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Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
© Hilleberg

Urban Gardening in XXL: Grüner Bunker erhält Genehmigung

Der Flakbunker am Heiligengeistfeld soll Hamburgs größter Stadtgarten werden. Nun entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft

Ein gewaltiger Hochbunker aus dem 2. Weltkrieg ragt grau am Rande des Heiligengeistfeldes in Hamburg-St. Pauli empor. Doch schon bald könnte sich das Grau in Grün verwandeln. Nach einem über zweijährigen Beteiligungsprozess und Dialog zwischen Aktiven, Anwohnenden und Bezirkspolitik sowie einer umfassenden Prüfung durch Behörden und Gutachter unterschiedlichster Fachgebiete ist die Realisierung nun durch die Erteilung der Baugenehmigung einen Schritt näher gerückt. Im Laufe der nächsten zwei Jahre soll ein sozialer Ort geschaffen werden, an dem Kultur- und Zukunftsthemen umgesetzt werden können. Das Pilotprojekt sieht eine Naturlandschaft über den Dächern der Stadt mit Raum zum aktiven Experimentieren mit alternativen Formen von Stadtgrün, Energiegewinnung und urbaner Lebensmittelproduktion vor. Nun muss die Hamburgische Bürgerschaft noch zustimmen.

Kulturzentrum und Mahnmal

Bereits Anfang 2014 gelang es der Projektgruppe „Planungsbüro Bunker“, unterstützt durch die Architekten des Büros Metapol Architecture, den erbbauberechtigten Pächter Prof. Dr. Thomas Matzen von der Vision einer völlig neuen Stadtnatur zu überzeugen. Die Idee: Die bisher brachliegende Dachfläche des Bunkers soll um einen pyramidenförmigen, begrünten Aufbau erweitert und erstmalig über eine umlaufende, begrünte Rampe zugänglich gemacht werden. So entstehen 7.700 Quadratmeter öffentliche Parkflächen, Gemeinschaftsgärten, Stadtteilräume und eine Gedenkstätte, in der die Geschichte dieses Ortes dokumentiert und an die Zwangsarbeiter, die den Bunker 1942 in nur 300 Tagen erbauten, erinnert werden soll.

Öffentliche Nutzung des Stadtgartens

Die Investitionskosten und der Unterhalt des „grünen Berges“ auf dem Bunker sollen durch den Erbpächter getragen und über die im Innern des begrünten Dachaufbaus liegenden Mietflächen rückfinanziert werden. Ein städtebaulicher Vertrag sichert die kostenfreie, öffentliche Nutzung für die gesamte Dauer des Erbpachtvertrages ab. Die Gestaltung und zukünftige Nutzung des öffentlichen Stadtgartens organisiert der Trägerverein Hilldegarden e.V.
mm

Quelle und weiter Informationen:
http://www.erneuerbare-energien-hamburg.de/
http://www.hilldegarden.org/

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