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Gründdach auf dem Streit´s-Haus am Jungfernstieg: © Christoph Reimers / Behörde für Umwelt und Energie

Für den Klimaschutz: Jungfernstieg bekommt sein erstes Gründach

Umweltbehörde fördert die Bepflanzung von Dächern und will damit den Folgen des Klimawandels vorbeugen. Zuschüsse auch für Unternehmen

Bis 2020 will Hamburg eine Million Quadratmeter Dachfläche zusätzlich begrünen. Umweltsenator Jens Kerstan eröffnete in dieser Woche das erste von der Stadt geförderte Gründach: einen fünfhundert Quadratmeter großen Dachgarten auf dem Streit´s-Haus am Jungfernstieg. „Die zunehmende bauliche Verdichtung unserer Stadt lässt grüne Dächer zu einer attraktiven Alternative werden und schafft gleichzeitig Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Aktuell sind in Hamburg rund 6.300 Dächer mit einer Fläche von 124 Hektar begrünt.

Schutz bei Starkregen

Gründächer bergen einen besonderen Vorteil. Nach Wolkenbrüchen und Gewittern halten sie Regenwasser zurück. Da das Wasser langsamer abfließt, wird die Überlastung des Abwassersystems vermindert. Die Umweltbehörde sieht in Gründächern eine wichtige Maßnahme in der Anpassung an den Klimawandel mit seinen zunehmenden Starkregenereignissen. Jüngstes Beispiel sei ein Unwetter am 23. Juni über Hamburg.

Zuschüsse auch für Unternehmen

Seit 2014 ist die Fläche der Gründächer in Hamburg um 44 Hektar gewachsen. Um die Entwicklung zu fördern, vergibt die Umweltbehörde pro Maßnahme Zuschüsse für Private wie Unternehmen von 30 bis maximal 60 Prozent der Herstellungskosten, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Grundförderung startet bei 14 Euro je Quadratmeter begrünte Fläche und die maximale Förderhöhe beträgt 50.000 Euro je Gebäude. Gefördert werden Dachbegrünungen auf oberirdischen Geschossen von Wohn- und Nichtwohngebäuden, die freiwillig durchgeführt werden und nicht aufgrund rechtlicher Regelungen erforderlich sind. Die Hamburgische Investitions- und Förderbank berät bei Fragen zur Förderung.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.hamburg.de
www.ifbhh.de

Saatmischung „Hamburger Naturdach“

Da natürliche Standorte mit Trocken- und Magerrasenvegetation in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind, hat die Umweltbehörde gemeinsam mit dem NABU und dem Verein Deutscher Wildsamen- und Wildpflanzenproduzenten (VWW e.V.) eine Pflanzenliste mit regionalen Arten für extensive Gründächer entwickelt. Es gibt eine Mischung für sonnige und eine andere für halbschattige Bedingungen. Beide bestehen aus ausgewählten Kräutern wie Schafgarbe, Reiherschnabel, Strand-Grasnelke, Thymian oder Habichtskraut und aus Gräsern wie Waldzwenke, Zittergras oder Schafschwingel. Sie bieten Hummeln, Schmetterlingen und Bienen reichlich Nahrung – und Bodenbrüter finden Nistplätze. Weitere Informationen unter www.hamburg.de/gruendach/

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