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Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
Neues Spiegel-Gebäude: © www.mediaserver.hamburg.de / Elbe & Flut / Thomas Hampel

"Der Spiegel" feiert seinen 70. Geburtstag

Entscheidend für den Erfolg des Nachrichtenmagazins war und ist die investigative Recherche. Heute steht das Magazin vor neuen Herausforderungen

Am 4. Januar 1947 erschien die erste Ausgabe des Nachrichtenmagazins “Der Spiegel”. Von der britischen Militärregierung nach dem Vorbild britischer und amerikanischer “News Magazines” initiiert, sollte das neue Blatt den Menschen im Nachkriegsdeutschland objektive Nachrichten vermitteln. Als Verleger und erster Chefredakteur entwickelte Rudolf Augstein ein Nachrichten-Magazin, das für unabhängige Berichterstattung stehen und vor keiner Autorität “kuschen” sollte. Ein Grundsatz, der immer wieder zu Konflikten führte und dem Magazin Titel wie “Schmierblatt” (Konrad Adenauer) oder “Scheißblatt” (Willy Brandt) einbrachte. 1952 zog das Verlagshaus von Hannover nach Hamburg.

Neue Herausforderungen

Seit 2011 ist die Adresse der Spiegel-Gruppe nach mehreren Umzügen innerhalb der Hansestadt die Ericusspitze 1 in der HafenCity. Im Januar 1969 zogen Verlag und Redaktion des Hamburger Nachrichten-Magazins aus dem Backstein-Block am Speersort in einen Glasturm an der Ecke Ost-West-Straße/Brandstwiete. Immer wieder deckte die Redaktion Hintergründe auf und löste Affären und Skandale aus, mit häufig weitreichenden politischen Konsequenzen. Heute, siebzig Jahre nach der Gründung, nach 3650 Spiegel-Ausgaben mit 378 000 Artikeln, geschrieben von rund 2000 Redakteuren und verantwortet von 27 Chefredakteuren, steht das Magazin vor neuen Herausforderungen. Die fortschreitende Digitalisierung hat die Verlagsbranche grundlegend verändert, der Strukturwandel der Medien erschwert die Finanzierung des mit großem Aufwand produzierten Journalismus.

Mehr als 13 Millionen Leser

“Es geht uns gemeinsam darum, die Spiegel-Gruppe als Heimat des investigativen politischen Journalismus zu stärken und sie gleichzeitig zu einem innovativen modernen Unternehmen zu verändern”, sagt Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass. “Wir investieren in zahlreiche neue Produkte und sind als multimediales Haus hervorragend aufgestellt. Noch nie hat Spiegel-Journalismus so viele Leser erreicht wie heute: Woche für Woche entscheiden sich mehr als 13 Millionen Menschen für unsere Inhalte – auf Papier, im Internet, auf dem iPad oder dem Smartphone.”

Investitionen in die Zukunft

Investigative Recherchen verlangen heute immer öfter nach internationaler Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Redaktionen aus acht europäischen Ländern hat der SPIEGEL das journalistische Netzwerk “European Investigative Collaborations” (EIC) gegründet, das eine grenzüberschreitende investigative Kooperation ermöglichen und die Zugänge zu vertraulichen Informationen bündeln soll. “Diese und viele andere Maßnahmen sind Investitionen in die Zukunft, damit der Spiegel das von Rudolf Augstein begonnene Projekt Aufklärung weiter fortsetzen kann”, so Chefredakteur Klaus Brinkbäumer.
ca

Quellen und weitere Informationen:
www.spiegelgruppe.de
www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe
www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home

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