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Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
RetroBrain-Mitbegründer Manouchehr Shamsrizi (rechts im Bild) erläutert die MemoreBox: © Segeberger Kliniken

Hamburger Startup RetroBrain kooperiert mit Segeberger Kliniken

Die „MemoreBox“ kam bislang bei der Behandlung von Demenz zum Einsatz. Nun soll das Konzept an die Bedürfnisse von Parkinson-Patienten angepasst werden

Der Spieleentwickler RetroBrain aus Hamburg startet ein gemeinsames Projekt mit der Fachklinik für Parkinson & Bewegungsstörungen im Neurologischen Zentrum der Segeberger Kliniken. „Parkinsonpatienten leiden im Verlauf ihrer Erkrankung zunehmend an körperlicher Bewegungseinschränkung. Mit speziell auf diese Bedürfnisse zugeschnittenen Videospielen werden Beweglichkeit und geistige Fähigkeiten der Patienten trainiert“, erläuterte Chefarzt Prof. Björn Hauptmann zur Bekanntgabe der Kooperation in der vergangenen Woche. RetroBrain verkündete auf Facebook: „Morbus Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, weltweit sind rund 4,1 Millionen Menschen erkrankt. Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass RetroBrain R&D nun auch hierzu seinen Beitrag leistet.“

Spielerischer Therapieansatz für Parkinson-Patienten

Bei der Spielesammlung von RetroBrain, der MemoreBox, erfolgt die Steuerung ohne einen Controller. Der Patient steuert die auf einem Fernseher angezeigten Spiele komplett durch Körperbewegungen und führt damit therapeutische Übungen aus. „Videospiele können Parkinson-Patienten helfen, sicherer zu gehen oder Bewegungsabläufe wieder neu zu erlernen. Viele kommerzielle Spiele, bei denen alte Menschen oder Patienten mit Parkinson schnelle Entscheidungen treffen und komplexe Bewegungen ausführen müssen, um Hindernisse zu umgehen, sind zu risikoreich und vor allem demotivierend“, erklärt RetroBrain-Mitbegründer und Geschäftsführer Manouchehr Shamsrizi.

Bewegungen gezielt erfassen und korrigieren

Mithilfe der Spielesammlung soll die Ausübung von weitreichenden Bewegungen trainiert werden, um Balance- und Reaktionsfähigkeit zu verbessern. So kann zum Beispiel in einem der Videogames ein Motorrad gesteuert werden. In einem anderen Programm werden mit ausladenden Armbewegungen von einem Fahrrad aus Briefe verteilt. „Bislang wurden die Spiele in Senioreneinrichtungen, u. a. auch bei Demenzpatienten, eingesetzt. Im Rahmen des Projekts werden wir zusammen mit den Entwicklern die Spiele an die spezifischen Bedürfnisse von Parkinsonpatienten anpassen“, sagt Chefarzt Hauptmann. Mit der MemoreBox sei es möglich, Bewegungen gezielt zu erfassen und zu korrigieren. Darüber hinaus erzeuge der Prozess auch „ein gemeinschaftliches Erlebnis mit viel Spaß für die Teilnehmer.“
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.segebergerkliniken.de/presse
www.memore.de

Über RetroBrain

Das eHealth- und Gamification-Startup RetroBrain wurde 2014 von einem interdisziplinären Gründerteam mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums an der Humboldt-Universität zu Berlin initiiert. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Hamburg. Erste Tests der Spielesammlung wurden in hiesigen Altenheimen und Pflegeeinrichtungen durchgeführt. RetroBrain wird durch das InnoRampUp -Programm der Stadt Hamburg gefördert. Weitere Informationen unter www.memore.de

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