerhalb weniger Monate Testdauer aufgebracht und mit den Ergebnissen zur Alterung und Verschleiß die Auslegungsmethoden verbessert werden.”

Hamburg fördert Projekt mit mehr als 8 Millionen Euro

Die Industrie hat großes Interesse an verkürzten Testzeiten für diese wichtige Komponente einer modernen Windenergieanlage, um die Ausfallsicherheit zu steigern und die Energieentstehungskosten zu senken. Das Fraunhofer IWES wird Betreiber des Prüfstandes sein und die Infrastruktur gemeinsam mit dem CC4E für anwendungsorientierte Forschung nutzen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat zusätzlich zur Hamburger Investition 12 Mio. Euro Projektfördermittel für Aufbau und Betrieb bewilligt. „Die Ansiedlung des renommierten Fraunhofer-Instituts IWES bedeutet einen weiteren wichtigen Schritt für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Hamburg: Die Zusammenarbeit mit dem CC4E der HAW Hamburg bringt die Entwicklung des ‚Clusters Erneuerbare Energien‘ nach vorne, erschließt neue Forschungsfelder und fördert den Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft”, so Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. “Durch den Bau der Anlage wird zudem Hamburgs Position als führender Windenergie-Forschungsstandort und Treiber bei der Energiewende gestärkt“, so Fegebank.

Lokale Windenergieunternehmen profitieren von guter Anbindung

Die Windenergieunternehmen der Metropolregion Hamburg, wie NORDEX, Siemens Windpower, Senvion oder Suzlon, erhalten durch die Anbindung an das Fraunhofer IWES und weitere Kooperationspartner des Forschungsverbundes Windenergie direkten Zugang zu einer wichtigen Forschungs- und Testinfrastruktur und den fachlichen Kompetenzen von 600 hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz Norddeutschland. Mit dem CC4E der HAW Hamburg und dessen Forschungskompetenzen bieten sich ausgezeichnete Potentiale der Zusammenarbeit.
bkr/kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de/presse
www.windenergie.iwes.fraunhofer.de/presse

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