Deutsch Englisch
Suche
Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
© Onno Seyler/UKE

UKE koordiniert neues Projekt zur Krebsforschung

Im Projekt "CANCER-ID" haben sich 33 Institute und Unternehmen aus 13 Ländern als Innovative Medicines Initiative (IMI) der EU zusammengeschlossen

Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) laufen in den kommenden Jahren die Fäden eines großen europäischen Krebsforschungsprojektes zusammen. “Wir wollen Bluttests entwickeln, mit denen wir die therapie-relevanten Eigenschaften unterschiedlicher Krebsarten identifizieren können”, sagt Prof. Dr. Klaus Pantel, Direktor des Instituts für Tumorbiologie des UKE. Gemeinsam mit einem Kollegen aus den Niederlanden wird der Hamburger Tumorexperte das EU-Projekt “Cancer ID” wissenschaftlich koordinieren. Die Forscher wollen mit diesen Bluttests den Weg zu einer auf den einzelnen Patienten abgestimmten individuellen Krebstherapie ebnen. Dieses neue diagnostische Konzept wurde in Hamburg entwickelt und könnte in Zukunft als Flüssigbiopsie eine Alternative zu invasiven Tumorbiopsien bieten.

Lückenschluss zwischen Grundlagenforschung und klinischem Alltag

Feste Tumore wie Brust-, Lungen-, Prostata- oder Darmkrebs geben ständig Krebszellen oder Bestandteile davon in die Blutbahn ab. Die Analyse der Gene, Boten-RNA und Proteine dieser Zellen bietet dem Experten als “Flüssigbiopsie” die Möglichkeit, sehr schnell Informationen über die Eigenschaften eines Tumors zu gewinnen. Wie aggressiv ist er? Reagiert er auf bestimmte Medikamente oder nicht? Das sind die Fragen, die mithilfe der neuen Bluttests beantwortet werden können. “Auf diese Weise wird es möglich sein, eine Therapie besser an den Patienten anzupassen und ihm unnötige Behandlungen zu ersparen”, so Prof. Pantel.

33 aus 13: das Projekt “CANCER-ID”

Im Projekt “CANCER-ID” haben sich insgesamt 33 Institute und Unternehmen aus 13 Ländern im Rahmen der Innovative Medicines Initiative (IMI) der Europäischen Union (EU) zu einem Forschungsverbund zusammengeschlossen. Das Projekt “CANCER-ID” wird fünf Jahre laufen. Es wird von der EU mit 6,6 Millionen Euro gefördert. Weitere 8,2 Millionen Euro steuern Partner aus der Industrie bei. Auf das UKE entfallen dabei aktuell 1,16 Millionen Euro an Fördergeldern, eine weitere halbe Millionen folgt im Laufe der Projektphase. Das Institut für Tumorbiologie ist Teil des Zentrums für Experimentelle Medizin und Mitglied des Universitären Cancer Center Hamburg (UCCH). Prof. Pantel hat dort mit seinem Team das Konzept der Flüssigbiopsie entwickelt, das nun Grundlage des gesamten Projektes ist.

Weitere Förderung durch den Europäischen Forschungsrat

Weitere Auszeichnung für Prof. Pantel: Der Europäische Forschungsrat (ERC) bewilligte dem Tumorforscher eine Anschlussförderung des ERC-Grants von 2011. Damals war en Prof. Pantel 2,5 Millionen Euro abewilligt worden, um einzelne Tumorzellen im Blut und Knochenmark aufzuspüren und zu charakterisieren. Mit der neuen Förderung (“Proof of Concept”, Volumen: 150.000 Euro) sollen Maßnahmen zur Anwendungsreife, Kommerzialisierung oder Vermarktung der Methode geprüft werden. Deutschlandweit hat der Europäische Forschungsrat vier solcher Förderungen vergeben.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.uke.de

Weitere Artikel