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G7Energieminister: © picture alliance / dpa

G7-Energieminister: Sichere Energieversorgung im Blick

Vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine beraten Vertreter der führenden westlichen Industriestaaten noch bis heute in Hamburg Energiefragen

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will noch bis heute in Hamburg die anderen in der G7-Gruppe vereinten westlichen Industriestaaten vom deutschen Energiewende-Modell überzeugen. Vergangenes Jahr beim Treffen der G7-Energieminister in Rom habe man vor dem Hintergrund der Krise zwischen Russland und der Ukraine vor allem Fragen der Gasversorgungssicherheit erörtert, sagte Gabriel der Deutschen Presse-Agentur. “In diesem Jahr möchte ich den Fokus erweitern und alle Energieträger in den Blick nehmen, die zu einer nachhaltigen Energiesicherheit beitragen”, betonte Gabriel. Die Politiker werden auch zur Nordsee fliegen und einen Offshore-Windpark eröffnen.

Mehr Ökoenergie

Mehr Ökoenergie gilt als wichtiger Schritt, um die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffimporten zum Beispiel aus Russland zu mindern. Der neue RWE-Windpark Nordsee-Ost etwa liegt 35 Kilometer nordwestlich von Helgoland. Dort wurden 48 Windräder mit einer Leistung von 295 Megawatt errichtet. Damit können rund 320.000 Haushalte mit Strom versorgt werden. “Mit meinen G7-Energieministerkollegen werde ich in Hamburg über Möglichkeiten diskutieren, wie wir langfristig eine nachhaltige Energieversorgung sichern können und gleichzeitig wettbewerbsfähig bleiben”, kündigte der Vizekanzler an. In Deutschland beträgt der Stromanteil erneuerbarer Energien bereits 27,8 Prozent.

Versorgungssicherheit und Klimaschutz

Nach vielen Problemen kommt langsam auch der Betrieb von großen Windparks im Meer in Gang, die wesentlich mehr Strom erzeugen können als Windparks an Land. Neben der Offshore-Technologie will Gabriel auch darüber reden, wie die Stromsysteme die je nach Wetter stark schwankende Ökostromeinspeisung sicher meistern können – und wie das Energiesparen und der Klimaschutz weiter verstärkt werden können.

In Rom war im Mai 2014 ein 13-Punkte-Plan als Antwort auf die Ukraine-Russland-Krise aufgestellt worden, der nun in Hamburg weiter konkretisiert werden soll. Ein Ziel ist, durch den Ausbau von Transportinfrastrukturen, Speicherkapazitäten und Terminals den Import von Flüssiggas aus Golfstaaten zu stärken, um neue Alternativen zu russischen Gaslieferungen zu haben. Im Schnitt beziehen die EU-Staaten nach Angaben der EU-Kommission etwa 30 Prozent ihrer Erdgas- und 35 Prozent ihrer Rohölimporte aus Russland. Russland deckte 2014 allein 38 Prozent der deutschen Erdgaseinfuhren ab. Insgesamt wird rund ein Viertel des deutschen Energiebedarfs noch mit russischer Hilfe gesichert – neben Gas gehören dazu Erdöl und Steinkohle.
him

Quelle und weitere Informationen:
www.hamburg.de

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