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Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
© mediaserver.hamburg.de / Michael Zapf

Hotelboom in Hamburg - höchste Auslastung

Positive Jahresbilanz für die Hamburger Tourismuswirtschaft. 5,5 Prozent mehr Übernachtungen in 2016. Hansestadt begeistert Gäste aus dem In- und Ausland

Großer Zuspruch für Hamburg: Insgesamt 6,6 Millionen Gäste sorgten im Jahr 2016 für 13,3 Millionen Übernachtungen in Hamburg. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dieses Ergebnis einem Zuwachs von 5,5 Prozent oder 692.000 Übernachtungen. Damit konnte das Vorjahresergebnis das 15. Mal in Folge übertroffen werden. Die Zimmerauslastung lag im Jahresdurchschnitt bei 79,6 Prozent.

„Die Tourismusbranche ist ein globales und insgesamt sehr sensibles Wirkungsgefüge. Trotz schwieriger weltpolitischer Rahmenbedingungen zeigt sich die Nachfrage nach Hamburg weiterhin sehr stabil und wächst auf einem gesunden, konstanten Niveau. Der Blick auf das Wettbewerbsfeld und die Entwicklung in den anderen europäischen Städten zeigt sehr deutlich, dass ein Tourismuswachstum keine Selbstverständlichkeit ist“, so Andreas Rieckhof, Staatsrat der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation. Einmal mehr habe sich Hamburgs Tourismuswirtschaft als Eckpfeiler des Wirtschaftsstandorts erwiesen und biete rund 100.000 Menschen eine berufliche Perspektive.

In Hamburg steigt die Nachfrage am stärksten

Mit der Steigerung von 5,5 Prozent – was insgesamt 692.000 zusätzlichen Übernachtungen zum Vorjahr entspricht – liegt Hamburg deutlich über dem Wachstum von 2,6 Prozent für das Reiseland Deutschland. Im Vergleich mit den deutschen Metropolen steigt in Hamburg die Nachfrage relativ am stärksten.

Michael Otremba, Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH, sieht spannende Entwicklungsperspektiven: „Wir konnten im letzten Jahr rund 290.000 Menschen mehr als im Vorjahr für Hamburg begeistern. Dahinter stecken unzählige Geschichten und Bilder, die von den Akteuren der Tourismuswirtschaft kommuniziert wurden, um neue Gäste für Hamburg zu begeistern. Die Gäste wiederum teilen ihre Erlebnisse persönlich oder über die sozialen Netzwerke und sind somit die glaubwürdigsten Botschafter. Auch Besucher, die aufgrund von Tagungen und Kongressen nach Hamburg kommen, verlassen die Stadt als wichtige Multiplikatoren für ihre jeweilige Branche und kommen gegebenenfalls aus privatmotiviertem Anlass erneut in die Hansestadt. Dieses Kommunikationspotenzial wollen wir gemeinsam mit den vielen Partnern im Hamburgtourismus noch stärker nutzen.“

Er spüre durch die Eröffnung der Elbphilharmonie eine weitreichende Aufbruchsstimmung und die Chance, Hamburg als festen Bestandteil der europäischen Top-Reiseziele zu verankern. „In den Gesprächen mit Airlines, Reedereien oder Reise- und Kongressveranstaltern zeigt sich, dass die Elbphilharmonie insbesondere im Ausland Türen öffnet und Hamburg auf die Karte setzt. Wir wollen diesen Schwung mitnehmen, wissen aber auch, dass wir auf dem Weg zu einem international angesehen Top-Reiseziel noch einige Hausaufgaben zu erledigen haben“, so Otremba weiter.

Mehr Auslands-Übernachtungen

Die Übernachtungen aus dem Ausland konnten 2016 um 5,5 Prozent gesteigert werden und liegen mittlerweile bei 3,3 Mio. Übernachtungen. Der Anteil der Auslandsübernachtungen liegt damit bei 24,6 Prozent. Im vergangenen Jahr verzeichneten die Top-10 der wichtigsten Auslandsmärkte für Hamburg zum Teil kraftvolle Übernachtungszuwächse. Die meisten Übernachtungen aus dem Ausland konnte Hamburg aus Dänemark verzeichnen (396.000, ein Plus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Die Schweiz folgt mit einem Zuwachs von 10,0 Prozent und 340.000 Übernachtungen. Trotz Brexit-bedingter-Pfundschwäche entwickelt sich die Nachfrage aus Großbritannien mit einem Zuwachs von 8,5 Prozent positiv. Aus den Top-10-Märkten verzeichnet lediglich Österreich ein leichtes Minus von 1,8 Prozent bei den Übernachtungszahlen.

