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Wirtschaftsnachrichten aus der Metropole
Energieberg Georgswerder: © IBA Hamburg GmbH Johannes Arlt

IBA-Bericht: Auf dem Weg ins Erneuerbare Wilhelmsburg

Weltweit beachtetes Projekt zur Energiewende. Blaupause auch für andere Regionen Deutschlands. Erste Ergebnisse

Vier Jahre lang wurde das weltweit vielbeachtete Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg im Rahmen der Internationalen Bauausstellung IBA Hamburg praktisch umgesetzt. An diesem Montag (26. Januar) erscheint dazu der erste Werkbericht.

Der von der IBA Hamburg GmbH, dem Umweltbundesamt sowie der TU Darmstadt herausgegebene Bericht stellt die Umsetzung und die Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzeptes in den Kontext aktueller Diskussionen zur Energiewende. Harry Lehmann, Umweltbundesamt Berlin: „Das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg ist eingebunden in wichtige nationale wie internationale Kooperations- und Forschungsprojekte, sodass es nicht nur einem breiten Publikum präsentiert wird, sondern auch Ansätze und Erfahrungen intensiv diskutiert und weiterentwickelt werden. Dieses Konzept ist eine exemplarische Blaupause auch für andere Regionen Deutschlands.“

Projekt klimaneutrales Quartier

Mit dem Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg hat die IBA Hamburg 2010 ein strategisches Konzept zum energetischen Umbau eines zentral in Hamburg gelegenen Stadtteils mit einer Größe von 35 Quadratkilometern und mehr als 55.000 Bewohnern vorgelegt. Ziel ist eine fast hundertprozentige Versorgung des Wohn- und Gewerbegebäudebestands Wilhelmsburgs durch erneuerbare und lokal erzeugte Energie bis zum Jahr 2050. Zur Erreichung dieses ambitionierten Ziels eines klimaneutralen Quartiers hat sich die IBA Hamburg in dem Klimaschutzkonzept die vier strategischen Handlungsfelder energieeffizienter Neubau, energetische Sanierung des Bestandes, erneuerbare Wärmenetze sowie erneuerbare Stromerzeugung vorgenommen.

Teile der Roadmap heute Realität

Vier Jahre lang wurde das Konzept umgesetzt, gerade aufgrund seiner praktischen Durchführung hat es dabei viel nationale und internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der nun vorliegende Werkbericht 1 zum Energieatlas zeigt ein differenziertes Bild der Umsetzung und parallelen Weiterentwicklung des Konzeptes Erneuerbares Wilhelmsburg im Jahr 2014. Große Teile der Roadmap 2010 sind heute Realität: Der Energieberg Georgswerder versorgt rechnerisch 20 Prozent der Haushalte der Elbinsel mit erneuerbarem Strom. Alle Neubauten und Sanierungen, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Hamburg umgesetzt wurden, haben die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz demnach übertroffen und senken damit den Energieverbrauch auf den Elbinseln.

Neue Herausforderungen

Dabei haben die neu entstandenen regenerativen Wärmenetze um den Energiebunker und in der Wilhelmsburger Mitte ihr Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft, können aber in Zukunft viele weitere Haushalte der Elbinsel mit erneuerbarer Wärme versorgen. Andererseits lassen sich zahlreiche damals nicht vorhersehbare Faktoren konstatieren, die einzelne Projekte verzögerten oder unrealisierbar machten. Insofern steht die Umsetzung des Konzeptes vor neuen Herausforderungen, die im Werkbericht formuliert wurden, um die CO2-Neutralität in Wilhelmsburg auch tatsächlich bis 2050 zu erreichen.

Leuchtturmprojekt weiterführen

Aus Sicht des Umweltbundesamtes, der TU Darmstadt und der IBA Hamburg gilt es das Klimaschutzkonzept Erneuerbares Wilhelmsburg als Leuchtturmprojekt weiterzuführen. Hamburg ist mit diesem Projekt – gerade wegen seinen wertvollen Praxiserfahrungen – nicht nur international ein Vorreiter neuer städtebaulich-energetischer Konzepte sowohl im Stadtneu- wie im Stadtumbau, sondern auch ein Labor für innovative praktische Lösungen. „Wilhelmsburg hat in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung durchgemacht. Das wollen wir zusammen mit der IBA Hamburg im Wohnungsbau und bei der Quartiersentwicklung fortsetzen. Wilhelmsburg wird damit zu einem der innovativsten Stadtteile in Hamburg“, so Jutta Blankau, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt.
kk

Quelle und weitere Informationen:
www.iba-hamburg.de

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