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Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
Medical App Award 2016: © Markus Scholz

Medical App Award 2016 verliehen

Neue Anwendungen erleichtern die Arzt-Patienten-Kommunikation. Sieger-App hat einen besonderen Nutzen für Patienten mit einer bestimmten Erkrankung des Nervensystems

Die App Predictable belegt den ersten Platz bei der Verleihung des Medical App Awards 2016. Erstmalig wurden sowohl die Gewinner des Medical App Awards als auch in der Zusatzkategorie Medical App Idea im Rahmen des Kongresses „Vernetzte Gesundheit“ am 12. Januar in Kiel ausgezeichnet. Im Herbst 2015 hatten das norddeutsche Branchennetzwerk Life Science Nord und die FUSE GmbH bundesweit Anbieter und Entwickler von medizinischen Apps dazu aufgerufen, sich zu bewerben.

Mobile Patientenaufklärung

Die vom Unternehmen „Therapy Box“ entwickelte App „Predictable“ basiert auf einer schriftsprach-basierten Technologie mit Sprachausgabe. Die Anwendung dient dazu, Menschen eine Stimme zu geben, die ihre eigene, natürliche Stimme nicht nutzen können. Dazu zählen beispielsweise ALS- Patienten und Menschen mit zerebralen Lähmungen aufgrund von Schlaganfällen oder Kopf- verletzungen. Auch die zweitplatzierte App vereinfacht die Kommunikation für Patienten. Mit der „iSign-IT-App“ von Dr. med. Urs Vito Albrecht können medizinische Fachtexte in Gebärdensprache übersetzt werden. Für schwerhörige oder gehörlose Patienten bietet die App somit Unterstützung, wenn gerade kein Gebärdensprachendolmetscher in der Nähe ist. Mit dem 3. Platz wurde die App „infoskop” der Synmedico GmbH ausgezeichnet. Durch die mobile Abbildung erfasster Patientendaten bietet sie eine Lösung für die mobile Patientenaufklärung und Dokumentation.

Unterstützung bei der Insulin-Selbsttherapie

Neben bereits entwickelten, anwendungsbereiten Apps wurden auch drei Sieger in der Kategorie Medical App Idea ausgezeichnet. Mit dieser Kategorie sollten vor allem Start-ups und Studierende die Chance erhalten, ihre Konzepte für medizinische Apps zu präsentieren. Hier belegte das Konzept für die App „Patchie“ der Birds and Trees UG den ersten Platz. „Patchie“ begleitet chronisch kranke Kinder mit Mukoviszidose sowie deren Eltern und Betreuer spielerisch auf dem Therapieweg. Platz zwei ging an das Konzept der App „HEAT“, die eine zuverlässige Differenzierung zwischen Vorhofflimmern und Vorhofflattern bietet und somit die Anzahl korrekter Diagnosen und Therapien im Bereich der Herzrhythmusstörungen erhöht. Die Idee stammt von Fabian Müller, der sich als Gründer des Start-Ups mathe.medical GmbH beworben hatte. Den dritten Platz belegt Marlon End von der HULT International Business School in Cambridge, Massachusetts mit der Idee „DiAs – Diabetes Assistent“, die Diabetiker des Typ 1 und 2 sowie ihre behandelnden Ärzte bei der Insulin-Selbsttherapie und der Kommunikation unterstützt.

Zielgruppengerechte Darstellung

„Wir möchten uns bei allen Entwicklern und Anbietern für ihr Engagement und die kreativen Ideen bedanken, die teils sogar schon in anwendungsbereite Apps umgesetzt wurden“, sagte Matthias Steffen, Leiter des Life Science Nord Arbeitskreises Medical Apps und Geschäftsführer der FUSE GmbH. Dabei habe die Jury vor allem die Bandbreite der eingereichten Apps und Ideen überrascht. Die eingereichten Bewerbungen wurden von einer interdisziplinären Fachjury nach Gesichtspunkten, wie z.B. zielgruppengerechte Darstellung von Informationen, Benutzerfreundlichkeit sowie Daten- und Verbraucherschutz bewertet.
ca/kk

Quellen und weitere Informationen:
www.medical-app-award.de
www.vernetzte-gesundheit.de
www.lifesciencenord.de

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