Die interkontinentalen Märkte USA (+6,0 Prozent) und China (+30,7 Prozent) zeigen demzufolge eine “erfreuliche Dynamik”. Die Nachfrage aus Russland hingegen nimmt im vierten Jahr in Folge deutlich ab, in 2016 sind die Übernachtungen um 7,8 Prozent gesunken. Die zahlreichen Krisen- und Kriegsgebiete oder wirtschaftliche Umwälzungen wirken sich unmittelbar auf Reiseströme aus und erschweren die Prognosen für zukünftige Marktentwicklungen für Hamburg und das Reiseland Deutschland.

Höchste Auslastung in der Hamburger Hotellerie

Im vergangenen Jahr wurden vier neue Hotels mit rund 520 Zimmern eröffnet. Die Zimmerauslastung liegt 2016 in Hamburg im Jahresdurchschnitt bei 79,6 Prozent (+1,4 Prozent). Damit nimmt Hamburg eine Spitzenposition ein, vor Berlin (77,1 Prozent) und München (75,9 Prozent). Der durchschnittliche Zimmerpreis ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent auf 115 Euro gestiegen, der Ertrag pro Zimmer (RevPar) lag in Hamburg bei 92 Euro (+6,7 Prozent).

In Hamburg werden 2017 insgesamt 14 neue Hotels mit einer Kapazität von rund 2.300 Zimmern eröffnen, beispielsweise das Holiday Inn Hamburg in der City Nord, das trendige Boutique-Hotel Sir Nikolai oder das mondäne Luxus-Haus The Fontenay an der Alster.

Bürgerakzeptanz als Grundlage für qualitatives Wachstum

Grundlage für den nächsten Entwicklungsschritt seien ein weiterhin positives Investitionsklima in tourismusrelevante Projekte und die Infrastruktur sowie eine gute Anbindung und Erreichbarkeit Hamburgs. Neben der Steigerung der internationalen Bekanntheit und den Herausforderungen der Digitalisierung sieht Michael Otremba auch die Akzeptanz der HamburgerInnen für das Thema Tourismus als bedeutendes Handlungsfeld für die Vermarktung. „Wir versuchen nicht nur, den Tourismus als Wirtschaftsfaktor darzustellen der Hamburg jährlich mehr als 6 Mrd. Euro Wertschöpfung bringt, sondern fragen regelmäßig die Stimmung in der Bevölkerung ab. Nur eine Stadt, die sich an den Bedürfnissen der Bewohner orientiert, wird attraktiv für Gäste bleiben.“ Darauf gelte es auch zukünftig zu achten. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Hamburg Tourismus GmbH intensiv mit der Tourismuswahrnehmung der HamburgerInnen, aktuell laufe die vierte Bürgerbefragung zur Wahrnehmung des Tourismus.

Elbphilharmonie und andere Kultur-Höhepunkte

Neben der ersten Spielzeit der Elbphilharmonie gehört zu den Höhepunkten des Jahres beispielsweise das internationale Kulturfestival Theater der Welt (25. Mai bis 11. Juni), das erstmals seit 1989 wieder in Hamburg stattfindet oder die Hamburg Cruise Days (8. bis 10. September), mit einer Rekordbeteiligung an teilnehmenden Kreuzfahrtschiffen und der Lichtinstallation Blue Port. Vom 20. bis 23. September lockt das Reeperbahn Festival mit nationalen und internationalen Newcomern wieder zahlreiche Musikbegeisterte in die Stadt.

Tagungen und Kongresse

Auch im Bereich Tagungen und Kongresse steht 2017 einiges an: unter anderem begleitet mit der Seatrade Europe 2017 Cruise & Rivercruise Convention ein wichtiges Kreuzfahrtevent die Hamburg Cruise Days, die Online Marketing Rockstars ziehen mit der Expo und der Konferenz rund 25.000 Besucher in die Stadt, im Mai findet der Diabetes Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft statt und mit der d3con wird in Hamburg das weltgrößte Event zum Thema Programmatic Advertising ausgerichtet.
kk

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg-tourismus.de

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