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Harburg Leuchtturmprojekt bei Klima kommunal: © Stefan Koch

Metropolregion überzeugt beim Wettbewerb „Klima kommunal“

Wärmeaustauscher, Aktivitätsprämien und neue Nutzungsstrategien – Städte und Landkreise um Hamburg punkteten bei der Preisverleihung

Sechs von 19 Auszeichnungen im niedersächsischen Klimaschutzwettbewerb „Klima kommunal 2016“ gehen in die Metropolregion. Die Stadt und der Landkreis Lüneburg, der Landkreis Harburg sowie die Hansestadt Stade und die Stadt Geestland im Landkreis Cuxhaven wurden am 29. August in Hannover als „Leuchtturmprojekte“ geehrt. Die Samtgemeinde Nordkehdingen im Landkreis Stade erhielt den „Zukunftspreis Klima kommunal 2016“. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel und der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens, Dr. Marco Trips, zeichneten die Preisträger bei einem Festakt im Alten Rathaus für ihre vorbildlichen Projekte zum Klimaschutz aus. Die drei Hauptpreise des Wettbewerbs gingen an die Städte Oldenburg und Osnabrück sowie die Gemeinde Vrees.

Klimaschonender Wärmeaustauscher für das Museum Lüneburg

„Klimaschutz wird vor Ort gemacht und Kommunen sind zentrale Akteure, wenn es darum geht Maßnahmen umzusetzen. Die insgesamt 46 Wettbewerbsbeiträge zeigen, wie engagiert und kreativ niedersächsische Kommunen diese Aufgabe angehen – sei es mit der Nutzung von Wärme aus Abwasser, der Sanierung von kommunalen Gebäuden und ganz neuen Projektideen“, sagte Umweltminister Wenzel vor rund 170 Gästen.

Die Hansestadt Lüneburg wurde für ihr Projekt “Wärmerückgewinnung aus dem Abwasserkanal am neuen Museum Lüneburg” mit einem auf 2.000 Euro dotierten Leuchtturmpreis geehrt. Bei der energetischen Sanierung des alten Museumskomplexes und des Neubaus des Museums Lüneburg hat die Stadt einen Hochleistungswärmetauscher verlegt, mithilfe dessen das Museum im Sommer keine strom- und kostenintensive Klimaanlage mehr benötigt.

Die Stadt Geestland im Landkreis Cuxhaven erhielt ebenfalls 2.000 Euro für die Einführung von intelligenten Straßenbeleuchtungssystemen. Mit einer zentralen Steuerung steigert die Stadt die Energieeffizienz ihrer ohnehin sparsamen LED-Straßenbeleuchtung. Vor der flächendeckenden Einführung der Steuerung wurde die praxistauglichste Lösung in drei Pilotprojekten ermittelt.

Vier der insgesamt 14 Leuchtturmpreise sind mit einem Preisgeld von 4.000 Euro dotiert. Über das höhere Preisgeld konnten sich unter anderem die Landkreise Harburg und Lüneburg sowie die Hansestadt Stade freuen.

Energetische Sanierung öffentlich veranschaulicht

Der Landkreis Harburg wurde für das Projekt „Energiemanagement – durch Transparenz Effizienzgewinne und Kostenersparnisse erzielen“ geehrt. An 14 Schulen im Kreis Harburg läuft ein Motivationsprogramm für Schüler, Lehrer und Hausmeister, Energie und Wasser zu sparen. Seit 2012 wurden teilnehmende Schulen mit mehr als 35.000 Euro Aktivitätsprämien belohnt – finanziert aus den ersparten Verbrauchskosten. Der Landkreis Lüneburg erhielt eine Auszeichnung für die Installation eines energie-effizienten Serverraums in der Kernverwaltung des Landkreises. Ein verbrauchsarmer Wärmetauscher bringt von außen Kühle in den Serverraum und das deutlich energiesparender als konventionelle Kompressionsklimageräte.

Die Hansestadt Stade überzeugte mit dem Projekt „Gläserne Baustelle Stade-Hahle“. Honoriert wurde die transparente Gestaltung der energetischen Sanierung eines Reihenhauses im Stader Stadtteil Hahle. Um den Bauprozess für die Öffentlichkeit zu veranschaulichen, wurden die Arbeiten mit Kurzfilmen begleitet und in einem Internetvideo-Bautagebuch dokumentiert. Während der aktiven Bauphase fanden diverse Führungen und Pressetermine vor Ort statt.

Weniger Leerstand und weniger Pendler

Die Samtgemeinde Nordkehdingen im Landkreis Stade erhielt als einer von zwei Wettbewerbern den mit 2.000 Euro dotierten Zukunftspreis. Das Projekt der Gemeinde ist das „Innovationszentrum Telearbeit“, in dessen Rahmen Pendler aus Nordkehdingen die Möglichkeit erhalten, Räumlichkeiten in leerstehenden Gebäuden der Gemeinde stunden- oder tageweise als Büroräume zu nutzen. Auf diese Weise begegnet die Stadt nicht nur den Folgen des demografischen Wandels, sondern senkt auch den Co²-Ausstoß, der durch ein hohes Pendleraufkommen entsteht.

Bereits zum vierten Mal haben die niedersächsischen kommunalen Spitzenverbände und das niedersächsische Umweltministerium den Wettbewerb „Klima kommunal“ ausgeschrieben. Über die Vergabe des Preisgeldes, in Höhe von insgesamt 100.000 Euro entschied eine achtköpfige Fachjury. Als Hauptpreisträger wurde die Stadt Oldenburg für ein Projekt zur Abwasserwärmenutzung ausgezeichnet, die Stadt Osnabrück für ihre energetische Stadtsanierung sowie die Gemeinde Vrees für ihre kontinuierliche Umstellung auf erneuerbare Energieträger für die Strom- und Wärmeversorgung. Der Wettbewerb wird vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und den niedersächsischen kommunalen Spitzenverbänden getragen und von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen durchgeführt.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.klimaschutz-niedersachsen.de/presse
www.klimaschutz-niedersachsen.de/Preistraeger.pdf
www.hansestadtlueneburg.de
www.stadt-stade.info
www.metropolregion.hamburg.de

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