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Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
Buzug: © Uni Lübeck

Auszeichnung für Krebsforscher aus der Metropolregion Hamburg

Lübecker Uniforscher Prof. Dr. Thorsten Buzug erhält in Chicago den German High Tech Champion Award 2014 für „Medical Imaging“. Enge Kooperation mit UKE und Philips Medical Research.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird Buzug auf dem 100. Jahreskongress der Radiological Society of North America (RSNA) vom 30. November – 5. Dezember 2014 in Chicago/USA feierlich verliehen. Der Preis German High Tech Champion hat zum Ziel, Technologieentwickler und Erfinder an deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen dabei zu unterstützen, ihre Erfolge in der Auftragsforschung international zu steigern.

Pionier der Magnetpartikelbildgebung

Prof. Thorsten Buzug ist einer der wissenschaftlichen Wegbereiter für die nächste Generation der medizinischen Bildgebung, die Magnetpartikelbildgebung (Magnetic Particle Imaging, MPI). Bei diesem Verfahren sollen mit magnetischen Nanoteilchen und einem speziellen vom Institut für Medizintechnik entwickelten Tomografen dynamische Prozesse im Körper auch während des Verlaufes von Eingriffen in hoher bildlicher und zeitlicher Auflösung abgebildet werden. Im Unterschied zu den herkömmlichen Röntgenverfahren wird dies ohne jede Strahlenbelastung für den Patienten und das medizinische Personal geschehen. Die Technologie, die Buzug und seine Hamburger Kollegen vom Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) einsetzen, wurde Philips Medical Research in Hamburg maßgeblich mit entwickelt.

Sanftere Therapien bei Brustkrebs

Ein Beispiel für die spätere Anwendung des heute erforschten Verfahrens ist die häufigste Krebserkrank bei Frauen, der Brustkrebs. Das Ziel ist es, optimierte und schonende Behandlungsmethoden zu entwickeln. Eine Strategie ist die sogenannte Wächterlymphknoten-Biopsie. Bösartige Tumoren verteilen ihre Krebszellen häufig über die Lymphbahnen. Die Zellen werden dann in den Lymphknoten gespeichert und von dort aus in den Körper verteilt, wodurch Metastasen auch fernab des primären Tumors entstehen können. Um zu kontrollieren, ob Lymphknoten in dieser Weise von Krebszellen befallen sind, wurden bis vor einigen Jahren alle Lymphknoten in der Nähe des Tumors radikal entfernt und histologisch untersucht. Mit der neuen schonenderen Methode, der MPI-gestützten Wächterlymphknoten-Biopsie , die derzeit am Institut für Medizintechnik entwickelt wird, sollen nur die Lymphknoten identifiziert werden, die tatsächlich über Lymphbahnen mit dem Tumor in Verbindung stehen, die Wächterlymphknoten. Mit der neuartigen Magnetpartikelbildgebung soll der Chirurg während des Eingriffes die Wächterlymphknoten gezielt lokalisieren können.

GHTC® – the German High Tech Champions Award ist Bestandteil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Initiative „Werbung für den Innovations- und Forschungsstandort Deutschland“ unter der Marke „Research in Germany“.
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Quelle und weitere Informationen:
uni-luebeck.de

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