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© mediaserver.hamburg.de/R. Hegeler

Ausbau der E-Mobilität in Hamburg nimmt Fahrt auf

Senat legt Masterplan zur Ladeinfrastruktur vor. Angebot der Ladeplätze soll vervierfacht werden

Der Hamburger Senat hat einen Masterplan zum Aufbau öffentlich zugänglicher Ladestationen für Elektroautos beschlossen und damit erstmals ein zentrales Planungs- und Umsetzungsinstrument für den bedarfsgerechten Ausbau der Elektromobilität geschaffen. Demnach soll das Angebot der für jedermann nutzbaren Ladeplätze vervierfacht werden. Ziel sei es, bis Mitte 2016 im Hamburger Stadtgebiet die bisherigen Ladeplätze auf 592 aufzustocken, darunter an 70 Standorten mit leistungsstarkem Gleichstrom(DC)-Schnellladen.

Ausbau für 4,7 Millionen Euro

Damit werden für die wachsende Anzahl von Elektroautobesitzern neue Angebote an 227
zusätzlichen Standorten geschaffen, verteilt über alle sieben Hamburger Bezirke. Hierzu
werden insgesamt rund 4,7 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel bereitgestellt, teilte der Hamburger Senat mit.

Wesentliche Inhalte des Masterplans:

  • Errichtung und Betrieb der Ladesäulen liegen in der zentralen Koordinierungsverantwortung der städtischen Stromnetz Hamburg GmbH;
  • Die Vorgaben für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur werden vereinheitlicht.
  • Ladeinfrastruktur auf privat-gewerblichen, aber öffentlich zugänglichen Flächen kann künftig öffentlich gefördert werden.
  • Bezahlung soll künftig auch über eine Smart-Phone-App möglich sein.
  • Künftig gibt es App-gestützte Informationen über Standorte und Verfügbarkeit der Ladesäulen. Dieser erleichterte Zugang wird Anfang 2015 durch das erwartete Inkrafttreten einer bundesweiten Rechtsänderung zur sanktionsbewehrten Freihaltung der Ladeplätze unterstützt werden.

Wichtiger Schritt für Hamburg

Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: „Die Elektromobilität in Deutschland steht vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Mit dem heute vom Senat beschlossenen Masterplan Ladeinfrastruktur unternehmen wir in Hamburg einen wichtigen Schritt, auf dessen Grundlage in den kommenden Jahren ein systematischer und bedarfsgerechter Ausbau von Ladeplätzen für Elektroautos erfolgen kann. Für heutige und künftige Nutzer von Elektroautos ist dies ein wichtiges Signal, dass es sich lohnt, auf einen umweltverträglichen Elektro-Antrieb umzusteigen.“
ker

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de/bwvi
www.elektromobilitaethamburg.de

Hintergrund

In Hamburg und der Metropolregion sind derzeit rund 950 Elektroautos im Einsatz. Im Rahmen von Förderprojekten des Bundes ist vorgesehen, bis 2016 weitere insgesamt 750 Elektrofahrzeuge bei Unternehmen, im öffentlichen Sektor sowie im quartiersbezogenen Carsharing auf die Straße zu bringen. Hinzu kommen die laufenden Beschaffungsinitiativen von Handels- und Handwerkskammer, die jeweils hohe Zielzahlen beinhalten (je 1.000 Elektrofahrzeuge).

Vor dem Hintergrund, dass überdies auch die Nachfrage im privaten Sektor in den beiden kommenden Jahren voraussichtlich kontinuierlich zunehmen wird, rechnet der Senat bis Ende 2016 mit bis zu 5.000 batterie-elektrischen Fahrzeugen und Plug-In-Hybriden.

Heute stehen den Nutzern von Elektrofahrzeugen in Hamburg bis zu 140 Ladeplätze zur Verfügung, davon 100 im öffentlichen Straßenraum und auf P+R-Plätzen. Es ist obligatorisch, dass dort nur zertifizierter Grünstrom zum Einsatz kommt. Die seit Anfang 2011 von Vattenfall Europe Innovation und Hamburg Energie im Straßenraum betriebenen Ladesäulen sind mittlerweile zunehmend besser frequentiert. Allein im Zeitraum von April bis Juli 2014 sei die Anzahl der Ladevorgänge um 40 Prozent gestiegen.

Technologisch konnten in den vergangenen Jahren bei der Leistungsfähigkeit der Ladesäulen sowie auf Fahrzeugseite signifikante Verbesserungen erzielt werden. Die mit Wechselstrom betriebenen Ladesäulen im Hamburger Straßenraum wurden vielfach nachgerüstet und gewährleisten hierdurch einen lediglich 60-minütigen Ladevorgang. Die mit Gleichstrom betriebenen Schnellladestationen
können sogar in einer Zeit von 30-40 Minuten einen Ladevorgang weitgehend realisieren.

Der Masterplan sieht vor, dass bis 2016 an 70 Standorten im Stadtgebiet sogenannte Triple-Charger installiert werden, die sowohl das gleichstromgeführte Schnellladen als auch das wechselstromgeführte Laden ermöglichen.

(Angaben: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation)

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